Daten Competence Center e.V.
Fachbeirat Handel gegründet

Rund 45 Akteure begleiteten die Gründungsveranstaltung des DCC-FB Handel in Frankfurt. Foto: DCC

Nach über einjähriger Vorarbeit wurde am 14. Januar der neue Fachbeirat Handel im Daten Competence Center e.V. (Herford) gegründet. Der Einladung von DCC-Geschäftsführer Dr. Olaf Plümer ins Conference-Center des Frankfurter Flughafens waren über 45 interessierte Branchenvertreter gefolgt und verabschiedeten die ersten Arbeitsschritte: „Die Reihen schließen sich“, vermeldet das DCC. Das DCC, derzeit 56 Mitgliedsunternehmen stark, ist auf Expansionskurs. Waren bisher 25 Küchen- und Badmöbelhersteller, 20 Polstermöbelunternehmen, 20 Wohnmöbelproduzenten plus verschiedene Handelshäuser sowie acht DCC-Dienstleister in den Fachbeiräten Küche/Bad, Polster und Wohnen organisiert, krönt übergreifend nun seit gut einer Woche der Fachbeirat Handel die operativen Strukturen. Dieser Entwicklungsschritt ziehe einen deutlichen Akzeptanzzuwachs hinsichtlich der Datenkommunikation nach sich, resümmiert Dr. Plümer: „Alles ist gut, was uns näher zusammenbringt“. Denn Daten und deren standardisierte Kommunikation bestimmten immer mehr über Erfolg oder Misserfolg ganzer Wirtschaftszweige, so auch der Möbelbranche. Im Einstimmungsvortrag stellte Dr. Plümer den aktuellen Stand und die nächsten Vorhaben der drei Hersteller-Fachbeiräte vor. Darunter die Neuigkeit, dass im Frühjahr noch die beta-Version des IDM Wohnen kommen, und das Format ab Ende 2016 breit verfügbar sein soll. Oder dass das IDM Küche weit über die DCC-Akteure hinaus im Ausland genutzt werde und Internationalisierungsstrategien des IDM/DCC in den Fokus rückten. Oder der Startschuss für das IDM Polster, Version 2.5.1, am 31. März 2016. „Interessensvertretung des Handels zwingend erforderlich“ Alle DCC-Aktivitäten der Industrie hätten bisher vom Handel „in gutem Glauben“ akzeptiert werden müssen, so Plümer, dieser fordere jedoch „berechtigt Mitspracherecht“. Die Einflussnahme auf Formate und Standardisierung des wichtigsten Vertriebspartners der Industrie erfolgte bisher entweder sporadisch oder informell. Mit seiner Gründung ergänze nun der Handelsbeirat die Industriearbeit, erleichtere Kommunikation und Abstimmungen und führe eigene Handelsprojekte institutionell zusammen. Im neuen Fachbeirat Handel sollen Händler und Einkaufsverbünde, Organisationen wie GS1, der BVDM oder der ZGV sowie Anbieter von Warenwirtschaftssystemen und anderer Software die tragenden Akteure werden. Zwei- bis dreimal jährlich sollen die Sitzungen stattfinden. Zum gegenwärtigen Zeitpunkten arbeiten im FB Handel neben anderen Unternehmen mit: Garant, die Krieger-Höffner-Gruppe, Der Kreis, der Einrichtungspartnerring VME und XXXLutz. Projekte Furn@Corp und Zimlog Im nächsten Tagungsordnungspunkt berichtete Klaus Bröhl (Iwofurn) über das vor kurzem initiierte, offene „Feedback Management-System zur optimierung kundenbezogener B2B-Prozesse“. Auslöser ist der Bedarf durchgängig erhobener, ausgewerteter und nach Relevanz zugestellter Informationen bei Geschäftsprozessen. Denn: Viele Ursachen der Kundenunzufriedenheit seien schlicht unbekannt, so Bröhl. Andreas Ruf vom Verband der Deutschen Wohnmöbelindustrie e.V. (VdDW, Herford) stellte danach die Initiative „Zimlog“ und deren Auftaktveranstaltung am 18. Februar in Köln vor. Ausgehend von einem Initiativkreis der Firma Ostermann steht der beleglose Warenverkehr bzw. EDI für Bestellung und Logistik im Fokus mit dem Ziel der Schaffung eines Branchenstandards. Daten-Guideline für IDM und DCC Das „brandheiße Thema Identifizierung von Konfigurations-, Planungs- und Übertragungsfehlern“ führte im Anschluss „zu intensiver Auseinandersetzung“, vermeldet der DCC. Die unzureichende Fehleridentifikation solle dabei aber nicht zu einem „Management von Schuldzuweisungen“ führen, worin sich alle Beteiligten einig waren. Dennoch müsse die Datenlogik verbessert werden oder – wie es der Vertreter von XXXLutz Christian Schellhorn auf den Punkt brachte: „Es dürfen nicht Dinge geplant werden, die gar nicht montierbar sind!“ Recht schnell herrschte somit Einigkeit, dass die Möbelbranche eine zertifizierte „Guideline“ mit genauer Datenbeschreibung benötige. Möbel- und Fachsortiment-Klassifikation in Deutschland starten Nicht minder spannend für den Handelsbeirat: die Klassifikation von Möbeln und Fachsortimenten. Am Markt etabliert sind die Systeme eClass und GS1 – beide jedoch mit dem Manko behaftet, dass auf Grund ihrer B2B-Logik Wohnen und Einrichten bisher unberücksichtigt blieben. Wie sehr das Thema auf den Nägeln brennt, machte dann Rainer Gützel von KHG deutlich: Für rund 120.000 Artikel müssen bei ihm Daten manuell angelegt und gepflegt werden. Seine klare Forderung: Sofort mit einer branchenübergreifenden Klassifikation zu starten! So votierten die Teilnehmer einstimmig für einen sofortigen Arbeitsbeginn innerhalb des DCC.

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