Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche
Treibt Digitalisierung technischer Einbaudaten voran
Mannheim. Die Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK) hat mit der AMK-Einbaudatenbank eine gemeinsame Plattform für die Küchenmöbelindustrie, Hersteller von Einbaueinheiten und perspektivisch weiteren Marktpartner geschaffen. Ziel dabei sei es, Planungs- und Produktionsprozesse sicherer, effizienter und datenbasiert zu gestalten.
Bislang fehlt der Branche eine einheitliche, digital nutzbare Plattform, über die relevante Einbaumaße und technische Parameter strukturiert bereitgestellt werden können. Mit der AMK-Einbaudatenbank soll diese Lücke geschlossen werden: Die Datenbank werde als zentrale Branchenlösung konzipiert, in der relevante Einbaudaten gebündelt, gepflegt und für die weitere Nutzung digital verfügbar gemacht werden sollen. Sie soll die notwendigen Informationen nicht nur sammeln, sondern in verwertbare, standardisierte Datensätze überführen.
Ausgangspunkt des Projekts ist die folgende Herausforderung der Branche: Küchenfachhändler bestellen in Verbindung mit Elektrogeräten oder anderem Einbauzubehör häufig Platzhalter- beziehungsweise „Dummy“-Schränke. In der Folge müssen Küchenmöbelhersteller die exakten Produktcodes, Einbaumaße und technischen Anforderungen nachträglich klären. Auch die Hersteller von Einbaueinheiten stellen heute vielfach primär Verkaufsinformationen bereit, jedoch keine oder nur unvollständige Einbaumaße, so die AMK.
Die AMK-Einbaudatenbank will an dieser Schnittstelle ansetzen: Die AG Technik & Normung definiert die notwendigen Einbaumaße und Parameter. Relevante Daten sollen beispielsweise über bestehende Standards und neutrale Datenwege gemeldet werden; bereits im Markt befindliche Produkte können nachgemeldet oder über Dienstleister eingepflegt werden. Küchenmöbelhersteller sollen die benötigten Daten künftig automatisch über eine Schnittstelle aus der AMK-Einbaudatenbank beziehen können.
Nach Darstellung der AMK sind alle relevanten Stakeholder – Datenlieferanten und Datennutzer – eingebunden. Das 2023 gestartete Projektteam „Branchendatenbank“ befasst sich unter anderem mit der Festlegung der Produktgruppen, der Definition benötigter Daten je Produktgruppe, den Schnittstellen für die automatische Datenlieferung und der praxisnahen Umsetzung auf Seiten der Datenlieferanten.
Ein besonderer Vorteil liege in der breiten Abdeckung. Während bestehende Datenbanklösungen bislang vor allem klassische Hausgerätebereiche wie Herde, Backöfen, Mulden, Hauben, Kühlen und Gefrieren, Geschirrspüler oder Waschmaschinen adressieren, soll die AMK-Branchendatenbank deutlich mehr Produktgruppen umfassen. Genannt werden insgesamt 16 Produktgruppen, darunter zusätzlich Spülen, Mischbatterien, Abfallsysteme, Lichttechnik, Steckdosen, Stützelemente, Schrankausstattung, Nischenausstattung, Lüftungstechnik und Interieur. Laut AMK liegen bereits Informationen von 587 Lieferanten vor, die aktuell in digital nutzbare Datensätze umgewandelt werden.
Für die Küchenmöbelindustrie soll die zentrale Datenbank vor allem mehr Planungs- und Produktionssicherheit ermöglichen. Küchenhersteller erhalten laut AMK aus einer Datenbank alle benötigten Informationen von Einbau-Units, also von Produkten, die einen Zuschnitt oder eine Raumforderung aufweisen. Gleichzeitig sollen fehlende oder fehlerhafte Daten reduziert, Rückfragen im Küchenfachhandel und bei Herstellern verringert und Probleme in der Nachplanung minimiert werden.