AMK
100 Jahre Frankfurter Küche, 70 Jahre AMK
Mannheim. In diesem Jahr gibt es zwei Jubiläen und Meilensteine der modernen Küche zu feiern. Vor 100 Jahren wurde mit der Frankfurter Küche die Idee der modernen Einbauküche geboren. Seit 70 Jahren sorgt die Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V. (AMK) – mehr zur großen Jubiläums-Versammlung in Mannheim lesen Sie in der Sommer-Ausgabe des küche&bad forum – dafür, dass aus dieser Idee ein funktionierendes System wird – industriell herstellbar, individuell planbar und international anschlussfähig.
Meilensteine der Küchenevolution
Vor 100 Jahren entwarf Margarete Schütte-Lihotzky die Frankfurter Küche – ein Meilenstein der Design- und Wohnkultur und der Prototyp der modernen Einbauküche. „Die Frankfurter Küche war der Moment, in dem Küche erstmals als Gesamtkonzept gedacht wurde“, sagt Volker Irle, Geschäftsführer der AMK. „Vorher standen in der Küche einzelne Dinge: ein Ofen, ein Tisch, vielleicht ein Schrank. Mit der Frankfurter Küche wurde daraus ein geplanter Raum – mit Vorbereitung, Kochplatz, Waschplatz und Aufbewahrung. Ohne diesen Schritt gäbe es die moderne Einbauküche, wie wir sie heute kennen, nicht.“
In den 1950er-Jahren kamen dann die ersten Einbaugeräte auf den Markt, Möbel und Geräte rückten enger zusammen, Küchen wurden zunehmend industriell gefertigt. Da die einzelnen Komponenten, aus denen sich eine Küche zusammensetzt, von unterschiedlichen Herstellern kommen, rückte Koordination in den Fokus: Backofen oder Spüle mussten ins Möbel passen. Hitze und Feuchtigkeit durften dem Korpus nichts anhaben. Maße, Materialien, Sicherheit, Anschlüsse und Gestaltung mussten also aufeinander abgestimmt werden.
Vor 70 Jahren wurde deshalb die Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V. gegründet. Am 20. Januar 1956 trafen sich die Vertreter von zwölf Unternehmen in Darmstadt und beschlossen die Gründung der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V. Die Satzung wurde am 26. Mai 1956 gemeinsam mit dem Gründungsprotokoll beim Amtsgericht Darmstadt eingereicht.
Ihr Auftrag war in der Satzung definiert: „Die Vereinigung hat das Ziel, zum Zwecke der erleichterten Haushaltsführung die Einführung moderner An- und Einbauküchen in der Öffentlichkeit zu fördern (…)“ und weiter: „Der Zweck der Vereinigung ist nicht auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb oder eine Gewinnerzielung gerichtet.“
So wurde die AMK zur Plattform einer Branche, die bis heute Möbel, Geräte, Spülen, Zubehör, Handel, Normung, Technik und Verbraucherinformation zusammenführt – und damit der Idee von Schütte-Lihotzky zum Durchbruch verhalf.