Österreichische Möbelindustrie
Billigimporte als Herausforderung
Wien (Österreich). Zum Auftakt der Wohnen & Interieur Messe, die noch bis zum 15. März in Wien stattfindet, hat die österreichische Möbelindustrie aktuelle Herausforderungen der Branche aufgegriffen. Im Fokus standen dabei Themen wie Preisdruck aus Asien sowie „Fast Furniture“.
Internationale Billigimporte prägen den österreichischen Möbelmarkt laut dem Verband immer stärker. China zählt inzwischen zu den wichtigsten Lieferländern und erreicht rund 15% Marktanteil am österreichischen Möbelimport. Besonders dynamisch entwickelt sich dabei die Einfuhr aus China. Die Importe sind zuletzt um rund 25% gestiegen.
Ein erheblicher Teil dieser Importe entfällt dabei auf Möbel im unteren Preissegment. Häufig werden diese Produkte unter dem Begriff „Fast Furniture“ zusammengefasst. Gemeint sind Möbel, die meist nur kurze Zeit genutzt werden. Studien zum Konsumverhalten, unter anderem der Nottingham Trent University, zeigen, dass Möbel in diesem Segment häufig nur wenige Jahre verwendet werden, bevor sie ersetzt werden.
In diesem Zusammenhang stehen auch Fragen der Qualität und Produktsicherheit immer wieder in der Diskussion. Bei sehr günstigen Möbeln werden im Rahmen der Marktüberwachung regelmäßig erhöhte Schadstoffwerte oder sicherheitsrelevante Mängel festgestellt, so der Verband. Gerade bei Kindermöbeln seien stabile Konstruktionen und geprüfte Materialien entscheidend.
„Möbel sind keine Wegwerfprodukte“, erklärt Dr. Georg Emprechtinger, Vorsitzender der Österreichischen Möbelindustrie. „Sie werden Teil des Lebens und der Lebensräume, in denen Menschen wohnen. Mit ihnen verbinden sich Erinnerungen und Alltag. Deshalb spielen Wertigkeit, Materialien und Gestaltung eine entscheidende Rolle.“
In Österreich gelten laut dem Verband hohe Qualitäts- und Sicherheitsstandards in der Möbelproduktion. Materialien und Konstruktionen werden geprüft, Möbel unterliegen klaren Normen und Kontrollen. Diese Standards sollen dazu beitragen, dass Produkte langlebig sind und dauerhaft sicher genutzt werden. Mit weiteren Qualitäten wie einem hohen Grad an Reparierbarkeit und multifunktionalen Modellen will sich die heimische Industrie gegen Billigimporte behaupten.