Der Mittelstandsverbund ZGV
Taskforce fordert Soforthilfe von Politik

Eckhard Schwarzer: "Entscheidend ist jetzt die Liquidität, die durch Programme der öffentlichen Hand zur Verfügung gestellt werden kann."

Die über 230.000 mittelständischen Unternehmen des kooperierenden Mittelstandes brauchen sofort eine Lösung für die Überwindung des akuten Liquiditätsengpasses im Zuge der Corona-Krise. Dies fordert die Taskforce vom Mittelstandsverbund ZGV in einem dringlichen Appell an die Politik.

2,5 Millionen Vollzeitbeschäftigte, 430.000 Ausbildungsplätze: Die über 230.000 mittelständischen Unternehmen des kooperierenden Mittelstandes brauchen sofort eine Lösung für die Überwindung des akuten Liquiditätsengpasses im Zuge der Corona-Krise. Dem Handel gehe das Geld aus. Nach der Schließung der Geschäfte hätten fast alle Einzelhändler keine Einnahmen mehr, aber die Kosten liefen weiter. Ohne Liquidität sei infolge der von den Behörden angewiesenen Geschäftsschließungen ein Massensterben kleiner und mittlerer Unternehmen – gerade im Handel, Handwerk und im Dienstleistungsbereich – unabwendbar. Der Mittelstandsverbund – ZGV e.V. hat jetzt die „Taskforce Liquidität für den Mittelstand“ ins Leben gerufen. Die geforderten Erleichterungen der Bundesregierung werden zwar nach und nach umgesetzt, jedoch sei mehr Tempo gefragt. Die Verbundgruppen des kooperierenden Mittelstandes könnten hier entlasten.   

„Wenn wir jetzt nichts tun, werden unsere Städte nach der Krise anders aussehen als vorher. Auch unsere einmalig vielfältige Einzelhandelsstruktur steht auf dem Spiel“, warnt Eckhard Schwarzer, Präsident des Mittelstandsverbundes. „Sie können den Wirtschaftskreislauf ganz gut mit dem menschlichen Körper vergleichen: Wenn der Blutkreislauf bei Menschen gestört ist, werden die Organe geschädigt. Dauert dieser Prozess länger an, sind die irreparablen Schäden und Folgen unausweichlich. Genauso ist es mit der Wirtschaft. Das Blut für das Wirtschaftssystem ist die Liquidität.“, ist Schwarzer alarmiert. 

Erste Erleichterungen für den Mittelstand erreicht 

„Insgesamt muss man der Politik ein Lob aussprechen für ihre Handlungsfähigkeit in dieser für jeden Einzelnen persönlich schwierigen Zeit. Die Fördermaßnahmen sind respektabel und bieten grundsätzlich gute Lösungen.“, so Schwarzer.

Erreicht werden konnten schon klare Positionierungen der Politik, die in Form von Gesetzen in den kommenden Tagen Rechtskraft erlangen. So wird die ansonsten zwingende 3-Wochen-Frist für die Anmeldung einer Insolvenz bis zum 30. September 2020 ausgesetzt und auch die Instrumentarien der Insolvenzanfechtung werden weitestgehend außer Kraft gesetzt. Der Mittelstandsverbund hatte sich vorab für eine sofortige Aussetzung der Insolvenzantragspflicht für den maßgeblich betroffenen Mittelstand eingesetzt.  

Verbundgruppen können entlasten

Entscheidend sei jetzt die Liquidität, die durch die umfassenden Programme der öffentlichen Hand über die Banken, rückgedeckt über die KfW, zur Verfügung gestellt werden könne. Inwieweit jedoch die Ressourcen in den zuständigen Institutionen ausreichen, die Mittel rasch und unbürokratisch dorthin zu bringen, wo sie krisenbedingt jetzt dringend gebraucht werden, sei noch unklar. 

Deshalb hat Der Mittelstandsverbund gemeinsam mit der „Taskforce Liquidität für den Mittelstand“ gegenüber der Politik die Verbundgruppen als Multiplikatoren ins Spiel gebracht, die mit ihren bewährten Geschäftsverbindungen zu den Mitgliedern eine ideale Infrastruktur bieten, um 230.000 Unternehmen kurzfristig mit der Liquidität zu versorgen, die dort gebraucht wird. Eine Lösung, die etwa in ähnlicher Form bereits in Frankreich praktiziert werde und eine enorme Entlastung der Antrags- und Verteilungsadministration bedeute.

„Die Bundesregierung muss aufgrund der höchst gebotenen Eile unbürokratische Wege und Lösungen ebnen. Wir brauchen jetzt schnell wirkende Instrumente! Wir können nicht auf Lösungen, die zunächst beantragt, bearbeitet und genehmigt werden müssen, setzen.“, fordert Eckhard Schwarzer. „Schützen und bewahren Sie die Überlebensfähigkeit von über 230.000 kleinen und mittleren Unternehmen, die Arbeitsplätze von 2,5 Millionen Vollzeitbeschäftigten und rund 430.000 Auszubildenden!“, so der dringende Appell des Präsidenten. 


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