DPJ Workspace
Gast-Beitrag: Höhenverstellbare Schreibtische im professionellen Einsatz: Worauf Einrichtungsberater achten sollten
Höhenverstellbare Schreibtische haben sich vom Nischenprodukt zum Standardangebot im Büromöbelhandel entwickelt. Für Einrichtungsberater und Möbelhändler bedeutet das: Wer die technischen Unterschiede kennt, berät besser und verkauft mehr. Ein Überblick über die entscheidenden Produktmerkmale.
DPJ Workspace ist ein schwedisches Unternehmen, das seit 1995 ergonomische Büromöbel und Arbeitsplatzeinrichtungen entwickelt. Das Unternehmen beliefert Kunden in sieben europäischen Märkten und ist ISO-zertifiziert für Qualität, Umwelt und Arbeitsschutz.
Marktentwicklung: Vom Trendprodukt zur Pflichtausstattung
Der Markt für höhenverstellbare Schreibtische wächst seit Jahren zweistellig. Treiber sind das Arbeitsschutzgesetz, die Verbreitung von Home-Office-Arbeitsplätzen und ein wachsendes Gesundheitsbewusstsein bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern.
Laut einer Erhebung des Industrieverbands Büro und Arbeitswelt (IBA) planen 67 Prozent der deutschen Unternehmen, bei der nächsten Büroausstattung auf höhenverstellbare Tische umzusteigen. Im Home-Office-Segment ist die Nachfrage noch höher, und Privatpersonen investieren vermehrt in professionelle Lösungen.
Für den Fachhandel eröffnet sich damit ein erhebliches Umsatzpotenzial. Voraussetzung ist allerdings, dass Berater die technischen Unterschiede kennen und dem Kunden erklären können.
Die fünf entscheidenden Produktmerkmale
1. Antriebstechnik
Die Unterscheidung zwischen manueller Kurbel, Gasfeder und Elektromotor ist die Basis:
Manuelle Kurbeln sind günstig, aber unpraktisch für häufigen Positionswechsel. Der Nutzer muss Kraft aufwenden und den Tisch jedes Mal neu ausrichten. Für gelegentliche Anpassung akzeptabel, für aktives Sitz-Steh-Arbeiten nicht geeignet.
Gasfedern ermöglichen eine schnelle Verstellung ohne Strom, haben aber eine begrenzte Belastbarkeit und sind weniger präzise in der Höheneinstellung.
Elektromotoren sind der Standard im professionellen Bereich. Stufenlose Verstellung per Knopfdruck, oft mit Memory-Funktion für gespeicherte Positionen. Es gibt Ein- und Zweimotoren-Systeme. Zweimotoren sind schneller und belastbarer.
2. Hubgeschwindigkeit und Geräuschpegel
Professionelle Nutzer verstellen den Tisch mehrmals täglich. Eine langsame Verstellung (unter 25 mm/s) unterbricht den Arbeitsfluss. Hochwertige Modelle erreichen 38-50 mm/s bei einem Geräuschpegel unter 50 dB, leiser als ein normales Gespräch.
3. Tragfähigkeit
Die maximale Tragfähigkeit bestimmt, welche Ausstattung auf dem Tisch stehen kann. Ein typischer Arbeitsplatz mit zwei Monitoren, Docking Station und Schreibtischlampe wiegt 20-30 kg. Premium-Gestelle tragen bis zu 120 kg, was für Kunden mit schwerer Ausstattung oder Monitorsäulen relevant ist.
4. Tischplattenform und -größe
Die Standardform (Rechteck, 160 x 80 cm) deckt die meisten Anforderungen ab. Daneben gibt es:
Eckschreibtische nutzen Raumecken effizient und bieten eine große zusammenhängende Arbeitsfläche. Im Home Office sind sie besonders gefragt, wo ein separates Arbeitszimmer oft auch als Gäste- oder Abstellraum dient. Das Premium-Modell von DPJ Workspace vereint den Platzgewinn der L-Form mit elektrischer Höhenverstellung.
Kompakte Modelle (120 x 60 cm) eignen sich für kleine Büros und Einzelarbeitsplätze. Höhenverstellbare Konferenztische kommen bei Workshops zum Einsatz, in denen die Teilnehmer zwischen Sitzen und Stehen wechseln.
