Hettich/Rehau
Das Publikumsvoting zum Design-Award beginnt

Ein Stuhl ist ein Hocker ist ein Tisch. Foto: Hettich/Rehau

Die Beteiligung war wieder enorm hoch: 1.360 Anmeldungen aus insgesamt 71 Ländern gingen bei den Veranstaltern des International Design Award 2018, Hettich und Rehau, ein. Als einer der größten Wettbewerbe für Studierende kreativer Fachbereiche ist der Award ein Ideenpool für spannende und innovative Designlösungen. Die Juroren Dr. Andreas Hettich (Hettich) und Andreas Albig (Rehau) erläutern, wie sie die zehn besten Einreichungen ausgewählt haben, die nun ins Publikumsvoting gehen werden. Vom 3. April bis zum 30. Mai 2018 können Designbegeisterte online am Publikumsvoting teilnehmen: www.internationaldesignaward.com

Nach welchen Kriterien haben Sie die Entwürfe für die Top Ten ausgewählt?

Dr. Andreas Hettich: Wir haben in diesem Jahr eine Liste mit neun Kriterien erarbeitet, die dem Anspruch des International Design Award gerecht werden: Eigenständigkeit, Designleistung, Realisierungsfähigkeit, Themenzentriertheit, Möbelumfeld-Relevanz, Zukunftsorientiertheit, Eintrittszeitpunkt, Detaillierungsgrad, Internationale Anwendbarkeit.

Andreas Albig: Die Gewichtung der Punkte war jedoch unterschiedlich. Die Designleistung war eines der am höchsten gewichteten Kriterien, die Themen Eigenständigkeit und Realisierungsfähigkeit waren ebenfalls hoch angesiedelt. Wir haben ganz bewusst die Kreativität in den Vordergrund gestellt. Aber die Teilnehmer sollten nicht nur Ideen produzieren, sondern echte Lösungen für bestehende Probleme.

Dr. Andreas Hettich: Uns war es außerdem wichtig, dass die Lösungen tatsächlich aus dem Möbelumfeld stammen und dass sie relativ realitätsnah sind. Bei den meisten Entwürfen hätten wir gleich gute Ideen, wie man sie in der Praxis umsetzen könnte.

Spielte bei der Bewertung auch Ihr persönlicher Geschmack eine Rolle?

Dr. Andreas Hettich: Eine Bewertung ist natürlich immer subjektiv. Um aber alle Entwürfe mit denselben Maßstäben zu messen, haben wir die genannten Kriterien entwickelt. Dadurch muss man sich intensiver mit den Inhalten der Einreichungen beschäftigen und wird nicht von einer hübschen Aufmachung geblendet. Weil mich dennoch vielleicht etwas anderes überzeugt als Andreas Albig, sind wir den Weg gegangen, pro Person jeweils 20 Entwürfe auszusuchen. Da gab es ein paar Überschneidungen, sodass wir zuletzt aus 35 Einreichungen gemeinsam die Top Ten ermittelt haben.

Andreas Albig: Die Vorauswahl dieser zehn können wir mit gutem Gewissen vertreten. Darauf, wer jetzt im Publikumsvoting das Rennen macht, haben wir keinerlei Einflussmöglichkeiten mehr.

Aus welchen Nationen kamen besonders viele Einreichungen?

Andreas Albig: Für den International Design Award 2018 haben sich 1.360 Studierende aus insgesamt 71 Ländern angemeldet. Die am stärksten vertretenen Nationen waren Polen, Italien und Deutschland, Russland, Südkorea und vor allem China.

Dr. Andreas Hettich: Ja, die Hitliste wird von China angeführt. Es sieht ganz danach aus, als wenn die Aufgabenstellung des Awards an der Nanjing Forestry University während eines Semesters einen Schwerpunkt gebildet hätte.

Andreas Albig: Polen ist zum Beispiel auch immer dabei, die Universität in Krakau.

Dr. Andreas Hettich: Inzwischen haben wir echte Fans, also Universitäten und Professoren, die den Award sehr stark promoten – da gibt es viele Wiederholungstäter. Das spiegelt sich in der Teilnehmerqoute dieser Länder wider. Es hilft uns natürlich auch, dass wir den Wettbewerb bereits seit 1997 ausrichten und er einen großen Bekanntheitsgrad in aller Welt gewonnen hat.

Welchen Rat würden Sie den Teilnehmern kommender Awards mit auf den Weg geben?

Andreas Albig: Denken Sie die Idee wirklich bis zum Ende durch! Und stellen Sie sich unbedingt die Frage: „Löst der Entwurf ein Problem?“

Dr. Andreas Hettich: Seien Sie außerdem mutig, gehen Sie neue Wege und halten Sie nicht an Dingen fest, die es bereits gibt! Ein Möbel muss nicht immer eine Kiste sein, das kann man auch mal ganz anders denken ...

Andreas Albig: ... da sind viele Teilnehmer allerdings von sich aus schon sehr kreativ und innovativ. Wir staunen immer wieder über die Bandbreite der Ideen, die wir zu sehen bekommen.


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