DCC-Fachbeirat Polster und Wohnen
„Digital-Index“ nimmt Fahrt auf

Von Norwegen bis Südtirol reichte die geografische Dimension der virtuellen Teilnehmer an der DCC-Fachbeiratstagung Polster und Wohnen. Foto: DCC

Im Vorfeld der herbstlichen Haus- und Fachmessen der Möbelindustrie in Ostwestfalen trafen sich die DCC-Fachbeiräte aus Unternehmen der Polster- und Wohnmöbelindustrie sowie Vertreter der Softwarehäuser beim Polstermöbelhersteller Polipol in Diepenau. Im Fokus dieser hybriden Veranstaltung standen der Arbeitsfortschritt beim „Digital- Index“ sowie eine Bestandsaufnahme zum Thema „3D“.

Nach Begrüßung durch Gastgeber und DCC-Vorsitzenden Peter Jürgens übernahm DCC-Geschäftsführer Dr. Olaf Plümer die Moderation der gemeinsamen Sitzung der Fachbeiräte Polster und Wohnen im Daten Competence Center e.V. (Herford). Gleich der erste Tagesordnungspunkt, vorgetragen von DCC-Berater Prof. Dr. Nektarios Bakakis, bildete einen der Highlights dieser Sitzung: der Digital-Index für die gesamte Möbelbranche, dessen Vorbereitungen ihrem Ende entgegensehen – womit einem baldigen Start kaum etwas mehr im Wege steht.

Der Digital-Index entfaltet Wirkung in mehreren Dimensionen: Natürlich ist er, wie sein Name schon verrät, an erster Stelle ein Messinstrument für die aktuelle digitale Kompetenz eines Unternehmens oder auch einer wichtigen Betriebsstätte. Er quantifiziert interessierte Unternehmen hinsichtlich ihrer Zukunftsfähigkeit und der Umsetzung ihrer Digitalisierungsstrategien, erfasst die digitale Vernetzung von Prozessen, des Datenmanagements, in der Betriebsorganisation und Human Resources sowie anderem mehr. Grundlage der Erhebung bildet ein Leitfaden, der interessierten Unternehmen zum Download bereitsteht.

Nach diesem werden in einem „Self Assessment“ plattformbasiert verschiedene Indikatoren und Inhalte bewertet, gewichtet und geprüft, woraus eine „Wesentlichkeitsmatrix“ entsteht. Aus dieser können taktische und strategische Managemententscheidungen hinsichtlich der Digitalisierung vorbereitet und entschieden werden. Zudem dient der Digital-Index als Benchmark bzw. zum Vergleich mit der Digitalkompetenz verschiedener Marktbegleiter oder innerhalb der Wertschöpfungskette.

Geplant für Industrie, Handel, Logistik und sicher für ausgewählte Dienstleister werden sich zuerst die Marktakteure aus der Möbelindustrie dieser Zustandserfassung unterziehen. Seitens der Wohn- und Polstermöbelindustrie besteht großes Interesse am Digital-Index, wie nicht nur erste Signale aus den Häusern Wiemann und Benz nahelegen. Auf der am 4. November stattfindenden Mitgliederversammlung des DCC wird der Digital-Index dann das zentrale Thema.

Anika Degenhard, Geschäftsführungsassistentin im DCC, berichtete nachfolgend zum Arbeitsfortschritt in den operativen Gremien. Spontanen Zwischenapplaus brachten ihr die Vorschläge zur Einführung eines neuen Changelog-Dokuments sowie zur Neustrukturierung der Formatdokumentation ein. Beide Ansätze vereinfachen die Gremienarbeit deutlich, machen Programmfortschritte auch für Außenstehende transparent und minimieren potenzielle Fehlerquellen. Nachvollziehbar deshalb, dass diese zwei Neuerungen einhellige Zustimmung erfuhren.

Nach teils leidenschaftlich diskutierten Beiträgen von Dr. Plümer zum Validierungstool sowie von Dietmar Weber (Iwofurn) zum Mapping bzw. Harmonisierung der IDM-Typenschlüssel mit der E-Class-Klassifizierung übernahm Dr. Ekkehard Beier (Intelligentgraphics) das Wort und berichtete zum Sachstand des IDM 3D-Datenformats. Über Standardbausteine ist die dreidimensionale Darstellung bei Betten, Polstermöbeln oder Schränken bereits zu mehr als 60 Prozent abgedeckt – von Intelligentgraphics bereitgestellte Online-Links gestatten die Präsentation einfacher Samples, z.B. für Testzwecke. Insgesamt stelle sich jedoch die Frage, welchen Aufwand die Branche treiben kann und will.

Denn es sei weniger die Frage, ob beispielsweise in einem kommenden, für Polster und Wohnen gemeinsamen IDM 4.0 „3D“ mit aufgenommen wird oder nicht. Dr. Baier zeigte vielmehr, dass Dreidimensionalität nicht nur höchste Anforderungen an verfügbaren Datenmengen zu Material und Geometrie stellt, sondern eine permanente und hohe Budgetbereitstellung erfordert. Sofort spürbare Mehrumsätze oder -gewinne seien nicht zu erwarten, wohl aber eine nachhaltig absatzwirksame Präsenz auf digitalen Vertriebskanälen – die deutlich an Bedeutung gewinnen.

Die mit rund 30 Teilnehmern sehr gut besuchte Hybridveranstaltung des Fachbeirats Polster und Wohnen schloss mit einer kurzen Präsentation durch Paul Aicher (Crystal Design) und dem Beschluss, sich auf der nächsten Sitzung dem bedeutsam werdenden Thema des „Building Information Modeling“ zu widmen – einer Arbeitsmethode für die vernetzte Planung, den Bau und die Bewirtschaftung von Bauwerken mithilfe digitaler Daten.


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