Bauhaus-Museum Weimar
Einblicke ins neue Bauhaus-Museum Weimar (mit Bilderstrecke)

Fotos: Andrew Alberts/Copyright: heike hanada laboratory of art and architecture 2019

Mit einem großen Festwochenende am 6. und 7. April 2019 feierte Weimar die Eröffnung des Bauhaus-Museums. Am Gründungsort des Staatlichen Bauhauses wird das Museum als offener Ort der Diskussion, der Auseinandersetzung und der sinnlichen Erfahrung an die frühe Phase der bedeutendsten Design- und Kunstschule des 20. Jahrhunderts erinnern und die Schätze der weltweit ältesten Bauhaus-Sammlung erstmals umfassend inszenieren.

Die Architektur

In einem minimalistischen, nachts eindrucksvoll leuchtenden Kubus der Architektin Heike Hanada zeigt das Bauhaus-Museum auf fünf Raumebenen und 2.000 qm Ausstellungsfläche die Relevanz des Bauhauses für die Gegenwart. Ausgehend von der – auf Walter Gropius zurückgehenden – Frage „Wie wollen wir zusammenleben?“ verknüpft es dabei Bauhaus-Geschichte mit Fragen zur Lebensgestaltung von Heute und Morgen.

Die Eröffnung des neuen Bauhaus-Museums Weimar bildet einen der Höhepunkte im Bauhaus-Jubiläumsjahr 2019 und zieht einmal mehr die Blicke der Welt auf dieses moderne Erbe und auf einen der erfolgreichsten kulturellen Exportartikel Deutschlands aus dem 20. Jahrhundert. Bereits im Jahr 2012 beauftragte die Klassik Stiftung Heike Hanada als leitende Architektin.

Heike Hanadas Statement zur Eröffnung: „Nach vielen Jahren des Planens und Bauens ist es endlich soweit. Ein Gebäude mit einer markanten stadträumlichen Präsenz ist entstanden. Das Museum ist reduziert auf einen geometrisch klaren Körper. Die Hülle aus hellgrauem Beton verleiht der Kubatur Festigkeit und plastische Massivität. Besonders am Herzen lag mir die Vernetzung zwischen Stadt und Park, denn das Museum ist definiert über seine Funktion für den öffentlichen Raum. Dies spiegelt sich auch in der Innenraumkonzeption mit doppelgeschossigen Lufträumen und Kaskadentreppen wider, die zum Flanieren und Verweilen einladen.“

Das Bauhaus-Museum als neuer Kulturstandort

Thüringens Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff hebt hervor: „ Das neue Bauhaus-Museum ist ein Highlight des ohnehin attraktiven Thüringer Kulturstandortes mit seiner hervorragenden Museumslandschaft. Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, im vorgesehenen Zeitrahmen und im Rahmen der bereitgestellten öffentlichen Mittel das Museum zu planen und zu errichten.

Wir eröffnen einen neuen Ort, der nicht nur die Auseinandersetzung mit den Ideen dieser weltweit bedeutsamen Schule für Kunst, Architektur und Design ermöglicht. Vis-a-vis des früheren Gauforums, in das im kommenden Jahr die Dauerausstellung ‚Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangs-arbeiter und der Krieg’ einziehen wird, ist das Museum auch ein Ort der Auseinandersetzung mit den Brüchen und Widersprüchen der Moderne, die sich in Weimar wie in einem Brennglas bündeln.“

Aktuelle Ausstellungen rund um das Bauhaus-Museum

Die erste Ausstellung im Bauhaus-Museum heißt „Das Bauhaus kommt aus Weimar“. Die zeitgleich eröffnende Ausstellung „Van de Velde, Nietzsche und die Moderne um 1900“ im unmittelbar benachbarten (1869 erbauten, historischen) Neuen Museum Weimar korrespondiert mit der Präsentation im Bauhaus-Museum. Hier steht die Vorgeschichte des Bauhauses mit herausragenden Werken des Realismus, Impressionismus und Jugendstils im Zentrum. Die Exponate vermitteln eine gleichermaßen glanzvolle wie widersprüchliche Epoche mit vielen Bezügen zur Gegenwart.

Ab dem 18. Mai 2019 wird eine neue Ausstellung im Haus Am Horn einzelne Aspekte der Ausstellung im Bauhaus-Museum aufgreifen. Als einzige Bauhaus-Architektur in Weimar und Teil des UNESCO-Welterbes wird das Haus Am Horn die Idee des modernen Wohnens erfahrbar machen. Im Zusammenspiel mit einem innovativen Vermittlungsprogramm wie der App Bauhaus+ mit begleitenden multimedialen Informationen und Audiotouren werden die neuen Ausstellungen zeitgenössische Perspektiven auf die Wirkungsgeschichte der Moderne bieten und Weimar dabei als einen Ort dieser Moderne ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken.

Zur Eröffnung bildeten sich am Bauhaus-Museum und am Neuen Museum durchgehend lange Schlangen. Die Ausstellungen „Das Bauhaus kommt aus Weimar“ im Bauhaus-Museum und „Van de Velde, Nietzsche und die Moderne um 1900“ im Neuen Museum fanden großen Zuspruch. Unter den gut besuchten Vermittlungsangeboten lockte zum Beispiel das „Buchwerk“, eine der Werkstätten im Neuen Museum, mit der Möglichkeit, selbst Bücher zu binden und zu vergolden, Interessierte an. Im Bauhaus-Museum erweckten die über das Haus verteilten „Bauhaus Aktöre“ Exponate zum Leben und tauschten sich mit den Besuchern über die Themen der Ausstellung aus.

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