Architekturbarometer im ersten Quartal 2026
Positive Trendwende erkennbar
Düsseldorf. Das Auftragsbarometer der deutschen Architekturfirmen ist im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2 Punkte auf einen Wert von 552 Zählern gesunken. Zwar blieb die Entwicklung rückläufig, aber mittlerweile nur noch leicht und kurz vor einer positiven Trendwende, wie die neue Erhebung aus dem Europäischen Architekturbarometer der USP Marketing Consultancy zeigt.
Im ersten Quartal 2025 hatte das Auftragsbarometer noch auf einen Schlag einen Rückgang von 18 Punkten verkraften müssen. Trotz leichtem Rückgang des Index-Indikators stabilisiert sich der Architekturmarkt weiter. Der Anteil von Architekten, die in den kommenden zwölf Monaten leere Auftragsbücher befürchten, bleibt laut der Studie mit 8% niedrig und dabei halb so groß wie im Europaschnitt.
Architekturbüros, die Verschiebungen oder Stornierungen einzelner Projekte hinnehmen mussten, gab es im ersten Quartal 2026 jedoch wieder etwas mehr als zuvor: Bei mehr als jedem dritten Unternehmen wurde mindestens ein Projekt im ersten Quartal vorerst auf Eis gelegt. Mindestens ein komplett gestrichenes Projekt hatte ein Fünftel der Architekten zu beklagen. Im Gegensatz zu anderen volatilen Zeiten, wie während der Covid-Pandemie 2020, gibt es derzeit laut den Experten aber keinen großen Schub bei abgesagten oder verschobenen Projekten.
Der Nahostkonflikt entfaltet schleichend seine Wirkung
Allerdings werfen die Folgen der Nahostkrise bereits seit Ende des ersten Quartals ihre Schatten auf den Architekturmarkt in Deutschland und Europa. Studienleiter Jeroen de Gruijl sagt: „Marktübergreifend erwartet eine klare Mehrheit, dass geopolitische Instabilität und steigende Energiepreise die Bautätigkeit in den kommenden zwölf Monaten negativ beeinflussen werden. Die Wirkung zeigt sich weniger in einer direkten Störung von Projekten. Vielmehr entsteht ein zunehmender Kostendruck, wobei sich steigende Materialkosten länderübergreifend als die mit Abstand bedeutendste Herausforderung erweisen.“ Auch ein verringertes Investorenvertrauen, Projektverzögerungen und Projektstornierungen würden von den Architekten weiterhin erwartet, berichtet de Gruijl weiter – wenngleich in wesentlich geringerem Ausmaß.
Die USP-Gruppe, zu der das Düsseldorfer Marktforschungsunternehmen BauInfoConsult gehört, misst seit 2009 jedes Quartal die Auftragskonjunktur bei Architekturfirmen in mehreren europäischen Märkten. Das internationale Architekturbarometer wird alle vier Monate unter mehr als 1.000 telefonisch befragten Unternehmen erhoben, davon 125 in Deutschland.
