VDM
Gesamtumsatz mit Allzeithoch

VDM-Hauptgeschäftsführer Dirk-Uwe Klaas: „Unsere deutschen Hersteller liefern weiterhin außergewöhnlich hohe Qualität mit dem Anspruch besonderer Nachhaltigkeit und hervorragendes Design.“ Foto: Archiv

Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie (VDM), erklärte heute anlässlich der Pressekonferenz zur imm cologne 2017, dass die deutsche Möbelindustrie zum Ende des Jahres 2016 zum dritten Mal hintereinander ein Umsatzplus verzeichnen (+3,5%) und erstmals die 18-Milliarden-Umsatzgrenze knacken wird. Und auch für 2017 erwartet die heimische Möbelindustrie ein weiteres Wachstum.

„Für das gerade abgelaufene Jahr 2016 waren wir optimistisch, wussten jedoch, dass von dem hohen Niveau des Jahres 2015 (+6,2%) weitere Steigerungen schwierig sein würden. Dennoch ist dies unseren Herstellern mit viel Kraftaufwand und Energie gelungen: In den ersten drei Quartalen verzeichneten wir – wenn auch in den Segmenten sehr unterschiedlich – ein Plus von 4,0%. Zum Beginn des 4. Quartals ist es dann aufgrund einer etwas schlechteren Konsumneigung der Endverbraucher zu einer Abkühlung der Entwicklung gekommen“, so Klaas.

Unterschiede in den Segmenten

Das Umsatzplus setze sich nach den Daten des Statistischen Bundesamtes für die ersten zehn Monate 2016 wie folgt zusammen: Das Segment der Wohnmöbel zeige ein Umsatz-plus von 2% und stehe bei 6 Mrd. Euro. Die Küchenhersteller erreichten mit einem Plus von 4,1% einen neuen Rekordwert von fast 4 Mrd. Euro. Das Segment Büromöbel wuchs um 5,7% auf knapp 1,8 Mrd. Euro. Die Laden- und Objektmöbelhersteller erreichten bei einem Plus von 8,3% einen Umsatz von knapp 1,5 Mrd. Euro.

Bei Matratzen verzeichne der VDM allerdings ein Umsatzminus von 3,7% auf eine und liege bei etwa 750 Mio. Euro. Für die Polstermöbelindustrie weise die amtliche Statistik ebenfalls einen Umsatzrückgang um 4% auf fast 0,84 Mrd. Euro aus.

Export wächst – Import dominiert

„Die amtliche Auswertung erfasst alle in Deutschland produzierten Möbel. Von deren Gesamtumsatz gingen in den ersten 10 Monaten 2016 fast 32% direkt ins Ausland. Vor zehn Jahren lag diese Quote noch bei vergleichsweise mageren 24,6% – ihr kontinuierlicher Anstieg ist ein eindrucksvoller Beleg für die hohe internationale Wertschätzung für deutsche Möbel und dafür, dass das Auslandsgeschäft eine wichtige Säule für unsere Unternehmen darstellt“, erklärt Klaas.

Der gesamte Möbelexport stieg in den ersten drei Quartalen 2016 um 1,2% auf 7,7 Mrd. Euro. Der Absatz in die EU-Länder entwickelte sich mit einem Plus von 2,4% auf 5,4 Mrd. Euro besonders positiv. „Die Ausfuhren in unseren wichtigsten internationalen Absatzmarkt Frankreich sanken minimal um 0,1% und auch die Schweiz als zweitwichtigster Markt entwickelte sich mit minus 0,3% negativ. Die Ausfuhren in die Niederlande – früher Hauptexportland und dann nach einem großen Einbruch 2008 jahrelang das Sorgenkind unserer Hersteller – konnten dagegen um 9% gesteigert werden. Die Exporte nach Italien stiegen um 5,8% und nach Belgien um 5,1%“, so Klaas. Der Brexit habe bisher noch keine spürbaren negativen Auswirkungen auf die deut-schen Möbelexporte – die deutschen Ausfuhren über den Ärmelkanal wuchsen von Januar bis September 2016 um 4,7%. Absehbar sei allerdings, dass der Brexit spätestens 2017 und in den Folgejahren unsere Ausfuhren – schon alleine durch Wechselkursschwankungen – erheblich behindern wird. In den spanischen Markt legten die deutschen Möbelexporte um 3,3% zu. Weniger Möbel konnten hingegen nach China und in die USA geliefert werden.

Die Importe entwickelten sich mit einem Plus von 1,9% in den ersten drei Quartalen auf ein Gesamtvolumen von 9,3 Mrd. Euro. Die meisten Möbel kamen mit einem weiter wachsenden Wert von fast 2,5 Mrd. Euro aus Polen. Dann folgen China, leicht nachgebend auf 1,4 Mrd. €, und Tschechien mit einem Wachstum auf gut 1,2 Mrd. Euro. „Diese Entwicklung beobachten wir mit Sorge, denn damit wächst der Import weiterhin stärker als unsere Exporte. Dadurch ergibt sich auch eine weitere Steigerung der Importpenetrierung des deutschen Möbelmarktes. Zwar hat sich diese – in den letzten Jahren teils starke – Entwicklung verlangsamt. Aber in 2016 ist die Quote der Möbel ausländischer Herkunft im deutschen Handel um weitere zwei Prozentpunkte auf nunmehr 64% gestiegen“, sagte Klaas. „Aber dies soll nicht den Blick verstellen auf die insgesamt erfolgreiche Entwicklung unserer Branche und die guten Aussichten für das neue Jahr. Unsere deutschen Hersteller liefern weiterhin außergewöhnlich hohe Qualität mit dem Anspruch besonderer Nachhaltigkeit und hervorragendes Design, auf das wir zu Recht stolz sind und das auch international stark nachgefragt wird. Das Messedoppel imm und LivingKitchen 2017 wird unserem Industriezweig zusätzlich Impulse geben.“

Aussichten für 2017 positiv

Auch für das Jahr 2017 ist die Branche zuversichtlich, denn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben gut. Zwar wird sich nach den jüngst veröffentlichten Gutachten der Wirtschaftsinstitute das Wachstum in Deutschland 2017 verlangsamen. Die Einschätzungen variieren hier zwischen 1,1 und 1,7%. „Der wirtschaftliche Erfolg unserer Möbelhersteller wird maßgeblich von der Bautätigkeit beeinflusst, da fertiger Wohnraum eingerichtet werden will. Die Bautätigkeit wächst deutlich stärker als die Gesamtwirtschaft und dies wird uns in 2017 helfen. Zumal auch die Bundespolitik das Thema Wohnungsbauförderung für sich neu entdeckt hat und mit dafür Sorge tragen wird, dass mehr Häuser und Wohnungen gebaut werden. Schon jetzt ist erkennbar, dass die Parteien im bevorstehenden Bundestagswahlkampf mit dem Thema punkten wollen“, führt Klaas aus.

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