Digitalisierung im Supply Chain Management
Umsetzung als größte Herausforderung
Hamburg. Die digitale Transformation im Supply Chain Management (SCM) ist für den Großteil der Unternehmen in Deutschland (82%) ein Muss, doch nur 9% verfügen bislang über eine vollständig digital integrierte Lieferkette. Trotz klarer Zielbilder kämpfen viele Unternehmen mit strukturellen oder technischen Barrieren. Das zeigen die Ergebnisse des 22. SupplyX-Barometers, für das 150 Logistikverantwortliche zum Thema „Digitaler Wandel im Supply Chain Management“ befragt wurden.
Die größten Herausforderungen bei der Umsetzung digitaler Strategien liegen laut der Umfrage für viele Unternehmen in der praktischen Umsetzung: Hohe Implementierungskosten werden von 39% der Befragten als stark belastend empfunden. Auch Datenschutzanforderungen und Cybersecurity sowie die mangelnde Interoperabilität bestehender IT-Landschaften werden als wesentliche Hürden genannt. Fehlende einheitliche Standards führen häufig dazu, dass Anwendungen und Plattformen isoliert nebeneinander bestehen, was zu erheblichen Effizienzverlusten führen kann.
Hoher Nutzen vor allem im Lager und in der Planung
Dort, wo digitale Technologien bereits konsequent eingesetzt werden, zeigt sich laut Experten ein klarer Mehrwert. Besonders im Lager- und Bestandsmanagement berichten 61% der Befragten von deutlichen Effizienzgewinnen. In Unternehmen mit 250 bis 1.000 Mitarbeitern ist dieser Anteil mit 75% noch höher. Auch in der Prognose- und Bedarfsplanung profitieren viele von datenbasierten Anwendungen. Fast jeder zweite Befragte (48%) gibt an, hierdurch einen großen Mehrwert für Planungssicherheit und Ressourcennutzung zu erzielen, im Mittelstand sind es mit 67% noch mehr. Die Transport- und Routenoptimierung liefert ebenfalls messbare Effizienzgewinne. 38% verzeichnen hier einen hohen Mehrwert.
Investitionsbereitschaft ist da – aber nicht flächendeckend
Fast jedes zweite Unternehmen (48%) plant Investitionen in eine automatisierte Bestandsführung. Dieser Wert steigt mit der Unternehmensgröße und zeigt: Je höher die organisatorische Komplexität in Betrieben, desto dringlicher wird offenbar die Notwendigkeit, Bestände digital zu steuern und Engpässe frühzeitig zu erkennen. 43% der Befragten wollen zudem digitale Plattformen zur Integration ihrer Partner einsetzen, während jedes dritte Unternehmen (33%) in Datenanalyse und Künstliche Intelligenz investieren möchte. Gleichzeitig gibt jedoch mehr als ein Viertel der Befragten (27%) an, aktuell keine konkreten Digitalisierungsmaßnahmen geplant zu haben.
Auch das Thema Echtzeit spielt eine zunehmend wichtige Rolle. Fast jedes zweite befragte Unternehmen (48%) betrachtet die Nutzung von Echtzeitsystemen als essenziell für eine agile Steuerung der Lieferkette. Bei Betrieben mit bis zu 1.000 Mitarbeitern liegt dieser Anteil sogar bei 92% – ein deutliches Zeichen für deren hohe Praxisorientierung und die Notwendigkeit, flexibel auf volatile Marktveränderungen zu reagieren. Dennoch: Nur 41% der Logistikverantwortlichen geben an, bereits digital mit ihren Kunden und Partnern vernetzt zu sein.
Das gesamte 22. SupplyX-Barometer finden Sier hier: https://supplyx.info/publikationen/barometer/digitaler-wandel-im-scm/.
