Bau- und Gartenfachmärkte
Schwieriges Geschäftsjahr 2025
Köln. Das Geschäftsjahr 2025 hat sich für die Bau- und Gartenfachmärkte in der DACH-Region erneut schwierig gestaltet: Der Markt in Deutschland hat einen Umsatz von 20,58 Mrd. Euro erwirtschaftet, was einem Rückgang von 1,6% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Auch in der Schweiz bleibt der Umsatz von 3,35 Mrd. CHF nominal bei einem Minus von 1,3%. In Österreich steht mit einem Umsatz von 3,10 Mrd. Euro hingegen ein minimales Plus von 0,2% zu Buche. Das geht aus den Zahlen des Handelsverbands Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) hervor.
Die deutschen Kunden sparen bei Wohnen/Dekoration (-6,2%), bei Fliesen (-5,0%) sowie bei Haushaltswaren und Gartengeräten (jeweils -4,1%) am meisten. Dass aber die Sanierungstätigkeit nicht gänzlich brach liegt, zeigt die Entwicklung im Bereich Wand/Boden (+1,7%), die allerdings mit Holz und Gartenausstattung (jeweils +0,5%) über das Gesamtjahr die einzigen Sortimente im Plus bleiben.
In Österreich entwickelten sich einige Sortimentsteile umsatztechnisch deutlich besser, was allerdings zum Teil der höheren Inflationsquote von 3,2% geschuldet ist. Allerdings sind die deutlichen Anstiege bei Bauchemie/Baumaterial (+5,2%), Holz (+6,8%) und Bauelemente (+6,8%) ein Zeichen, dass sich die Zurückhaltung gerade im SanReMo-Segment allmählich auflöst. Ambivalente Werte verzeichnet die Schweiz: Hier sind sowohl die Produktgruppe mit dem stärksten Anstieg (Gartengeräte, Be- und Entwässerung +3,1%) wie auch die mit den größten Umsatzverlusten (Gartenmöbel, -11,1%) im positiven Bereich zu finden. Verloren hat auch hier der Bereich Wohnen/Dekoration mit -8,0%.
Die stationäre Bau- und Gartenfachszenerie in Deutschland macht nach wie vor den Löwenanteil des Marktes aus. Allerdings wird die Verkaufsfläche auch in diesem Jahr wieder kleiner, sogar etwas spürbarer als in den Vorjahren. Laut der jüngsten Erhebung der Gesellschaft für Markt- und Betriebsanalyse (Gemaba) haben sich im Jahr 2025 insgesamt 26 Baumärkte (größer als 1.000 qm) aus dem Netz verabschiedet, so dass Stand Februar noch 2.004 Märkte die Versorgung in Deutschland abbilden. Allerdings sind bereits weitere Schließungen angekündigt, sodass die 2.000er-Grenze in Kürze unterschritten werde, so Gemaba. Dies war letztmalig im Jahr 1993 der Fall.
Peter Abraham, Sprecher des BHB-Vorstands, sagt: „Während der Markt in Deutschland und der Schweiz durch Konsumzurückhaltung und globale politische Spannungen leichte Umsatzrückgänge verzeichnete, konnte sich Österreich auf einem stabilen Niveau halten. Die Branche kämpft aktuell besonders mit hoher Bürokratie, steigenden Kosten und einer generellen Verunsicherung der Verbraucher, die Investitionen in ihr Eigenheim aufschieben. Die Budgets der Kundinnen und Kunden flossen verstärkt in Bereiche wie Urlaub, Freizeitaktivitäten und Gastronomie statt in Bau- und Gartenmärkte. Dennoch zeigen steigende Baugenehmigungen und ein hoher Sanierungs- und Renovierungsbedarf erste Anzeichen für eine konjunkturelle Erholung, die in diesem Jahr spürbar beginnen sollte. Erste Zahlen weisen da bereits in die richtige Richtung.“