Dekker: Leo van der Velde im Porträt
Premiumqualität trifft auf gelebte Nachhaltigkeit

„Wir wollen den Einstieg in die Welt hochwertiger Arbeitsplatten so einfach wie möglich machen.“ – Leo van der Velde, Geschäftsführer von Dekker. Fotos: Dekker

Der folgende Artikel ist in der Januar-Ausgabe des küche&bad forum erschienen. 

Leo van der Velde ist seit 2012 Geschäftsführer des niederländischen Arbeitsplatten-herstellers Dekker Zevenhuizen. Der Branchenkenner und ehemalige Geschäftsführer und Vorstandsmitglied der MHK Group will die Marke nun auch in Deutschland stärker positionieren. Dabei setzt er auf Premiumqualität, die bereits ab dem mittleren Preissegment verfügbar ist. Mit der gekonnten Verbindung von niederländischer Flexibilität und deutscher Präzision will er den schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen am Markt trotzen. Sein Ziel: Premiumqualität mit gelebter Nachhaltigkeit vereinen – und mit jedem Produkt die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Philipp Gassner sprach mit dem tatkräftigen Unternehmer.

Es ist kurz nach 9 Uhr morgens. Am Stand von Dekker in der Löhner Architekturwerkstatt werden noch die letzten Lichter eingeschaltet und finale Handgriffe getätigt. Schon jetzt stöbern die ersten Messebesucher umher und erkunden die Neuheiten des Arbeitsplattenherstellers – der Küchenherbst in Ostwestfalen ist in vollem Gange.
Mittendrin: Dekker-Geschäftsführer Leo van der Velde. Der 57-Jährige ist in seinem Element, spricht leidenschaftlich über nachhaltige Materialien, die zentrale Rolle der Arbeitsplatte in der Küche und Dekkers Pläne für den deutschen Markt. Schnell wird klar: An Überzeugung und Humor mangelt es dem stets fröhlichen Niederländer nicht.

Dekker gilt in den Niederlanden als führendes Unternehmen und tritt nun auch deutlich präsenter am deutschen Markt auf. Der Hersteller setzt unter der Leitung van der Veldes auf Premiumqualität bereits ab dem mittleren Preissegment, Nachhaltigkeit und einfache Prozesse. „Wir wollen Küchenstudios den Einstieg in die Welt hochwertiger Arbeitsplatten so einfach wie möglich machen“, sagt der Geschäftsführer. Wie das gelingen soll? Mit niederländischer Flexibilität, partnerschaftlicher Zusammenarbeit und einem Fokus auf Nachhaltigkeit soll Schwung in die deutsche Branchenlandschaft kommen.

Vom Hörsaal in die Küchenbranche 

Eine Branche, in der van der Velde über einen ungewöhnlichen, aber folgerichtigen Weg und prägende Begegnungen gelandet ist: Dem Studium der Luft- und Raumfahrt folgte zunächst die Anstellung als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Als Assistant Professor lehrte er im Bereich Supply Chain Management. Dabei entstanden die ersten Kontakte zur Küchenmöbelindustrie. Diese führten den Akademiker schließlich zu MHK Niederlande. Dort wurde er im Jahr 2006 Geschäftsführer und später auch Teil des Vorstandes in Deutschland. In seiner Funktion war er maßgeblich für den Erfolg des Verbandes im Nachbarland verantwortlich, nachdem das Geschäft dort bis dato eher schleppend verlief. „Die niederländische Arbeitskultur ist flexibler geprägt. In Deutschland mussten wir uns zunächst aufeinander zubewegen und bestehende Abläufe anpassen. Danach kam spürbar Bewegung ins Geschäft“, erklärt van der Velde.

Lösungsorientiert und bodenständig

Im Jahr 2012 wechselte der Niederländer von MHK zu Dekker und wurde dort Geschäftsführer. Mit den Erfahrungen aus seiner Verbandszeit möchte der Branchenkenner jetzt auch in Deutschland durchstarten und dabei seinen und den Werten des Unternehmens treu bleiben. Sich selbst beschreibt der Unternehmer als zielorientiert, bodenständig und lösungsorientiert. „Mir ist es wichtig, immer eine klare Vision zu haben. So kann man seine Energie auf die eigenen Ziele ausrichten“, so van der Velde.

