XXXL Mann Mobilia
Nach Freistellungen Proteste

Mannheim.  Nachdem am Montag die Geschäftsleitung des Mannheimer Einrichtungshauses XXXL Mann Mobilia der österreichischen XXXLutz-Gruppe 99 Mitarbeitern den Zutritt aufs Firmengelände verwehrt hatte, kam es am Donnerstagmorgen am Firmengelände zu Protestaktionen, berichtet der Mannheimer Morgen.
60 der mit sofortiger Wirkung freigestellten Mitarbeiter versammelten sich erneut am Areal. Die Nachricht, dass dem Betriebsrat schriftlich mitgeteilt worden sei, dass er seine Räume bis 12. Februar verlassen solle, habe die Stimmung weiter angeheizt, so die Tageszeitung.  Niederlassungsleiter Michael Schimpl habe sich dann an die Polizei und Vertreter der Gewerkschaft Verdi gewandt, dass die Mitarbeiter das Firmengelände unverzüglich verlassen sollten.
Die XXXL Unternehmensgruppe rechtfertigt den Schritt mit einer Neustrukturierung von Teilen des Kundenservices, der Logistik und der Auftragsbearbeitung: "Auslieferung und Montage der Möbel in Hessen und Baden-Württemberg werden dezentralisiert, um näher beim Kunden sein und Lieferzeiten verkürzen zu können. Teile der Auftragsbearbeitung werden hingegen zentralisiert, um Effizienz und Qualität in diesem wichtigen Bereich weiter zu steigern", wird via Pressemitteilung vermeldet.

XXXL: "Zügig in Verhandlungen über Sozialplan und Interessenausgleich"


 
Von der Umstrukturierung seien insgesamt 223 Mitarbeiter an den Standorten Mannheim, Eschborn und Wiesbaden betroffen. "Die betroffenen Mitarbeiter in der Auslieferung und in der Logistik (63 in Eschborn, 61 in Wiesbaden) werden zum größten Teil zu denselben Konditionen (Lohn/Gehalt, Sozialleistungen etc.) an andere Gesellschaften der XXXL Unternehmensgruppe vermittelt", kündigt XXXL an. In einigen Fällen ändere sich der Arbeitsort (Groß Gerau statt Eschborn). Möbellieferung und -montage würden weiterhin mit Mitarbeitern der XXXL Unternehmensgruppe erfolgen, eine Vergabe an Fremdspeditionen oder Subunternehmer sei ausdrücklich nicht vorgesehen.
 
Zu den Vorgängen in Mannheim heißt es in der Pressemitteilung: "Der bisher in Mannheim angesiedelte Bereich Auftragssachbearbeitung mit 99 Mitarbeitern wird nach Würzburg an den Hauptsitz der XXXL Unternehmensgruppe Deutschland verlegt. Der Schritt macht bedauerlicherweise den Abbau dieser Stellen in Mannheim erforderlich. Die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden am Montagmorgen über die Entscheidung informiert. Die zuständigen Gesellschaften der XXXL Unternehmensgruppe werden mit der Arbeitnehmervertretung zügig in Verhandlungen über einen Sozialplan und Interessenausgleich eintreten, um den Verlust des Arbeitsplatzes auszugleichen. Die betroffenen Arbeitnehmer sind von der Arbeit freigestellt. Die Löhne und Gehälter werden zunächst weiter bezahlt, bis möglichst rasch eine Einigung mit dem Betriebsrat im Interesse der Betroffenen erzielt ist. Kündigungen wurden bisher noch nicht ausgesprochen."
 
Die Auftragsbearbeitung, wie sie bisher in Mannheim stattgefunden hat, werde künftig zentral in Würzburg abgewickelt. Hierfür seien in den vergangenen Monaten rund 60 Mitarbeiter am Standort Würzburg neu eingestellt worden. „Die Auftragsbearbeitung ist eine zentrale Aufgabe, die am effizientesten am zentralen Unternehmenssitz erledigt werden kann, wo beispielsweise auch unser Einkauf tätig ist“, sagt Helmuth Götz, Sprecher der Geschäftsführung der XXXL Unternehmensgruppe Deutschland. „Wir versprechen uns von der Verlagerung dieses wichtigen Aufgabenbereichs in die Zentrale eine deutliche Steigerung der Effizienz und Qualität. Vor allem gehen wir fest davon aus, dass wir mit diesem Schritt die Lieferzeiten für unsere Kunden verkürzen und die Zahl der Reklamationen verringern können.“

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