Deutsche Küchenmöbelindustrie 2017
Schließt im Minus

Foto: Archiv

Die Umsätze der deutschen Küchenmöbelindustrie sind 2017 um 3,85% auf 4,615 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Zuletzt ergaben die Zahlen des Statistischen Bundesamtes – auf deren Basis der Verband der Deutschen Küchenmöbelindustrie (VdDK) seine Umsatzstatistik erstellt – sieben Rückgänge in Folge, zuletzt -9,3% im Dezember.

Besonders stark gaben im Gesamtjahr 2017 die Umsätze im Inland (-5,8%) auf 2,777 Mrd. Euro nach. Auch im Ausland steht ein Minus zu Buche, wenngleich das hier mit -0,7% deutlich geringer ausfällt. Die Exportquote erhöhte sich um 1,3% auf 39,8%.

Alno-Insolvenz verfälscht Auftragspanel

Trotz der anhaltent rückläufigen Umsätze in der deutschen Küchenmöbelindustrie zeigt das Auftragspanel des VdDK „eine außergewöhnliche Steigerung der Auftragseingänge ab dem Monat September gegenüber den Referenzmonaten des Vorjahres – mit entsprechender Rückwirkung auf die Quartalszahlen“, wie der Verband mitteilt. Um möglichen Fehlinterpretationen vorzubeugen, veröffentlicht der VdDK folgende Erläuterungen hierzu:

„Das Auftragspanel des VdDK vergleicht die Auftragseingänge der meldenden Unternehmen auf Monatsbasis mit den Auftragseingängen derselben Unternehmen im Referenzmonat des Vorjahres. Aufgrund dieser Systematik treten Verzerrungen dann ein, wenn Unternehmen, die im Referenzmonat des Vorjahres gemeldet haben, im laufenden Monat z. B. durch Produktionseinstellung keine Auftragseingänge aufweisen. Dies war zum Teil im September und vollständig in den Folgemonaten der Fall aufgrund der Produktionseinstellung der Unternehmen der Alno Gruppe.

Ab dem Zeitpunkt der Produktionseinstellung Mitte September 2017 sind die bis dahin bei den Unternehmen der Alno Gruppe eingegangenen Auftragseingänge durch den Markt auf andere Unternehmen der Küchenmöbelindustrie verteilt worden, die einen entsprechenden Zuwachs der eigenen Auftragseingänge haben. Diese Steigerung der Auftragseingänge fließt in den VdDK Auftragspanel ein, weil diese Unternehmen nach wie vor melden! Die Auftragseingänge der Unternehmen der Alno Gruppe im Berichtszeitraum des Vorjahres werden allerdings nicht bzw. nur teilweise berücksichtigt, da die Unternehmen der Alno Gruppe insolvenzbedingt seit Ende des 3. Quartals nicht mehr melden.

Die in der Auswertung des VdDK-Auftragspanels ausgewiesene Entwicklung der Auftragseingänge beschreibt daher nur die Entwicklung der Auftragseingänge der meldenden Unternehmen, aber nur sehr eingeschränkt die Entwicklung des Marktes. Die Situation ändert sich nach dem 3. Quartal 2018, wenn die Insolvenz der Alno Gruppe nach zwölf Monaten statistisch nicht mehr relevant ist und die Auswertung der VdDK-Auftragspanels wieder zuverlässig die Marktentwicklung spiegelt.“


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