Mit dieser Einstellung passe das Firmenmotto von Dekker – „Einfach gemacht“ – perfekt zu ihm. Zugleich sind Werte wie Verlässlichkeit, Verantwortung und Leidenschaft allgegenwärtig und im Leitbild des 1930 gegründeten Familienunternehmens fest verankert. Um erfolgreich zu sein, müsse man die Menschen motivieren und von den eigenen Produkten überzeugen. „Wirtschaftlicher Erfolg ist wichtig, doch er entsteht für uns vor allem durch engagierte Menschen. Bei Dekker stehen sie im Mittelpunkt“, betont der Geschäftsführer. Gemeinsam mit einem begeisterten Team neue Ideen zu entwickeln und Produkte zu realisieren, sei für ihn der größte Motivationsfaktor. Diesen Teamgeist möchte der Niederländer nun auf den deutschen Markt übertragen und Dekker als zuverlässigen, unkomplizierten Partner etablieren. „Wir vereinen deutsche Präzision mit niederländischer Flexibilität“ – so lautet die Devise.

Klare Strategie für Deutschland 

Van der Velde positioniert Dekker klar: Der Handel soll die industriell gefertigten Manufaktur-Arbeitsplatten mit einer möglichst einfachen Planung und Montage in die Küchen integrieren können. Die meisten Küchenplanungen lassen sich bereits beim Aufmaß inklusive der Arbeitsplatten umsetzen. Diese werden anschließend zusammen mit der Küche montiert. Dekker will damit zeigen, dass sich hochwertige Material auch wirtschaftlich im mittleren Preissegment verbauen lassen. Grundlage dafür ist die sogenannte „Dekker Methode“, mit der Dekker Küchenstudios durch klar strukturierte Prozesse, Planungssicherheit und abgestimmte Abläufe den Einstieg in hochwertige Arbeitsplatten erleichtern möchte. Den Studios soll damit die Gelegenheit geboten werden, ihr Angebot mit industriell gefertigten Manufaktur-Arbeitsplatten aufzuwerten und gleichzeitig attraktive Margen zu erzielen.

Die Platten werden damit als zentraler Teil der Gesamtgestaltung der Küche zu einem entscheidenden Verkaufsthema. „Die Arbeitsplatte ist für uns das prägende Element der Küche. Mit jedem Produkt schaffen wir Lösungen mit Charakter“, sagt van der Velde. Zudem präsentiert sich Dekker seit diesem Jahr mit seinem Portfolio in Deutschland als Vollsortimenter. Neben Arbeitsplatten umfasst das Angebot Spülen, Armaturen, Wandregale, Beleuchtung, Tischbeine und Abfallsysteme. Mit dieser „Premium-made-easy“-Strategie deckt das Unternehmen als Zulieferer die Küche als Teil des Lebensraums vollständig ab.

Optimistisch in eine nachhaltige Zukunft

Bei der zukünftigen Entwicklung von Dekker spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle, wie van der Velde betont: „Wir müssen uns jeden Tag fragen: Welche Möglichkeiten haben wir, die Welt ein kleines Stück besser zu machen?“ Dass Nachhaltigkeit eine Herzensangelegenheit ist, zeigt sich schon am Schreibtisch des Geschäftsführers: Dort thront ein Stück „Greengridz“ als Inspirationsquelle. Dieses Kernmaterial für Arbeitsplatten hinterlässt einen kleineren ökologischen Fußabdruck als herkömmliche Trägermaterialien wie Spanplatte und Sperrholz und sei dabei nicht nur wasserdicht, sondern auch robuster und leichter. „Hier landen immer Modelle unserer erfolgreichen Projekte. ‚Greengridz‘ erinnert mich daran, dass unsere Anstrengungen einen positiven Einfluss auf unsere Umwelt haben. Und Kaffee – davon muss auch immer eine Tasse hier stehen“, ergänzt van der Velde lachend.

Angesprochen auf die zukünftigen Herausforderungen der Branche, sieht er noch viel Erklärungsbedarf beim Thema Nachhaltigkeit. „Ich denke, dass wir den Menschen die Vorteile von nachhaltigen Materialien noch ausführlicher erklären und näher bringen müssen.“ Dass sich nicht nur die Küchenmöbelbranche, sondern die ganze Welt im Umbruch befindet, hat van der Velde während seines Besuchs der Weltausstellung 2025 in Osaka gesehen. Dort stand exemplarisch die „Küche der Zukunft“ ganz im Zeichen der Digitalisierung. Doch trotz der fortschreitenden Technik sieht der Branchenkenner die traditionelle Stellung der Küche nicht gefährdet. „Die Küche ist und bleibt ein Ort der Begegnung. Je digitaler die Welt wird, desto wichtiger werden die Momente, die man mit echten Menschen verbringt.“ Ein Unternehmen müsse daher immer in Bewegung bleiben. Stillstand ist für van der Velde keine Option: „Wir treiben die Erneuerung der Branche konsequent voran – damit die Küche ein emotionaler Ort bleibt.“  

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