Bundesverband Industrie Kommunikation e. V. (BVIK)
Coronavirus bremst Messewirtschaft aus

„Es geht um Schadensbegrenzung“, sagt Ramona Kaden, Geschäftsführerin und Vorstand des BVIK. Foto: Privat

Der Bundesverband Industrie Kommunikation (BVIK) warnt vor den Auswirkungen, die Absagen und Verschiebungen von Messen auf die Industrie und Handel haben. Insbesondere der Mittelstand habe mit einem erhöhten wirtschaftlichen Risiko zu kämpfen, so der BVIK. 

Mit rund zehn Mio. Besuchern und 178 überregionalen Messen zählt Deutschland zu den wichtigsten Messeplätzen weltweit. Für die Investitionsgüterindustrie – u. a. auch die Möbelindustrie – bedeuten Terminverschiebungen oder gar Absagen, einen ihrer Hauptauftragswege zu verlieren.  Auch für Unternehmen im Bereich Messebau, Hotellerie und Gastronomie droht schwerer wirtschaftlicher Schaden. Allein für den Bereich Messebau hat das Research Institute for Exhibition and Live-Communication (R.I.F.E.L.) den Schaden auf 670 Mio. Euro, den Gesamtschaden der Messewirtschaft sogar auf über 1,6 Mrd. Euro beziffert.

Einbußen im Vertrieb und für persönlichen Kontakt

„Es ist zu befürchten, dass viele Anbieter die Krise nicht überleben und im großen Umfang Arbeitsplätze in Deutschland verloren gehen werden“, warnt Rainer Pfeil, Vorstand des BVIK. Messestände sind heutzutage hochtechnisierte, designorientierte, sehr komplexe Konstrukte, an denen eine Vielzahl von Gewerken und High-Tech-Dienstleistern beteiligt sind. Durchschnittlich sind in den letzten Jahren knapp 40% des jährlichen Marketing-Budgets von Industrieunternehmen in den Bereich Messe geflossen, wie die BVIK-Studie „B2B-Marketing-Budgets“ belegt.Großveranstaltungen wie Messen abzusagen, bedeutet aber nicht nur einen immensen Schaden im Marketing-Bereich, sondern auch im Vertrieb durch ausbleibende Aufträge des Messegeschäfts. Darüber hinaus fehlt dadurch eine wichtige Plattform für den persönlichen Kontakt mit Kunden.

Digitalisierung gestalten

„Einerseits geht es jetzt um Schadensbegrenzung und andererseits zugleich darum, den Weg nach vorne zu gestalten. Das derzeitige Geschehen ist wahrscheinlich der letzte, entscheidende Ruck nach vorn für die Digitalisierung im B2B-Marketing. Digitale Kommunikations- und Vertriebswege zu installieren, verursacht jedoch hohe Kosten – jetzt Marketing-Budgets zu kürzen, wäre daher die denkbar schlechteste Maßnahme“, erläutert Ramona Kaden, Geschäftsführerin und Vorstand des BVIK.

Die Mehrkosten auf der einen Seite und die zu erwartenden Umsatzeinbußen durch entgangene Messeaufträge auf der anderen Seite werden keinesfalls spurlos an der mittelständischen Industrie und dem deutschen Arbeitsmarkt vorübergehen.


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