Österreichischer Büromöbelmarkt
Markterholung ab 2027 erwartet
Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz des Beratungsunternehmens Interconnection Consulting und des Büromöbelherstellers Wiesner-Hager wurden aktuelle Analysen und Prognosen zum österreichischen sowie mittel- und osteuropäischen Büromöbelmarkt (CEE) präsentiert.
Nach einem schwierigen Jahr 2025 stabilisiert sich der österreichische Büromöbelmarkt der Studie zufolge im Jahr 2026. Allein Sitz-Steh-Arbeitsplätze werden bis 2029 voraussichtlich mit einer jährlichen Wachstumsrate von 6,8% zulegen – deutlich schneller als der Gesamtmarkt. Die echte Erholung steht jedoch Interconnection Consulting zufolge noch bevor: Für 2027 wird eine deutliche Beschleunigung des Wachstums erwartet, wobei der Markt im Jahresvergleich um 6,3% expandieren soll.
Der österreichische Büromöbelhersteller Wiesner-Hager erwartet nach den konjunkturbedingten Umsatzrückgängen im Geschäftsjahr 2025/26 für das aktuelle Jahr wieder eine deutliche Stabilisierung des Geschäfts. „Aus heutiger Sicht gehen wir im Wirtschaftsjahr 2026/27 von einer Umsatzsteigerung auf 43 Mio Euro aus – gegenüber 39 Mio Euro im abgelaufenen Jahr“, zeigt sich Geschäftsführerin Laura Wiesner zuversichtlich.
Der österreichische Markt wird 2026 um moderate 1,0% auf 262,3 Mio. Euro wachsen, nachdem er im Vorjahr um 7,9% zurückgegangen war. Mittel- und Osteuropa erholt sich deutlich schneller: Der CEE-Büromöbelmarkt wird 2026 voraussichtlich um 5,3% wachsen und 1,25 Mrd. Euro erreichen, gestützt durch ein stärkeres zugrunde liegendes Wirtschaftswachstum und einen aktiveren Bausektor in der gesamten Region, so das Beratungsunternehmen.
Österreich ist der stärker auf Ergonomie ausgerichtete Markt, auf dem Sitz-Steh-Arbeitsplätze bereits 9,4% des Umsatzes ausmachen, verglichen mit nur 2,5% in Mittel- und Osteuropa. Dieses Segment wächst in Österreich neben Lounge-Sitzmöbeln am schnellsten. In Mittel- und Osteuropa hingegen bleibt der Markt eher traditionell, wobei allein Drehstühle 31,7% des Gesamtumsatzes ausmachen.
In Österreich erfolgen fast 59% des Büromöbelumsatzes direkt vom Hersteller an den Kunden, was ein österreichisches Spezifikum ist. In Mittel- und Osteuropa machen Direktverkäufe nur 39,7% aus. „Mittelfristig hat der CEE-Raum ein sehr hohes Wachstumspotenzial, da es einen Trend zu höherwertigen Lösungen gibt. Hier gibt es noch viel Luft nach oben“, meint Frederik Lehner, Geschäftsführer von InterConnection.
Mit Blick auf die Zukunft wird der Studie zufolge erwartet, dass beide Märkte bis 2029 weiterwachsen werden: Österreich wird ein Volumen von 303,1 Mio. Euro erreichen, während sich der CEE-Markt der Marke von 1,46 Mrd. Euro nähern wird, angetrieben durch anhaltende Investitionen in moderne Arbeitsumgebungen und die fortschreitende Erholung der Bürobaukonjunktur.