01.06.10 11:03

Österreich: Einrichtungsfachhandel überzeugt „vorsichtige“ Konsumenten

Rubrik: Möbelmarkt

Garant-Austria-Geschäftsführer Mag. Cristian Wimmer (l.) und Startrainer Joachim Bullermann beim Partnerforum der Verbände in Saalfelden. Foto: Service & more

Wien (Österreich). „Österreichs Konsumenten sind angesichts massiver Unterstützungszahlungen für Banken, Staaten und Währungen vorsichtiger geworden. Derzeit werden weit weniger Investitionen in die Wohnungseinrichtung geplant als im Jahr 2006“, dies fanden die Marktforscher von Jaksch & Partner in einer Telefonbefragung in diesem Frühjahr in Österreich heraus. „Die Kunden kaufen aber trotzdem – und das in zunehmendem Maße beim Fachhandel“, weiß Mag. Christian Wimmer (service & more) als Auftraggeber der Studie. Dies ist heute einer Pressemeldung zu entnehmen.

Wimmer stützt sich bei seiner Aussage auf die Umsatzzahlen der von ihm geführten größten Verbundgruppen des österreichischen Einrichtungshandels (Garant Möbel Austria und WohnUnion). Diese lagen in den nahezu 250 Häusern in sämtlichen Bundesländern Österreichs nach den ersten vier Monaten um durchschnittlich 9,3% über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Laut KMU-Forschung Austria verzeichnete der gesamtösterreichische Einrichtungshandel nur einen „verhaltenen Start“  ins neue Jahr: das Umsatzplus in den ersten drei Monaten betrug lediglich 0,2%, was einem realen Minus von 1,3% entspricht.

Hatten im Jahr 2006 noch 22,5% der Konsumenten Anschaffungswünsche im Bereich von Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbeln erkennen lassen, so sind es derzeit nur noch 10,1%. Bei Polstermöbeln ging die Kaufbereitschaft von 11,9 auf 6,9% zurück, bei Vorhängen von 18,4 auf 12,5% und bei Bodenbelägen von 13,2 auf 8,0%. Am geringsten ließ der Kaufwunsch bei Küchen nach – von 7,4 auf 5 %.

Erfreut zeigt sich Christian Wimmer über eine „signifikante Imageverbesserung des Fachhandels“ in der öffentlichen Wahrnehmung. 69,9% aller Konsumenten Österreichs bescheinigen dem Möbelfachhandel mittlerweile die bessere Beratung (2006: 59,9%), 63,1% die bessere Qualität der Produkte (2006: 56,3%), 56,5% die bessere Kundenorientierung (2006: 45,9%). Die größere Auswahl, ein besseres Preis/-Leistungsverhältnis und schnellere Lieferzeiten werden der Großfläche zugeschrieben, was nach Meinung Wimmers nicht unbedingt stimmt: „Wir können zum Beispiel unsere wettbewerbsfähigen Preise mit den Ergebnissen von Testkäufen belegen“, sagt er. Beim Küchenkauf wollen sich jedenfalls schon 70,2% der KonsumentInnen an den Fachhandel wenden (2006: 30,2%), 59,8% beim Kauf von Bodenbelägen (2006: 48,4%).

Als größte Performancekiller der Einrichtungsbranche gilt die unbefriedigende Erledigung von Reklamationen (20,9%). Wimmers Resümee deckt sich mit jenem der Marktforscher: „Faire Preise, hohe Beratungskompetenz und hochwertige Produkte sind die Erfolgsfaktoren der Branche.“ Beim Partnerforum der Verbände in Saalfelden mit 220 Teilnehmern (Motto: „Alles außer gewöhnlich“) riet Startrainer Joachim Bullermann („Der Robin Hood des Mittelstandes“) zur Profilierung durch Differenzierung: “Klein und fein kann eine gute Chance sein“, meinte er und empfahl die Investitition in die Menschen: „Mensch kommt vor Produkt. Die wahre, echte Seele jedes Unternehmens sind die Menschen.“


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