Österreichische Möbelindustrie
Herausforderungen für den Standort Österreich
Wien (Österreich). Die Möbelindustrie in Österreich setzt angesichts großer wirtschaftlicher Herausforderungen auf hohe Qualitätsansprüche, Reformen zur Kostensenkung und fordert zudem politische Anstrengungen zum Bürokratieabbau und gezielte Förderungen für die Branche. Mit diesen Maßnahmen soll der Möbel-Standort Österreich gesichert werden.
Zentrale Problematiken der Branche sind aktuell steigende Energiepreise, hohe Lohnkosten, Druck aus dem südostasiatischen Raum sowie gestiegenen Material- und Rohstoffaufwendungen. Darüber hinaus erhöhen die aktuellen Anforderungen durch die EUDR und die ESPR den Druck auf die Betriebe. Die österreichische Möbelindustrie begegnet diesen Aufgaben laut eigener Aussage mit gezielter Effizienzsteigerung in der Produktion, einem konsequenten Qualitätsfokus, nachhaltigen Geschäftsmodellen und strategischen Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette.
Bürokratische Hürden überwinden
Allerdings wird der Ruf nach politischer Unterstützung lauter. Zwar sei die Transformation in Richtung Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit bei den heimischen Betrieben auf einem guten Weg, werde aber von steigenden Kosten und regulatorischen Aufwendungen begleitet. Um dem entgegenzuwirken, engagiert sich die österreichische Möbelindustrie auf europäischer und nationaler Ebene für einen fairen Wettbewerb und gegen den unverhältnismäßigen Mehraufwand durch die EUDR- und ESPR-Verordnungen. So erlässt die ESPR ab 2027 für Möbel verbindliche Anforderungen an Langlebigkeit, Reparierbarkeit, Wiederverwendbarkeit und Recyclingfähigkeit. Darauf bereitet sich die Branche mit zirkulären Geschäftsmodellen wie Möbel-Leasing, Rücknahmesystemen und Anpassungen von Design bzw. Fertigungsprozessen gemäß neuen Richtlinien vor.
Reformen zur Kostensenkung
Viele Unternehmen prüfen aktuell Einsparmaßnahmen durch Effizienzsteigerungen in der Produktion oder den Ausbau der Eigenversorgung mit Energie wie zum Beispiel Photovoltaik. Die österreichische Möbelindustrie unterstützt deshalb unter anderem das Strompreiskosten-Ausgleichsgesetz für 2025/26, um eine langfristige Absicherung gegenüber dem Energiemarkt zu gewährleisten. Parallel dazu fordert die Interessenvereinigung, die Lohnnebenkosten zu deckeln. Auf diese Weise könnten Lohnstückkosten im internationalen Vergleich gesenkt werden.
Geprüfte Qualität gegen Importe aus Asien
Die Hersteller fordern zudem gegenüber Importen aus Asien faire Handelsbedingungen. So setzt sich die österreichische Möbelindustrie für strengere Kontrollen hinsichtlich Umwelt- und Sozialstandards sowie Schutzmechanismen gegen Marktverzerrungen durch Billigpreise ein. Als anerkanntes Gütesiegel bringe das „Austria Gütezeichen Möbel“ die hohen Ansprüche der heimischen Hersteller zum Ausdruck: Es kennzeichnet Möbel mit über 50% Wertschöpfung in Österreich und überdurchschnittlicher Qualität. Für Verbraucher bedeute das laut eigener Aussage eine wertvolle Orientierungshilfe, Transparenz und Vertrauen.