Aquinos Bedding Germany
Schlaraffia geht in die Insolvenz

Foto: Schlaraffia

Es hatte sich bereits seit längerer Zeit angedeutet, nun besteht Gewissheit: Aquinos Bedding Germany mit der bekannten Marke Schlaraffia hat Insolvenz angemeldet. Das Amtsgericht Bochum hat am 11. Juli um 13.09 Uhr ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingeleitet und Rechtsanwältin Frauke Heier aus Bochum zur vorläufigen Insolvenzverwalterin bestellt. 

Im März 2022 hatte die portugiesische Aquinos-Guppe den traditionsreichen Betten- und Matratzenhersteller von der Recticel-Gruppe übernommen. Bereits seit längerer Zeit wurde in der Branche über finanzielle Schwierigkeiten spekuliert, Händler klagten über ausbleibende Lieferungen, und zuletzt wurde auf der Hometex-Messe in Bad Salzuflen hinter vorgehaltener Hand berichtet, dass Schlaraffia-Flächen im Handel freigeräumt würden. Offiziell jedoch drang nichts nach außen, Geschäftsführer Carlos Manuel Ribeiro de Aquino hüllt sich in Schweigen, sah nun aber offenbar keinen anderen Ausweg als den Gang zum Amtsgericht. 

Schlaraffia ist eine der bekanntesten Marken im Schlafsegment mit Boxspring-, Polster und Sofabetten, Matratzen, Lattenrosten. Zuletzt wurde in Bochum mit viel Engagement daran gearbeitet, die Produkte kreislauffähig zu machen. Die Aquinos-Gruppe wurde 1985 gegründet und ist Hersteller von Polstermöbeln und Schlafsystemen mit Sitz im portugiesischen Sinde. Die Gruppe erwirtschaftete zuletzt nach eigenen Angaben einen Umsatz von über 600 Mio. Euro und beschäftigte mehr als 5.000 Mitarbeiter, die sich auf 20 Produktionsstätten in ganz Europa verteilen. Erst im Mai hatte das Unternehmen seine belgische Tochterfirma verkauft.

Laut dem Beschluss des Amtsgerichtes Bochum unter dem Aktenzeichen 80 IN 500/25 sind Verfügungen über das Vermögen der Aquinos Bedding Germany GmbH nur noch mit Zustimmung der vorläufigen Insolvenzverwalterin wirksam. Allen Schuldnern wurde untersagt, noch Zahlungen direkt das Unternehmen zu leisten. Stattdessen sind Forderungen und Bankguthaben ab sofort ausschließlich an die vorläufige Insolvenzverwalterin zu richten, die damit beauftragt ist, diese Mittel treuhänderisch zu sichern. Geschäftsführung und Insolvenzverwalterin müssen nun die wirtschaftliche Situation prüfen und klären, ob eine Sanierung in Bochum möglich ist.


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