Bönning + Sommer
Weitere Insolvenz in der Matratzenbranche
Die schlechten Nachrichten für die Matratzenbranche reißen nicht ab. Jetzt musste auch das Warburger Familienunternehmen Bönning und Sommer Insolvenz anmelden. Das berichten mehrere lokale und überregionale Medien.
Laut diesen Berichten sind von der Insolvenz 109 Mitarbeiter betroffen und der Rechtsanwalt Dr. Yorck Tilman Streitbörger wurde zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Die Produktion läuft vorerst weiter, die Gehälter sind für die nächsten drei Monate durch das Insolvenzgeld gesichert.
Bönning und Sommer ist nicht nur selbst als großer Matratzenhersteller mit bis zu 300.000 Produktionseinheiten jährlich aktiv, sondern auch als großer Zulieferer anderer Hersteller. 2024 wurde sogar noch die Schäumerei La Pur der insolventen Breckle Northeim übernommen, die seitdem unter dem Namen BS Foam Schaumstoffe für die eigene Produktion und für andere Marktteilnehmer herstellt. Ausdrücklich nicht von der Insolvenz betroffen ist die Paar GmbH, die ebenfalls in ehemaligen Hallen von Breckle Northeim arbeitet und als Matratzenhersteller erfolgreich ist.
Bundesweite Schlagzeilen
Die Insolvenz erreichte bundesweite Aufmerksamkeit in den Medien, weil Insolvenzverwalter Dr. Streitbörger unter anderem dem Branchenriesen Ikea eine Mitschuld an der Lage gab. So zitieren unter anderem bild.de, die Hannoversche Allgemeine Zeitung und Merkur.de den Insolvenzverwalter wie folgt: „In der Matratzenbranche findet seit Jahren ein Verdrängungswettbewerb statt. Bei acht Millionen Matratzen, die in Deutschland pro Jahr verkauft werden, wollen alle was vom Kuchen abhaben.“ Und ein weiterer Grund könnte laut Streitbörger sein, dass „in diesem Bereich Ikea stark expandiert – mit neuen Produktionen und Lieferanten aus Osteuropa.“ (Zitiert nach merkur.de).
Nicht zuletzt lohne sich laut Dr. Streitbörger dank neuer, platzsparender Verpackungsmethoden auch der Import von Matratzen aus China, was den Druck auf einheimische Produzenten weiter erhöhe.