Pressekonferenz zur imm cologne BVDM: 2016 wird erfolgreich wie 2015

Mittwoch, 13. Januar 2016

Kategorie: Möbelmarkt

BVDM-Chef Thomas Grothkopp: "Deutschland gilt zu Recht als Paradies für Möbelkäufer." Foto: Archiv

Köln.

„2015 war ein sehr erfolgreiches Jahr für den Möbelhandel“: Das Jahresresümee von BVDM-Hauptgeschäftsführer Thomas Grothkopp zum Start der imm cologne fällt äußerst positiv aus. Für das laufende Jahr erwartet der Bundesverband des Deutschen Möbel-, Küchen- und Einrichtungsfachhandels: Die 32 Mrd.-Euro-Marke wird erneut überschritten, nachdem der Handel 2015 seinen Umsatz um 4,2% steigern und insgesamt 32,6 Mrd. Euro Brutto-Umsatz erzielen konnte.

Küchenmöbel sind mit 28% Umsatzanteil das stärkste Segment, gefolgt von Polstermöbeln  mit 18% sowie  Schlaf - und  Wohnzimmermöbel mit jeweils 12%.
Insgesamt profitiere die Branche von sinkenden Arbeitslosenzahlen, einer niedrigen Inflationsquote, einem extrem niedrigen Zinsniveau und von immer günstigeren Energiepreisen. Grothkopps Prognose: „Den privaten Haushalten bleibt mehr von ihrem Einkommen für andere Verwendungszwecke. Dies wird die Konsumstimmung zusätzlich stimulieren.“

Online wächst

In der Branche macht Grothkopp folgende Entwicklung aus: „Die Marktführer wachsen – der Mittelstand behauptet sich.“ Wegen dieses vielseitigen Angebots könne der Verbraucher frei wählen, wo er sich am besten beraten und bedient fühlt. Dank starker Einkaufsverbände, zu denen zwischen 80% und 90% aller Handelsbetriebe mit mehr als  60% Anteil am Branchenumsatz gehören, könnten in dieser Branche auch kleinere und mittlere Unternehmen erfolgreich arbeiten. Aber, konstatiert Grothklopp: „Auch die Konzentration im Handel entwickelt sich weiter.“ Die Top-Ten im deutschen  Möbelhandel haben 2015 über 16 Mrd. Euro Umsatz erwirtschaftet – über 50% des  Branchenumsatzes! Befeuert werde das Wachstum im Wesentlichen durch die Übernahme bestehender Unternehmen.

Auch der Online-Handel wächst weiter: Rund 2 Mrd. Euro brutto, gut 6% des Gesamtumsatzes, wurden 2015 im Internet umgesetzt. Auch der  stationäre Handel setze zunehmend auf diesen komplementären Vertriebskanal. Grothkopps Forderung: „Der traditionelle Handel muss sich den  Herausforderungen des Online-Handels stellen und seine Kernkompetenzen – Beratung, individuelle Planung, fachgerechte Lieferung und Montage – mit den Tools des Onlinehandels verbinden.“
Bei aller Euphorie erinnert Grothkopp: „Die gesetzlichen Rahmenbedingungen werden schwieriger.“ Sie tragen überwiegend den Brüsseler Stempel: „Eine Vielzahl an Bestimmungen wurde in den vergangenen Jahren verschärft oder neu geschaffen.“ Exemplarisch erwähnt der Verbandschef die Novelle  des  Elektro - und Elektronikgeräte-Gesetzes (ElektroG), das dem Handel „eine Reihe von Dokumentations – und Nachweispflichten aufbürdet“ und zu „kuriosen Auswüchsen der Bürokratie“ führe, etwa in Recycling-Fragen. Insgesamt fordert der BVDM von der Brüsseler und besonders von der Berliner Politik: „Mehr Augenmaß für die Interessen und die Belastbarkeit des mittelständischen Möbel- und Küchenhandels“.

Optimismus dank langfristiger Trends

Als einer der größten Herausforderungen der Branche macht Grothkopp die Logistik aus: Die Industrie-, Handels- und Speditionsverbände haben daher das Projekt „ZIMLog“ (Zukunftsinitiative  Möbellogistik) ins Leben gerufen, um Lösungsansätze zu entwickeln.
Einer davon ist der vom BVDM und dem Verband der Möbelspediteure initiierte Ausbildungsberuf der Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice mit mittlerweile 1.500 Auszubildenden. Die Branche benötigt gut qualifizierte Fachkräfte in allen Bereichen. Deshalb unterstützt der BVDM die Fachschule des Möbelhandels (Möfa) in Köln-Lindenthal  mit ihren inzwischen weit über 20.000 Absolventen.

Der Optimismus der Verbands fußt vor allem auf langfristigen Trends, die sich positiv auf die Branche auswirken: Von Januar bis  September 2015 wurde in Deutschland der Bau von 222.800 Wohnungen genehmigt –  4,8% als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Haushalte  ist in den letzten 25 Jahren um 4,7 Mio. auf jetzt  40 Mio. gestiegen.

Grothkopp fasst zusammen: „Deutschland gilt zu Recht als Paradies für Möbelkäufer. Sie bekommen erstklassige Ware zu besten Preisen in kundenfreundlichem Ambiente mit Erlebnischarakter und werden von gut ausgebildeten Mitarbeitern beraten. Innerhalb des europäischen Möbelhandels nimmt der deutsche Möbelhandel eine vorbildliche Rolle ein und spielt in der Champions League ganz vorne mit.“



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