DCC-Fachbeirat Polster/Wohnen
3D wird zum Standard beim Polstermöbelkauf

Rund 30 Teilnehmer zählte die jüngste Sitzung des Fachbeirats Polster & Wohnen des Daten Competence Center. Foto: DCC

Die DCC-Fachbeiräte aus Unternehmen der Polster- und Wohnmöbelindustrie, des Möbelhandels sowie Vertreter der Softwarehäuser trafen sich zur virtuellen Sitzung. Im Fokus stand die Weiterentwicklung des gemeinsamen IDM 3D-Datenformats sowie Überlegungen zur firmenübergreifenden Materialdatenbank für Polstermöbel. Hierzu erfolgte nun der Startschuss.
Der von Geschäftsführer Dr. Olaf Plümer geführten gemeinsamen Sitzung der Fachbeiräte Polster und Wohnen im Daten Competence Center e.V. (Herford) folgte nach wenigen Formalien die Vorstellung des wissenschaftlichen Beraters Prof. Dr. Nektarios Bakakis (HS Worms).

Megatrends rechtzeitig aufnehmen und umsetzen

Dieser berichtete über eine studentische Verbraucherumfrage zu Smarthome und Smart City. Jene vernetzten Städte böten erhebliche Chancen für den Handel, befördern aber andererseits direkte Kontakte der Hersteller zu ihren Kunden. Aufmerksam verfolgt werden sollten die Entwicklungsfortschritte von Smart Cities in Asien, insbesondere in Südkorea. Erste Möbel für einen derartigen Einsatz stehen dort bereits vor der Markteinführung.

Nach der Darstellung neuer Trends im Vertriebskanal „Direct to Consumer“ (D2C) sowie dem geplanten DCC Digital-Index, dem jetzt auch vom Fachbeirat Polster und Wohnen ein „Go!“ erteilt wurde, warb Stefan Willms für das „Cookbook Möbelindustrie“. Das „Kochbuch“ bietet Hilfe bei den strategisch richtigen unternehmerischen Reaktionen auf weltweite Trends. Sein Unternehmen „Morphe“ stehe der Branche für Analyse und Umsetzungs-Roadmaps unterstützend zur Seite, so Willms.

Keine Präsenz, Beratung oder Verkauf ohne digitale Materialdaten

Mit Spannung erwartet wurden die Ausführungen und Vorschläge von Dr. Ekkehard Beier (Intelligentgraphics) zum IDM 3D-Datenformat und der geplanten Materialdatenbank für Polstermöbel. Eingangs stellte Dr. Plümer den hohen Handlungsdruck heraus: So verursacht die Digitalisierung hohe Anforderungen an Bereitstellung von authentischen Materialdaten, der Möbelhandel benötige bzw. fordert diese Informationen und auch die Industrie braucht 3D-Daten – für eine 3D-Darstellung für POS und Online auf allen Gerätearten, als Materialvorschaubilder, für CGI z.B. für Prospekte oder für AR- bzw. Mixed Reality-Modelle.

Dr. Beier vertiefte die Thematik und machte klar, dass Dreidimensionalität zum Standard wird bzw. schon ist. Und zwar in Echtzeit und Top-Qualität, denn gerade die in attraktive Kaufkraft hineinwachsenden, jungen Verbraucher sein hochwertige 3D-Darstellungen von Video oder Gaming gewohnt und setzen dieses Niveau auch bei Einkäufen voraus. Der Chef von Intelligentgraphics wies in diesem Zusammenhang auf mögliche Gefahren hin: Denn jede Abweichung des später erworbenen Polstermöbels von der vorher visualisierten, dreidimensionalen Datensimulation könne (berechtigte!) Reklamationen begründen. 

Da das IDM 3D-Datenformat – aktuell fokussiert auf Polster- und Wohnmöbel – jetzt unternehmensübergreifend zur Verfügung steht, sei nun der Aufbau einer innerhalb des DCC nutzbaren Materialdatenbank sinnvoll, so der Referent. Beispielsweise sei die Mehrheit der Bezugsstoffe materialseitig identisch – eine von Unternehmen zu Unternehmen wiederholte Datenerhebung für eine stets identische Modellierung reine Zeit- und Geldverschwendung. Gleiches gelte für Nähte, Texturen und anderes mehr.

Die Zeit der Material-Musterbücher geht zu Ende 

Der Fachbeirat folgte diesen Überlegungen geschlossen und startete den Aufbau einer Datenbank für Polstermaterialien unter Management des DCC mit der Option, diese später für Wohnmöbel zu erweitern. Mit Blick auf Kosten und Abläufe wurde gefordert, dass die Datenbeschaffung entlang der Wertschöpfungskette erfolgen solle – die Zurverfügungstellung relevanter Daten also seitens der Leder- bzw. Textilindustrie erfolgen muss. Mutmaßlich werde dies eine herausfordernde Aufgabenstellung. 


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