29.11.10 13:31
Kriegers Möbelhaus-Pläne an der Avus vorerst gescheitert
Rubrik: MöbelmarktBerlin. Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Grunewald will Kurt Krieger wie bereits berichtet für 70 Mio. Euro ein weiteres riesiges Höffner-Haus als Ersatz für die Filiale in Wedding bauen. Wie die „Berliner Morgenpost“ berichtet, haben die Behörden das Projekt nun aber gestoppt und gäben „vorerst keine Zustimmung“, so das Blatt.
„Im Moment ist das Vorhaben nicht umsetzbar“, so Petra Rohland, Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, laut der Zeitung. „Wir beschäftigen uns derzeit nicht damit.“ Für die Ansiedlung sei es erforderlich, den Flächennutzungsplan zu ändern. Dies habe die Senatsverwaltung jedoch nicht vor. Aktuell werde ein gesamtstädtisches Konzept für Fachmärkte in Berlin entwickelt. „Es geht darum, wie viel Einzelhandel an welcher Stelle sein darf, und wie die Ansiedlung dorthin passt.“ Zunächst werde man sich einen Überblick über die existierenden Märkte verschaffen und dann prüfen, wie sich geplante Neuansiedlungen einfügen. Wann dieser Plan fertig sei, stehe noch nicht fest, so Rohland. Deshalb könne auch das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf nicht aktiv werden. „Wir müssen das zur Kenntnis nehmen und die Planungshoheit des Senats und des Abgeordnetenhauses akzeptieren“, so Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU).
Somit sei für Krieger offen, wann er sein Möbelhaus auf dem Bahn-Gelände bauen könne. „Das kann fünf oder zehn Jahre dauern“, so Krieger laut dem Blatt, aber er wolle auf keinen Fall aufstecken. Für Hamburg-Eidelstedt habe er sogar 16 Jahre gebraucht.
Krieger hatte sein Vorhaben letzten Mittwoch wie berichtet im Stadtplanungsausschuss der Bezirksverordneten-Versammlung Charlottenburg-Wilmersdorf vorgestellt. Dort seien viele Punkte angesprochen worden, die nun abgearbeitet werden sollen. Ungeklärt sei zum Beispiel die Frage des Denkmalschutzes. Krieger möchte alte Bauten auf dem Bahn-Gelände abreißen lassen, doch aus dem Stadtplanungsamt heiße es, dass dafür eine Genehmigung der Denkmalschutzbehörde erforderlich sei und vom Unternehmen vorgelegt werden müsse.
Zudem sehe Baustadtrat Gröhler „erhebliche Verkehrsprobleme“ voraus. Auch die Anwohner rechneten mit wesentlich mehr Verkehr. „Wir erwarten hohe Belastungen durch den Möbelmarkt“, so Uwe Neumann vom Siedlerverein Eichkamp. Einem Gutachten zufolge sei wegen des Hauses mit 6.000 zusätzlichen Verkehrsbewegungen pro Tag an der Cordesstraße zu rechnen. In den nächsten Monaten wolle sich Krieger vorrangig um die Verkehrserschließung des Areals kümmern. „Wenn wir dafür eine ordentliche Lösung anbieten können, werden wir sie dem Ausschuss vorstellen.“
Den Anwohnern sei auch wichtig, wie man mit dem alten Bahn-Gelände umgehe. Es sei ökologisch und historisch von großem Wert, deshalb sollte man nicht einfach einen Neubau draufsetzen.
Befürwortet werden Kriegers Pläne von der CDU-Fraktion des Abgeordnetenhauses, auch wenn die geschaffen neuen Jobs voraussichtlich in Wedding verloren gehen würden. 10 Mio. Euro werde voraussichtlich die Erschließung der Fläche kosten, weitere 60 Mio. Euro der Neubau. Krieger habe, so das Blatt, das 14 Hektar große Grundstück gekauft und bezahlt, ohne Rücktrittsklausel für den Fall, dass seine Pläne nicht genehmigt würden. „Manchmal muss man ins Risiko gehen“, wird Krieger zitiert.
Nachrichten-Schnell-Navigation:
«Stilwerk: neuer Geschäftsführer Heim+Handwerk bestätigt positives... »






Anmerkung hinzufügen