bdia
Fordert eine wirksame „Bauwende“

Berlin. Der Bund Deutscher Innenarchitektinnen und Innenarchitekten (bdia) begrüßt das Klimaschutzprogramm 2026, das das Bundeskabinett am gestrigen 25. März beschlossen hat. Der Verband fordert jedoch stärkere Fokussierung auf Energieeffizienz, Sanierung und soziale Flankierung im Gebäudesektor, um eine wirksame „Bauwende“ zu realisieren.  

Der Gebäudesektor steht laut bdia unter erheblichem Transformationsdruck. Die aktuellen Emissionsdaten zeigen, dass die Klimaziele nur erreichbar sind, wenn der Fokus konsequent auf den Bestand gelegt wird. Hier liege die zentrale Kompetenz der Innenarchitektur: im Weiterbauen, Umnutzen und intelligenten Transformieren bestehender Gebäude. „Klimaschutz im Gebäudebestand gelingt nur mit qualifizierter Planung und Innenarchitektinnen und Innenarchitekten gehören zwingend dazu“, erklärt die Bundesgeschäftsführung des bdia. „Sie sind die Fachplaner für die nachhaltige Transformation im Inneren von Gebäuden, wo Nutzung, Material und Energie zusammenkommen.“

Was im Klimaschutzprogramm fehle, sei ein stringentes Gesamtkonzept für klimagerechtes Planen und Bauen im Bestand. Insbesondere folgende Punkte müssen laut dem Verband nachgeschärft werden:

  • Bestandserhalt und Umnutzung vor Neubau priorisieren
  • Innenarchitektonische Planung als eigenständige, förderfähige Leistung anerkennen
  • Verbindliche Rahmenbedingungen und Anreize für zirkuläres Bauen schaffen
  • Materialeffizienz und Lebenszyklusbetrachtung systematisch in Förderprogramme integrieren

Innenarchitekten würden einen wesentlichen Beitrag zur CO₂-Reduktion leisten, indem sie bestehende Strukturen neu denken, Flächen effizient nutzen und ressourcenschonende Materialien einsetzen. Ihre Rolle sei insbesondere im Kontext der Kreislaufwirtschaft zentral, etwa durch Wiederverwendung von Bauteilen und die Planung langlebiger Innenräume. Ohne eine angemessene finanzielle Berücksichtigung dieser Planungsleistungen bleibt das Programm jedoch laut bdia wirkungsschwach. Planung im Bestand sei komplex und zeitintensiv, aber entscheidend für den Erfolg der Maßnahmen.

Der bdia fordert daher eine klare Nachschärfung des Programms in folgenden Punkten:

  • Ausbau der Fördermittel für Planungsleistungen im Bestand
  • Gezielte Förderung von Umnutzung und Umbau statt Abriss und Neubau
  • Finanzielle Anreize für zirkuläre Materialkonzepte
  • Mehr Planungs- und Investitionssicherheit für alle am Bau Beteiligten

„Wer die Bauwende ernst meint, muss die Planung dort stärken, wo sie den größten Hebel hat, und dieser ist der Bestand“, so Professor Carsten Wiewiorra, Präsident des bdia. „Innenarchitektur ist kein nachgelagerter Gestaltungsschritt, sondern ein zentraler Baustein für Klimaschutz, Ressourcenschonung und zukunftsfähige Nutzungskonzepte“, ergänzt Bundesgeschäftsführerin Mandy Heinrichson.


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