Die Möbelbranche in der Corona-Krise
Was jetzt zu tun ist

Foto: Rauch

Michael Stiehl (Foto), amtierender Präsident des Verbandes der deutschen Möbelindustrie (VDM), ruft zu partnerschaftlichem Handeln und Solidarität im Umgang mit der Corona-Krise auf und erklärt im Vorfeld der heutigen Video-Schaltung des VDM-Präsidiums:

„Seit nunmehr anderthalb Wochen ist der Möbelhandel in Deutschland und in wichtigen europäischen Absatzmärkten geschlossen und damit der zentrale Absatzkanal der Möbelindustrie brutal gekappt. Auch wenn unsere Hersteller in großen Teilen derzeit noch lieferfähig sind, wird sich die wirtschaftliche Situation der Branche in den nächsten Wochen drastisch zuspitzen. Da momentan noch niemand absehen kann, wie lange dieser Shutdown anhält, kommt es jetzt für die gesamte Branche zentral auch die Absicherung der Liquidität an. Dies gilt gleichermaßen für Industrie und Handel. Vor diesem ernsten Hintergrund ist jetzt partnerschaftliches Handeln und Solidarität gefragt. Die notwendige Absicherung der eigenen Liquidität darf nicht auf dem Rücken der jeweils anderen Marktseite ausgetragen werden. Verträge sind auch in der Krise einzuhalten. Einseitige Stornierungen von Aufträgen, Verlängerung von Zahlungszielen oder Zusatzkonditionen untergraben das notwendige Vertrauensverhältnis und schaden der Branche. Gemeinsam stellen Industrie und Handel schließlich die Produkte her, die den Menschen ihren privaten Rückzugsraum in einer rauen und unübersichtlichen Welt gestalten und verschönern. Das ist ein Wert, auf den wir mit Blick auf die Nachkrisenzeit gemeinsam setzen sollten.“

In Richtung Politik spricht sich der VDM gemeinsam mit dem Dachverband der deutschen Holzindustrie HDH für zusätzliche Absicherung von Warenkreditversicherungen aus. Im Rahmen der aktuellen staatlichen Hilfen zur Unterstützung der Wirtschaft sollte – wie schon in der Finanzkrise 2008/2009 – ein Aufstockungsmodell mit staatlichen Garantien dann einspringen, wenn private Kreditversicherer krisenbedingt einen Teil des Forderungsausfallrisikos nicht mehr abdecken können. Eine solche staatliche Absicherung der Rückversicherer liefere sowohl dem Handel als auch der zuliefernden Industrie branchenunabhängig entsprechende finanzielle Sicherheit und könne dazu beitragen, den aktuell vielerorts noch funktionierenden Warenfluss in Gang zu halten. 


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