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"Der Trend zu höherwertigen Küchen ist ungebrochen"

Volker Irle, AMK-Geschäftsführer. Foto: AMK

Die deutsche Küchenindustrie profitiert weiterhin von der Aufwertung des Zuhauses in Pandemiezeiten. „Die Nachfrage nach individuell geplanten Küchen ist trotz der schwierigen Rahmenbedingungen nach wie vor gut“, berichtete Frank Jüttner, Vorstandssprecher der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V. (AMK), auf der AMK-Wirtschaftspressekonferenz in Köln.  

Laut amtlicher Statistik steigerten die deutschen Küchenmöbelproduzenten ihren Umsatz in den ersten vier Monaten dieses Jahres um 13% auf 2,1 Mrd. Euro. Dabei legte der Export um 13,4% zu, auf dem Heimatmarkt gelang ein Plus von 12,6%.  

„Der Trend zu höherwertigeren Küchen ist ungebrochen“, stellte Jüttner fest. So gaben die Verbraucher laut GfK im vergangenen Jahr im Fachhandel durchschnittlich 10.337 Euro für eine neue Küche aus. Dies entspricht einem Anstieg von 659 Euro oder knapp 7% im Vergleich zum Vorjahr. „Die Ansprüche der Kunden im Hinblick auf die Ausstattung der Küche steigen stetig“, sagte Jüttner. Neben dem Design und den Materialien betreffe dies auch die Hausgeräte und Stauraumfunktionen. Beim Anstieg des Durchschnittspreises hätten aber auch Preiseffekte aufgrund der Materialverteuerung eine Rolle gespielt.  

In seinem Ausblick für die zweite Jahreshälfte machte AMK-Vorstandssprecher Markus Sander auf Chancen, aber auch auf erhebliche Risiken aufmerksam. Zwar werde der Stellenwert des Themas Küche weiter hoch bleiben, auch stabilisiere sich der Wohnungsbau derzeit auf hohem Niveau. Jedoch führten der Ukraine-Krieg und die Inflation zu Verunsicherungen bei den Verbrauchern. Darüber hinaus stellten die massiv steigenden Rohstoff- und Transportkosten eine große Herausforderung für Industrie und Handel dar. Dazu komme der Containerstau vor den chinesischen Häfen. Die dadurch verursachten Störungen in den Lieferketten entwickelten sich zur großen Belastung – auch über das laufende Jahr hinaus. „Die weltweite Vernetzung in der Produktion von Chip-Modulen wird zu einer anhaltend angespannten Chipversorgung führen“, sagte Sander.  

Bei der Rückschau auf das vergangene Jahr bezeichnete Volker Irle, AMK-Geschäftsführer, den Geschäftsverlauf der deutschen Küchenindustrie – dazu zählen die Hersteller von Küchenmöbeln, Hausgeräten, Spülen und Küchenzubehör – als erfreulich. Der Umsatz der deutschen Küchenmöbelproduzenten legte im Jahr 2021 laut den amtlichen Zahlen auf 5,7 Mrd. Euro zu. Dies entspricht nach den Auswertungen des Verbands der Deutschen Küchenmöbelindustrie (VdDK) einem Zuwachs von 8,6% gegenüber dem Vorjahr. Während im Jahr 2020 noch der Inlandsmarkt die große Stütze gewesen war, wurde im Jahr 2021 die Erholung der Exportmärkte zum Treiber des Umsatzwachstums.  

Auch die Hersteller von Hausgeräten profitierten im vergangenen Jahr von der gestiegenen Küchennachfrage. Das Umsatzplus bei Elektro-Großgeräten, darunter auch den Modellen für die Küche, betrug 5%.  

Der heimische Küchenhandel verzeichnete unterdessen im vergangenen Jahr laut GfK bei Küchenmöbeln eine um 3% gestiegene Verkaufsmenge. Der Verkaufsumsatz zog um 10% an.  

Im Trend liegen weiterhin grifflose Küchen mit klaren Linien. Holz findet man im Augenblick in Küchen in Kombination mit anderen Materialien, beispielsweise Naturstein, wie Irle berichtete. Diese minimalistischen Designküchen sind gerne mit beleuchteten Vitrinen ausgestattet, sie sorgen für eine wohnliche Atmosphäre. Fronten mit matten Anti-Fingerprint-Oberflächen und dazu farblich angepasste Arbeitsplatten liegen weiterhin stark im Trend. Dazu kommen hocheingebaute Geräte, die in der Frontenfarbe ein einheitliches Bild ergeben. Stark nachgefragt sind noch immer Küchen im Industrial Look, die Loft-Atmosphäre liegt besonders bei Männern im Trend. Küchenarmaturen mit einem Trinkwassersystem für gefiltertes gekühltes, stilles, medium oder sprudelndes Wasser kommen häufig zum Einsatz. Bei den Farben bleibt der Trend bei weißer oder dunkler Optik.


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