AMK-Wirtschaftspressekonferenz
Küchenbranche kommt bisher gut durch die Krise

AMK-Geschäftsführer Volker Irle informierte heute über die Lage der deutschen Küchenbranche. Foto: AMK

Die Küche ist dank der Aufwertung des Zuhauses bislang gut durch die Pandemie gekommen. „Die Bedeutung des Home Cooking und die Bereitschaft zu Investitionen in die eigenen vier Wände sind in der Corona-Krise deutlich gestiegen“, stellte Roland Hagenbucher, Vorstandssprecher der Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche e.V. (AMK), auf der heutigen virtuellen AMK-Wirtschaftspressekonferenz fest. „Das Interesse und der Bedarf an individuell geplanten Einbauküchen haben spürbar zugelegt – und tun dies auch weiterhin.“

Dass der Stellenwert der Küche zugenommen hat, zeigt der Trend zu höherwertigen Küchen. Wie die GfK ermittelte, gab ein Kunde im vergangenen Jahr im Fachhandel im Durchschnitt 9.678 Euro für eine neue Küche aus – 425 Euro oder 4,6% mehr als 2019. „Nachgefragt wird eine immer hochwertigere Ausstattung der Küche im Hinblick auf die Materialien, die Funktionalitäten und die Elektrogeräte“, berichtete AMK-Vorstandssprecher Markus Sander.

Mit dem Geschäftsverlauf der deutschen Küchenindustrie – also der Hersteller von Küchenmöbeln, Elektro-/Einbaugeräten, Spülen und Küchenzubehör – im Jahr 2020 zeigten sich die AMK-Vorstandssprecher zufrieden. „Dank der immensen Anstrengungen in Industrie und Handel konnte die Branche trotz des Lockdowns und der coronabedingten Herausforderungen für die Produktion weiter zulegen“, sagte Hagenbucher. Positive Impulse kamen neben der Aufwertung des eigenen Zuhauses auch vom Wohnungsbau. So stieg die Anzahl der zum Bau genehmigten Wohnungen mit 368.400 um knapp 8.000 oder 2,2% gegenüber 2019.

Die deutschen Küchenmöbelproduzenten steigerten ihren Umsatz nach Angaben des Verbands der Deutschen Küchenmöbelindustrie (VdDK) im vergangenen Jahr um 4,5% auf 5,26 Mrd. Euro. Erstmals seit geraumer Zeit entwickelte sich der Inlandsmarkt (plus 7,76%) besser als das Auslandsgeschäft (plus 0,06%). Der positive Verlauf des Küchenmarkts spiegelt sich auch bei den Hausgeräten wider: Die hiesigen Handelsumsätze mit Elektro-Großgeräten, darunter auch denjenigen für die Küche, legten laut GfK um 10,4% auf 10 Mrd. Euro zu. Der heimische Küchenhandel profitierte stark von der erhöhten Ausgabebereitschaft der Küchenkäufer: Während die Verkaufsmenge um 5% stieg, kletterte der Verkaufsumsatz um knapp 10%, wie die GfK ermittelte.

Für das laufende Jahr zeigt sich die deutsche Küchenbranche trotz der Unsicherheiten infolge der Pandemie zuversichtlich gestimmt. „Angesichts der weiterhin starken Baukonjunktur und des nachhaltigen Interesses der Konsumenten an höherwertigen Küchen bieten sich auch im Jahr 2021 Wachstumschancen“, skizzierte Sander die Erwartungen. Allerdings dürften die mit der Coronakrise verbundenen Risiken nicht aus dem Blick geraten, die sich unter anderem aus instabilen Lieferketten ergäben. Hinzu kommt, dass bereits die Nachfrage für die Monate Januar bis März 2021 laut Auftragspaneel der Küchenmöbelindustrie nachgegeben hat. Die aktuell noch guten monatlichen Umsatzwerte resultieren demnach aus der hohen Auftragslage von Ende 2020.

Eine hohe Bedeutung innerhalb der deutschen Küchenbranche kommt auch künftig dem Aspekt Nachhaltigkeit zu, wie AMK-Geschäftsführer Volker Irle auf Basis einer aktuellen Umfrage unter den 147 AMK-Mitgliedsbetrieben berichtete. „Unsere Unternehmen in der Küchenindustrie und dem Küchenhandel treiben das Thema mit großem Engagement voran.“

Einen ausführlichen Bericht dazu sowie weiteren Hintergründen zur aktuellen Lage der Küchenbranche lesen Sie in der Mai-Ausgabe des küche&bad forum.


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