DGM-Klimapakt
Walter Knoll ist klimaneutraler Möbelhersteller

Fürth.  Der „Klimapakt für die Möbelindustrie“ der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel (DGM) ist um einen Hersteller reicher: Neuestes Mitglied ist der Möbelhersteller Walter Knoll aus Herrenberg im Landkreis Böblingen. Im Jahr 1865 eröffnete der Urvater der Knoll-Dynastie und weitgereiste Lederfachmann Wilhelm Knoll sein „Leder Geschäft“ in Stuttgart. Damit nahm die Geschichte des heute vor allem für seine Sitz- und Polstermöbel international anerkannten und als Möbelmarke der Moderne bekannten Unternehmens ihren Lauf. „Walter Knoll ist einer der traditionsreichsten Möbelhersteller Deutschlands und bereits seit 31 Jahren Mitglied in der Deutschen Gütegemeinschaft Möbel. Wir freuen uns, das Unternehmen nun auch für unseren Klimapakt gewonnen zu haben“, sagt DGM-Geschäftsführer Jochen Winning.

Der DGM-Klimapakt ist ein Schulterschluss der Möbelindustrie, mit dem die Klimaschutzziele der Vereinten Nationen (UN) unterstützt werden sollen. Bereits gut ein Jahr nach der Gründung der Klimaschutzinitiative gehören ihr viele namhafte Möbelhersteller an – nun auch Walter Knoll. Die Basis des Klimapakts bildet die CO2-Bilanz eines Unternehmens, der sogenannte Carbon Footprint (CO2-Fußabdruck). Dieser wird von der Klimaschutzberatung GreenBlau.com aus Neustadt an der Weinstraße in Zusammenarbeit mit dem jeweiligen Möbelhersteller ermittelt und analysiert. Als nächstes werden die Treibhausgasemissionen so weit wie ökonomisch möglich reduziert und schließlich bestenfalls vollständig kompensiert.

Auf Grundlage seiner direkten und indirekten Treibhausgasemissionen in den Bereichen Scope 1 und 2 sowie teilweise im Bereich Scope 3, hat Walter Knoll seinen Carbon Footprint bereits vollständig durch den Erwerb hochwertiger Gold Standard zertifizierter CO2-Emissionsrechte neutralisiert. Bemerkenswert ist auch, dass der Bereich Scope 3 ein optionaler Bereich ist. Kategorien daraus, können Unternehmen freiwillig mit in die CO2-Kompensation mit einbeziehen. Dies hat der Möbelhersteller Walter Knoll getan.

Scope 1 umfasst alle direkten Emissionen des Unternehmens, dazu gehören zum Beispiel Treibstoffe für unternehmenseigene PKW und LKW sowie Heiz- und Kühlmittel. Die indirekten Emissionen, die aus der Erzeugung der von dem Unternehmen beschafften Energie resultieren, wie etwa Strom, Fernwärme, Dampf oder Kühlungsenergie, werden im Scope 2 erhoben. Scope 3 beinhaltet schließlich alle indirekten Emissionen, die aus dem Ablauf aller täglichen Unternehmensprozesse hervorgehen – beispielsweise die Anfahrt der Mitarbeiter, die Geschäftsreisen mit dem Flugzeug und mit Mietwägen, der Wasserverbrauch sowie der Verbrauch von Druckerpapier und der produzierte Restmüll.

Zwischen drei und 30 Euro kostet die Kompensation einer Tonne emittierten Treibhausgases nach Gold Standard. Dieser Standard umfasst ein umfangreiches Portfolio an Projekten, die sowohl die globale CO2-Bilanz verbessern, als auch einen Zusatznutzen, wie etwa die Aufwertung von regionaler Infrastruktur, beinhalten. Beispiele für derartige Projekte sind Initiativen zur Aufforstung, zum Ausbau regenerativer Energien oder zur Verbesserung der Wasserqualität. „Darüber hinaus bekommt Walter Knoll das DGM-Label ,Klimaneutraler Möbelhersteller‘, womit das Unternehmen offensiv und aussagekräftig für seine qualitätsgeprüften Möbel werben kann. Endverbraucher werden das Engagement des Herstellers für den Klimaschutz positiv in ihre Kaufentscheidung mit einbeziehen“, ist sich DGM-Geschäftsführer Jochen Winning sicher.

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