5. Steuerung und Zusatzfunktionen
Memory-Tasten speichern zwei bis vier Höhen für verschiedene Nutzer oder Positionen. Die Kollisionserkennung stoppt den Motor bei Hindernissen, Pflicht in Umgebungen mit Rollcontainern oder Unterschränken. App-Steuerung ist bei einigen Premium-Modellen möglich, im Alltag aber selten genutzt. Die physischen Tasten bleiben der Standard. Eine Erinnerungsfunktion kann dezent zum Positionswechsel auffordern.
Verkaufsargumente nach Zielgruppe
Für Unternehmen und Büroausstatter
Höhenverstellbare Tische erfüllen die Anforderungen der Bildschirmarbeitsplatzverordnung und der DGUV-Empfehlungen. Sie sind ein sichtbares Zeichen für betriebliches Gesundheitsmanagement. In Zeiten des Fachkräftemangels ist eine moderne Büroausstattung auch ein Recruiting-Argument. Dazu kommen weniger Krankheitstage und höhere Produktivität.
Für Privatpersonen und Home-Office-Nutzer
Der Wechsel zwischen Sitzen und Stehen reduziert Rückenschmerzen und Verspannungen. Ein höhenverstellbarer Eckschreibtisch bietet eine große Arbeitsfläche auch in kleinen Räumen. Arbeitsmittel für das Home Office können in der Steuererklärung geltend gemacht werden.
Beratungsfehler vermeiden
Die häufigsten Fehler in der Beratung:
Ein günstiges Gestell mit langsamem Motor und niedriger Tragfähigkeit frustriert den Kunden langfristig. Die Garantiezeiten hochwertiger Hersteller (5-10 Jahre auf das Gestell) sprechen für sich.
Viele Kunden wählen zunächst eine zu kleine Platte. Eine ehrliche Bestandsaufnahme der Ausrüstung (Monitore, Tastatur, Dokumente, persönliche Gegenstände) hilft bei der richtigen Wahl.
Zubehör wie Kabelkanäle, Monitorarme und Schubladencontainer vervollständigen den Arbeitsplatz. Sie bieten dem Handel zusätzliches Umsatzpotenzial und erhöhen die Kundenzufriedenheit.
Die meisten höhenverstellbaren Schreibtische erfordern eine Montage. Einige Kunden überschätzen ihre handwerklichen Fähigkeiten. Ein Montageservice als Zusatzleistung ist sinnvoll und vermeidet Reklamationen.
Qualitätsmerkmale auf einen Blick
|
Merkmal |
Einstiegsklasse |
Mittelklasse |
Premium |
|---|---|---|---|
|
Motor |
Einzel |
Einzel oder Doppel |
Doppel |
|
Hubgeschwindigkeit |
20-25 mm/s |
30-38 mm/s |
38-50 mm/s |
|
Tragfähigkeit |
60-80 kg |
80-100 kg |
100-120+ kg |
|
Geräuschpegel |
55+ dB |
48-55 dB |
unter 48 dB |
|
Memory-Positionen |
0-2 |
2-3 |
3-4 |
|
Kollisionserkennung |
Nein |
Teilweise |
Ja |
|
Garantie (Gestell) |
2-3 Jahre |
5 Jahre |
5-10 Jahre |
Zum Schluss
Höhenverstellbare Schreibtische sind inzwischen Standard. Für den Möbelfachhandel liegt die Chance in kompetenter Beratung: Wer die technischen Unterschiede versteht und die Bedürfnisse des Kunden richtig einschätzt, verkauft nicht nur einen Tisch, sondern eine Lösung. Zufriedene Kunden kommen wieder: für den Stuhl, den Schrank und das nächste Büro.
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Dieser Artikel ist ein MÖBELMARKT-Gast-Beitrag. Form, Stil und Inhalt liegen allein in der Verantwortung unseres Gast-Autors, der DPJ Workspace Aktiebolag (AB). Die hier veröffentlichte Meinung kann daher von der Meinung der Redaktion oder des Herausgebers abweichen.