Deutsche Industrie
Materialengpässe bremsen Produktion

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München. Der Materialmangel wirkt sich negativ auf die Industrieproduktion aus und erhöht die Preise langfristig. Demnach führen unerwartete Materialengpässe zu einem kurzfristigen Rückgang der Industrieproduktion in Deutschland um 2,4%. Die stärksten Preiseffekte sind unter anderem in der Holzindustrie zu beobachten. Das geht aus einer neuen Studie des Münchner Ifo Instituts hervor.

Ifo-Forscherin Lara Zarges sagt: „Unerwartete Störungen von Lieferketten können Unternehmen und Wirtschaft erheblich belasten. Besonders lange spüren es die Verbraucher, da die Preise auch Jahre nach dem Engpass steigen.“

Mit Blick auf die Produktion bremsen zunehmende Materialengpässe die Produktion sofort, sie steigt aber bei verfügbarem Material erst langsam wieder auf das frühere Niveau. „Kurzzeitige Entspannungen in der Materialverfügbarkeit reichen daher nicht aus, um die Produktionsverluste auszugleichen“, sagt Ifo-Forscherin Friederike Fourné. Noch zwei Jahre nach einem negativen Schock liegt die Industrieproduktion insgesamt 0,5% unter dem Niveau, das in einem Szenario ohne Materialengpass-Schock eingetreten wäre.

Die Erzeugerpreise und Rohstoffpreise erreichen ihren stärksten Preisanstieg etwa ein Jahr nach dem Schock mit etwa 0,3% (Erzeugerpreise) und 0,6% (Rohstoffpreise). Am längsten spürbar bleibt der Materialengpass bei den Verbraucherpreisen. Selbst zwei Jahre nach den Engpässen steigen die Verbraucherpreise um rund 0,1 Prozentpunkte pro Quartal.

Die Autoren nutzen für die Studie die monatlichen Ifo-Unternehmensbefragungen im Verarbeitenden Gewerbe für den Zeitraum 2002 bis Mitte 2025. Monatlich beantworten zwischen 2.000 und 5.000 Betriebe die Umfrage. Die Studie betrachtet dabei nur unerwartete und kurzfristige Schocks durch Materialmangel. Die Auswirkungen dieser Schocks wurden mit Blick auf Industrieproduktion, Erzeugerpreisindex, Rohstoffpreisindex und Verbraucherpreisindex untersucht.


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