Egger-Gruppe
„Stabilität statt Krisenstimmung“

Die Egger-Gruppenleitung (v. l.): Frank Bölling, Hannes Mitterweissacher, Thomas Leissing und Michael Egger jun. Foto: Egger Holzwerkstoffe

St. Johann in Tirol (Österreich). Die Egger-Gruppe meldet für das Geschäftsjahr 2025/2026 (30. April) ein leichtes Umsatzwachstum von 3,4% auf 4,265 Mrd. Euro.

Wie die Geschäftsleitung auf der heutigen Pressekonferenz unterstrich, könne das Unternehmen zwar von einem herausfordernden Geschäftsumfeld sprechen, jedoch nicht von einer Krise. Vielmehr sei das vergangene Geschäftsjahr von Stabilität gekennzeichnet gewesen, denn auch das EBITDA bewegte sich mit 541,8 Mio. Euro (+0,1 %) auf Vorjahresniveau. Wie Thomas Leissing (Gruppenleitung Finanzen/Verwaltung und Sprecher der Gruppenleitung) auf der Pressekonferenz weiter berichtete, waren auch die anderen Kennzahlen weitgehend stabil. So betrug die Eigenkapitalquote 41,6% nach 42,8% im vorherigen Geschäftsjahr. Mit rund 450 Mio. Euro habe Egger 3,5% mehr investiert, wobei allein rund 200 Mio. Euro in den Ausbau des 22. Egger-Werkes in Markt Bibart geflossen seien. Auch die Inbetriebnahme des neuen Kraftwerkes in St. Johann in Tirol habe einen großen Teil der Investitionssumme beansprucht. 

Mit einer produzierten Menge an Holzwerkstoffen und Schnittholz in Höhe von 10,9 Mio. m³ konnte die Vorjahresmenge von 10,8 Mio. m³ leicht übertroffen werden. Es wurden 12.014 Mitarbeiter beschäftigt, etwas mehr als im vorherigen Geschäftsjahr (11.860). Wie Hannes Mitterweissacher (Gruppenleitung Technik/Produktion) weiter informierte, verfügt die Gruppe nach den diversen Zukäufen und Kapazitätserweiterungen noch über ungenutzte Kapazitäten bei MDF und OSB sowie „einige 100.000 cbm” im Spanplattenbereich.

Das Hauptgeschäftsfeld der Gruppe blieb auch im abgelaufenen Geschäftsjahr der Bereich „Decorative Products“ mit einem unkonsolidierten Umsatz von 3,795 Mrd. Euro (+4 %). Im Bereich „Building Products” gab es hingegen lediglich einen Zuwachs von 1,2% auf 714 Mio. Euro. Bei Vertrieb wurden 55% des Umsatzes im Bereich Handel/Handwerk/Architekten generiert, 38% im Bereich Möbel und Holzbau. Der DIY-Bereich, in dem vor allem Fußbodenprodukte verkauft werden, steuerte rund 7% zum Umsatz bei. Wie Michael Egger jun. (Gruppe Vertrieb/Marketing) berichtete, blieb Westeuropa mit einem Umsatzanteil von 53,3% der wichtigste Absatzmarkt, gefolgt von Zentraleuropa/Osteuropa mit 32%. In Nord- und Südamerika konnte der Umsatz auf 382,4 Mio. Euro gesteigert werden. Die „Übersee“-Märkte, in denen Egger keine eigenen Werke betreibt, erzielten einen Umsatz von 245 Mio. Euro (+5,7%).

Neben dem großzügigen Ausbau des Werkes Markt Bibart nannte die Gruppenleitung eine Reihe weiterer Investitionsvorhaben in ihren diversen Werken. Die im Mai 2026 erfolgte Inbetriebnahme des Kraftwerks am Stammsitz in St. Johann wurde dabei als Meilenstein bezeichnet, da nun rund 70% des Stroms selbst erzeugt werden und gleichzeitig die Ortschaften St. Johann und Oberndorf mit Fernwärme versorgt werden. 

Die Aussichten für das gerade begonnene Geschäftsjahr sieht die Firmenleitung eher verhalten, da sie mit keiner wesentlichen Veränderung der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen rechnet. Herausforderungen blieben der schwache Wohnungsbau sowie insbesondere die problematische Holzversorgung. Leissing sieht Umsatzwachstum nur in der Marktanteilsgewinnung, was er aufgrund der guten Aufstellung von Egger für möglich hält. Neben der stabilen finanziellen Basis als Familienunternehmen setzt man dabei vor allem auf Kundennähe und Servicequalität. Dies ist vor dem Hintergrund der sich weiter konzentrierenden Märkte ein wichtiger Wettbewerbsvorteil. 


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