Daten Competence Center e.V.
Neues Datenformat für Küche/Bad am Start

Zur Sitzung des DCC-Fachbeirats Küche/Bad trafen sich am Verbandssitz in Herford die aus der Region kommenden Mitglieder und Gäste. Foto: DCC

Anfang Oktober kamen Unternehmensvertreter des Fachbeirats Küche/Bad im Daten Competence Center e.V. zu einer hybriden Veranstaltung zusammen. Rund 35 Teilnehmer waren online zugeschaltet oder vor Ort präsent. Neben dem auf die Zielgerade einschwenkenden Projekt „Digital-Index“ und Berichten aus den Gremien sorgten vor allem Präsentationen zur IDM-konformen Garantieverlängerung für Küchen auf KI-Basis sowie zu Chancen und Risiken des Building Information Modeling für Spannung.

Nach der Begrüßung durch DCC-Geschäftsführer Dr. Olaf Plümer eröffnete David Finkler, Gründer von Garantiemax und Bezirksdirektor der Signal Iduna, den Sitzungstag mit seinem Vortrag zur „Garantieverlängerung als Mittel zur Kundenbindung in der Küchenindustrie“. Der digitale Versicherer entwickelt und bietet echte, auf KI-basierende Policen mit dem Schwerpunkt Garantieverlängerung an

Die Versicherungslösungen sind vollständig digital und bieten – beispielsweise über Abonnementmodelle – eine Garantieverlängerung für Elektro-Geräte und Küchenmöbel. Im Fokus stehen sowohl Transparenz, Schnelligkeit und Einfachheit für den Versicherungsnehmer als auch eine starke Kundenbindung, zusätzliche Erträge und Informationen zum Verbraucher und seinem Kaufverhalten für die Partner auf Herstellerseite.

Xcare+Kitchen weist beispielsweise ein umfassendes Leistungsspektrum auf: Neben den versicherungstypischen Prozessen bei einem Schadensfall werden eine Garantieverlängerung auf zehn Jahre sowie ein Garantiebeginn nach 90 Tagen angeboten. Ist ein Kunde interessiert und hat seine persönlichen Daten dem Versicherer zur Verfügung gestellt, erhält er sein Willkommenspaket. Der dort kommunizierte QR-Code dient dann der Aktivierung des Schutzes.

Umgekehrt stehen dem Küchenmöbel- und E-Gerätehersteller – oder alternativ dem Küchenhändler – die Daten des Versicherungsnehmers zur Verfügung. Xcare+Kitchen ist während der Küchenplanung „one-click“ in allen namhaften Planungsprogrammen buchbar. Dies wird durch einen eigenen IDM-Datensatz realisiert – EDI-Anwendungen sind in Vorbereitung. Mit wachsender Versichertenzahl steigt dann die auf Herstellerseite nutzbare Datenmenge, sodass nicht nur individuelle Nutzerprofile zur Verfügung stehen, sondern dank „Big-Data“ ganze Verhaltens- und Schadenstatistiken interpretierbar werden.

Nach neuen Informationen durch Prof. Nektarios Bakakis zum Vorhaben „Digital-Index“ berichtete DCC-Mitarbeiterin Anika Degenhard über die Tätigkeit im Arbeitskreis Küche/Bad, zum neuen Changelog-Dokument, zur künftigen Formatdokumentation sowie zum Mapping des IDM- Typenschlüssels auf E-Class. Der Fachbeirat empfahl den Start des Mapping zu den am häufigsten genutzten Typenschlüssel ohne Attribute.
Ebenfalls den Blick auf die Zukunft richtete der Fachbeirat mit seiner Empfehlung, das Zusammenwachsen verschiedener Wohn- und Lebensbereiche in den DCC-Strukturen zu beachten. So wie die Bereiche Wohnen und Polster im DCC zusammenkommen, könnte später auch Küche/Bad dazustoßen... Ein weiteres Thema waren abschließend die Neuerungen des am 5. Oktober veröffentlichten und zum 1.1.2022 scharf geschalteten IDM-Formats Küche/Bad 2.8.0.

Die Sitzung schloss mit einer spannenden Einführung in die Welt des „BIM“ (Building Information Modeling) durch Morphe-Geschäftsführer Stefan Willms. Mit unterschiedlichen Herangehensweisen – IT-seitig oder materialbezogen – wird der Markt des BIM von nur drei Akteuren weltweit beherrscht: den Unternehmen Nemetschek, Auto-Desk sowie Saint Gobain. Alle jedoch bedienen sich des gleichen Standards namens Open- BIM, der von „Building-Smart“ organisiert und verwaltet wird.

Für das DCC und damit die dort vertretenen Branchenzweige steht die Prüfung an, ob die Konvertierung von IDM-Daten zu BIM möglich ist. Denn so erschlösse sich marktseitig der gesamte Hochbausektor. Architekten, die selbst keine Möbelplanungskompetenz besitzen, können via BIM die Möbel- in die Gebäudeplanung einfach integrieren. Ebenfalls sollten Exportmärkte profitieren, wo im Unterschied zu Deutschland meist kein ausdifferenzierter Biotop an Küchen-Planungsprogrammen bereitsteht.


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