Deutsche Importeure von Teak-Holz berichten über das Kult-Material im Wandel der Zeit
„Nachhaltigkeit ist DAS Thema!“

Bei Teak & More nahe München dreht sich seit rund zwei Jahrzehnten alles um das Thema Teak-Holz-Möbel. Foto: Teak & More

Gartenmöbel aus Teak sind legendär – wegen der Qualität und der unvergleichlichen Materialeigenschaften. Heute funktioniert Teak-Holz zudem ohne Raubbau an der Natur durch Produktion auf nachhaltig betriebenen Plantagen, vor allem in Indonesien. Welche Bedeutung das Material auch heute noch hat und wie wichtig der Nachhaltigkeitsaspekt für die Endkunden ist, darüber sprach MÖBELMARKT-Redakteur Arnd Schwarze mit den erfahrenen Importeuren und Händlern Richard Hövelmann (www.hoevelmann.de) und Eduard Hupfauf (www.teak-and-more.de), die außerhalb der Pandemie selber regelmäßig in Indonesien vor Ort sind.

MM: Seit wann beschäftigen Sie sich schon mit Teak-Holz?
Richard Hövelmann: Privat steht bereits seit Generationen Teak-Holz in den Gärten unserer Familie. Geschäftlich begann der Handel mit Teak-Holz-Produkten etwa 1996.
Eduard Hupfauf: Ich kam im Jahr 2000 über einen befreundeten Importeur dazu und habe dann schnell auf der SpoGa erste eigene Kontakte zu indonesischen Herstellern geknüpft. Später waren wir dann die ersten, die eine Teak-Alu-Sitzgruppe gemacht haben. Einen solchen Materialmix finde ich auch heute noch sehr reizvoll.

MM: Wie wichtig ist das Thema Nachhaltigkeit heute für Sie bei Teak-Holz? Und wie wichtig ist es für den Verbraucher?
Hupfauf: Mir persönlich ist die Nachhaltigkeit sehr wichtig – und in Deutschland sind die Voraussetzungen für den Import bereits sehr streng. Ich würde mir wünschen, dass das in allen Ländern so wäre. Dank des FLEGT-Zertifikats gibt es beim Import aus Indonesien aber keine Probleme.
Hövelmann: Es ist ein Thema, das über allem steht. Man könnte sagen, es ist DAS Thema. Sowohl für uns als Händler und Liebhaber des Werkstoffs und seiner Eigenschaften als auch für die – meist kritisch hinterfragenden – Verbraucherinnen und Verbraucher.

MM: Wie stark sind die indonesischen Produzenten inzwischen auf Nachhaltigkeit ausgerichtet?
Hupfauf: Die Behörden und die Produzenten setzen die Nachhaltigkeit im Anbau und der Produktion um, weil sie damit am Markt punkten können. Gerade bei Unternehmen, die im hochwertigen Bereich produzieren, wird nicht nur darauf geachtet, dass das Holz ordentlich geschlagen wird, sondern dass auch die Sozialstandards stimmen. Darauf lege ich bei allen Betrieben, mit denen ich arbeite, besonderen Wert.
Hövelmann: Indonesisches Teak-Holz in hoher Qualität ist praktisch ausschließlich aus nachhaltigem Anbau. Die meisten Flächen werden von der staatlichen Forstbehörde bewirtschaftet, wo seit Jahren für jeden gefällten Baumstamm auch ein Setzling in den Boden kommt. Unsere Hersteller kaufen zudem ausschließlich auf den staatlichen Holzauktionen mit maximal einem Zwischenhändler ein.

Richard Hövelmann betreibt drei Gartenmöbel-Geschäfte mit Schwerpunkt Teak-Holz in Nordrhein-Westfalen. Foto: Bufeo GmbH

MM: Wie gut ist die Qualität von nachhaltig produzierten Teak-Holz-Möbeln? Auch im Vergleich zu früher?
Hövelmann: „Früher“ kann man unterschiedlich definieren. Wir haben Kunden, die teilweise 100 Jahre alte Bänke besitzen, die aus Burma-Teak gefertigt sind. Dieses Holz stammt vermutlich aus Urwäldern und ist extrem beständig, aber alles andere als nachhaltig. Indonesisches Plantagenholz gibt es schon seit dem späten 18. Jahrhundert, und die Bäume wuchsen durchschnittlich 80 Jahre, was auch eine enorme Festigkeit und Witterungsbeständigkeit mit sich brachte. Aufgrund der steigenden Nachfrage sind in den letzten Jahrzehnten Züchtungen angebaut worden, die in 30-40 Jahren einen ähnlichen Ertrag bringen, was aber auf Kosten der Beständigkeit geschieht. Trotzdem können wir auch heute noch ohne jegliche Pflege eine Lebensdauer von gut 20 Jahren bei Kernholzprodukten erwarten.

MM: Indonesien ist natürlich für Teak-Holz bekannt, aber importieren Sie auch andere Produkte aus diesem Land?
Hupfauf: Wir haben beispielsweise auch Rope-Stühle mit einem Teak-Holz-Rahmen im Sortiment. Sehr beliebt bei unseren Kunden sind auch Tische mit Alu- und Eisen-Gestellen und einer Tischplatte aus Recycling-Teak-Holz. Sie sehen, irgendwie kommen wir doch immer wieder auf Teak-Holz zurück. Ich liebe dieses Material einfach.
Hövelmann: Wir importieren neben reinen Teak-Holz-Produkten auch einige Randsortimente wie Polyrattan-Stühle oder auch Sitzpolster für manche Produkte. Diese machen aber keine 5% unseres Importvolumens aus. Der Fokus liegt für uns klar auf Teak-Holz. Ein Material, von dem wir selber und unsere Kunden einfach begeistert sind. Arnd Schwarze

Eduard Hupfauf ist Geschäftsführer von Teak & More in Oderding. Foto: Teak & More

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