Deutscher Möbelhandel 2025
Verzeichnet leichten Umsatzrückgang
Köln. Das Marktvolumen im deutschen Möbelhandel (ohne Elektrogeräte) ist im Jahr 2025 leicht zurückgegangen: Der Umsatz sank von 25,7 Mrd. Euro im Jahr 2024 auf 25,4 Mrd. Euro. Dies entspricht einem Rückgang von rund 1%. Das geht aus den aktuellen Berechnungen des IFH Köln hervor.
Innerhalb der einzelnen Warengruppen zeigt sich ein differenziertes Bild. Während sich der Küchenmöbelbereich vergleichsweise stabil entwickelte und ein leichtes Umsatzplus von 1,7% verzeichnete, mussten andere Segmente Rückgänge hinnehmen. So lagen die Umsätze bei Polstermöbeln um 2,3% unter dem Vorjahresniveau, Büromöbel verzeichneten ein Minus von 4,1%. Auch der Bereich Matratzen einschließlich Rahmen und Lattenrosten ging um 2,2% zurück. Gartenmöbel und sonstige Wohnmöbel verzeichneten einen Rückgang von 1,1%.
„Die Zahlen zeigen deutlich, dass sich der Möbelhandel weiterhin in einem anspruchsvollen Marktumfeld bewegt“, erklärt Dirk Tesch, Präsident des Handelsverband Möbel und Küchen (BVDM). „Insbesondere die schwache Entwicklung im Wohnungsbau, die allgemeine wirtschaftliche Verunsicherung sowie steigende regulatorische Anforderungen bremsen derzeit die Nachfrage. Umso wichtiger ist es, dass Politik und Wirtschaft gemeinsam daran arbeiten, Investitionen zu erleichtern und den Wohnungsbau wieder stärker anzukurbeln.“
Die Preissituation bleibt angespannt. Möbel sind nach wie vor kostenintensive Anschaffungen, während Kunden zunehmend preissensibel reagieren. Darüber hinaus belasten laut BVDM umfangreiche regulatorische Anforderungen die Unternehmen. Betriebe müssen erhebliche Ressourcen in die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben investieren – etwa im Zusammenhang mit entwaldungsfreien Lieferketten, dem Lieferkettengesetz oder weiteren nationalen und europäischen Regularien. Auch die anhaltende Schwäche im Wohnungsbau wirkt sich spürbar auf die Nachfrage aus. Die Zahl neu fertiggestellter Wohnungen bleibt hinter dem Bedarf zurück.
Zudem zeigt sich laut dem Verband eine politische und wirtschaftliche Verunsicherung auf Seiten der Verbraucher. Kaufentscheidungen werden häufig zurückgestellt, solange klare wirtschaftliche Impulse und stabile Rahmenbedingungen fehlen. Um die Konsumstimmung nachhaltig zu verbessern, seien verlässliche politische Signale, eine Stärkung des Wohnungsbaus sowie gezielte Fördermaßnahmen für Modernisierung und Sanierung von zentraler Bedeutung.
„Für das laufende Jahr gilt: Schaffen Politik und Wirtschaft stabile und investitionsfreundliche Rahmenbedingungen, gewinnt der Wohnungsbau wieder Dynamik und kehrt das Vertrauen der Verbraucher zurück, kann der Möbelhandel vorsichtig optimistisch auf 2026 blicken“, sagt Tesch. „Gleichzeitig ist die Branche gefordert, ihre eigenen Potenziale konsequent zu nutzen – sei es durch Digitalisierung, die Weiterentwicklung von Sortiment und Service oder durch nachhaltige und innovative Angebote – um bei steigender Nachfrage bestens aufgestellt zu sein.“