01.07.10 15:59

Kind + Jugend 2010: Kinderausstattungsbranche optimistisch

Rubrik: Bambini, Möbelmarkt

Köln. Auch in ihrem 50igsten Jahr setzt die Kind + Jugend, weltgrößte Messe für Kinderausstattung, nicht nur Trends und zeigt sich als Impulsgeber, sondern sie spiegelt auch die Stimmung der Branche wider. Hierbei weist die Tendenz deutlich nach oben. So präsentieren im Jubiläumsjahr vom 16. bis 19. September 2010 rund 800 Aussteller aus 40 Ländern ihre aktuellen Produktneuheiten in Köln aus den Bereichen Kindermöbel, Sicherheitssitze, textile Ausstattungen, Kinderwagen, Hygieneartikel, Spielwaren sowie Mode für Babys und Kleinkinder. Dies teilt die Koelnmesse heute mit.

Trotz Wirtschafts- und Finanzkrise herrsche in der Kinderausstattungsbranche insgesamt eine positive Stimmung. Die Umsatzzuwächse in den unterschiedlichen Bereichen sprächen für sich. So seien Steigerungsraten im Segment Baby- und Kleinkinderspielzeug ebenso zu verzeichnen wie in den Bereichen Möbel, Sicherheitstechnik oder Bekleidung. Dies auch, weil die Firmen die Zeichen der Zeit richtig deuten würden und mit Neuausrichtungen und Produkterweiterungen für ein Umsatzplus sorgten. So würden die Hersteller insgesamt auf Flexibilität durch kurze Lieferzeiten, intensive und kompetente Beratung, Service und Innovation setzen. Faktoren wie Sicherheit und Umweltbestimmungen spielten sowohl bei den Produzenten als auch bei den Verbrauchern eine immer größere Rolle und setzten einen Prozess in Gang, der der Branche zugute komme. Vielfach sei die Qualitätssicherung gestrafft worden, auf Nachhaltigkeit werde Wert gelegt. Produktionsabläufe würden kontrolliert, und die Auswahl unbedenklicher und schadstofffreier Materialien stehe im Fokus. Weiterhin würden die Hersteller ihr Augenmerk verstärkt auf den Export richten. Dies auch aufgrund des Geburtenrückgangs in Deutschland im Jahre 2009. Kommen in Deutschland auf 1.000 Einwohner nur noch rund 8,2 Geburten, so sind es in Frankreich und Großbritannien etwa 13 Geburten pro 1.000 Einwohner. Im gesamten EU-Durchschnitt lag die Quote bei 11 Geburten auf 1.000 Einwohner.  
 
Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern sei der deutsche Markt durchaus speziell. Der Endverbraucher sei äußerst kritisch und qualitätsbewusst. So werde bei vielen Produkten, wie etwa auch Auto-Kindersitzen, Sicherheit vorausgesetzt und die Standards steigen. Eltern entscheiden sich häufig erst später als in früheren Zeiten für ein Kind und so sei nach ersten Karriereerfolgen ein eher gehobener Lebensstandard möglich. Auch Freunde und Verwandte kaufen gerne etwas für die Babys und Kinder, da innerhalb der Familien weniger Kinder zu beschenken seien. Dennoch zeige sich besonders, dass der deutsche Endverbraucher durchaus kritisch und qualitätsbewusst agiere. Nach ausführlicher Information und intensiver Überlegung entschließe er sich zum Kauf. Der Preis stehe somit nicht an erster Stelle, sondern Qualität, Design, Funktionalität und Sicherheit spielten eine deutlich größere Rolle.
 
Qualität stehe im Vordergrund und Hochwertiges werde somit gekauft. Gütesiegel trügen zur positiven Verkaufsbilanz bei, ebenso ein ‚Made in Germany’. Produkte mit einem ausgewogenen Preis-Leistungsverhältnis wiesen die geringsten Absatzschwierigkeiten auf. Auch wenn die Endverbraucher gerne und bewusst Geld für ein hochwertiges Produkt ausgäben: unnötige Kosten würden vermieden. Dies gelte für den gesamten Ausstattungsbereich für Babys und Kleinkinder. Die Frage nach Premiumprodukten steige und der eigenen Individualität werde nicht nur bei Kinderwagen oder Accessoires Rechnung getragen. Funktionsprodukte würden sich somit zu Imageprodukten wandeln. Auch Männer würden immer mehr als Endverbraucher angesprochen, sie nähmen an der Kaufentscheidung teil und beeinflussten diese.  
 
Im Bereich der Baby- und Kleinkinderbekleidung sei ein Umsatzplus von etwa 2,3% zu verzeichnen, insgesamt würden rund 3 Mrd. Euro jährlich für Baby- und Kindermode ausgegeben. Auch wenn die Wahl zunächst eventuell auf preiswerte Ware falle, so ändert sich dies mit zunehmendem Alter des Kindes. Die Eltern bevorzugten dann Qualitäts- und Markenprodukte. Hinzu komme, dass Kinder recht früh einen eigenen Geschmack entwickelten und beim Kauf ihrer Kleidung mitbestimmen und selbst wählen dürften. Die Tendenz gehe dann zu Markenprodukten. Waren im mittleren Preissegment seien insgesamt weniger gefragt.

Der Bereich des Spielwarenmarktes erfreue sich großer Nachfrage, viele Warenhäuser böten neben Bekleidung und Hartwaren wie etwa Kinderwagen und Sicherheitssitzen auch Spielzeug für die Kleinsten an. Der Markt zeige sich hier sehr stabil und es lasse sich ein weiteres Wachstumspotenzial feststellen. Dies betreffe alle Spielzeugvarianten von Kuscheltieren über klassisches Holzspielzeug bis hin zu modernem alle Sinne ansprechenden Lernspielzeug. Größter Wert werde von den Endverbrauchern hier wie auch in sämtlichen anderen Segmenten auf beste Qualität gelegt.


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