Deutsche Möbelindustrie
Ausfuhren stabilisieren sich

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Bad Honnef / Herford. Die deutschen Möbelausfuhren haben im vergangenen Jahr einen Wert von rund 8,2 Mrd. Euro erreicht. Damit lagen sie annähernd auf dem Niveau des Vorjahres (plus 0,1%), nachdem in den Jahren 2023 und 2024 Rückgänge verzeichnet worden waren. Das geht aus der vorläufigen Außenhandelsstatistik des Statistischen Bundesamts hervor. 

Die deutschen Möbelausfuhren auf den Hauptabsatzmarkt Frankreich rangierten im Jahr 2025 mit rund 1,3 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau. Ein Zuwachs von 3,5% auf rund 1,2 Mrd. Euro wurde bei den Lieferungen in die Schweiz verbucht. Zu Rückgängen kam es in Österreich (minus 4,8%), den Niederlanden (minus 0,8%), dem Vereinigten Königreich (minus 4,8%) und Belgien (minus 0,3%). Erfreulich entwickelten sich die Möbelexporte nach Italien (plus 9,3%) und Spanien (plus 7,7%). In Spanien sorgt der florierende Wohnungsbau für einen wachsenden Einrichtungsbedarf.

In den Vereinigten Staaten, dem zehntwichtigsten Exportmarkt für Möbel „Made in Germany“, mussten die deutschen Möbellieferanten einen Rückgang von knapp 6% auf 238 Mio. Euro hinnehmen. Vor allem die deutsche Küchenmöbelsparte bekam die Folgen der US-Zollpolitik zu spüren. Das Segment erlitt eine Einbuße von 17% auf 41,5 Mio. Euro. „Die US-Zölle führen nicht nur zu einer Verteuerung unserer Produkte auf dem amerikanischen Markt, sondern rufen auch eine hohe Verunsicherung bei allen Beteiligten hervor“, sagt Jan Kurth, Geschäftsführer der Verbände der Deutschen Möbelindustrie. „Wir benötigen dringend verlässliche Rahmenbedingungen. Deswegen sollte das EU-Parlament nun rasch das Handelsabkommen mit den USA ratifizieren.“ Zumal die Branche mittelfristig große Wachstumschancen in den Vereinigten Staaten sehe. Auf den anderen außereuropäischen Märkten verlief die Entwicklung uneinheitlich. Während die Ausfuhren nach China um rund 30% zurückgingen, zogen die Lieferungen nach Saudi-Arabien (plus 13%) und in die Vereinigten Arabischen Emirate (plus 22%) spürbar an. 

Unterdessen legten die Möbeleinfuhren nach Deutschland um 10,3% auf rund 10,7 Mrd. Euro zu. Das Hauptlieferland China steigerte seine Lieferungen um 9,3% auf 3,1 Mrd. Euro. Dabei habe auch die amerikanische Zollpolitik eine Rolle gespielt, erläutert Kurth. „Chinesische Möbelhersteller fluten den europäischen Markt mit Produkten, die sie wegen der Einfuhrzölle nicht mehr in den Vereinigten Staaten absetzen können.“ Dies führe zu einem verstärkten Preisdruck auf dem deutschen Markt. Mit einem Anteil von 29,5% an den deutschen Möbelimporten lag China knapp vor Polen mit einem Anteil von 29%.

Für das laufende Jahr rechnet Kurth mit einer weiteren leichten Erholung des Auslandsgeschäfts. Schon im vierten Quartal des vergangenen Jahres sei eine Belebung erkennbar gewesen. Die deutsche Möbelindustrie erzielte im vergangenen Jahr 34% ihres Umsatzes im Ausland.


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