Egger
Werk liefert Fernwärme für St. Pölten

Foto: Egger Holzwerkstoffe

Unterradlberg / St. Pölten (Österreich). Das Egger-Spanplattenwerk in Unterradlberg soll Ende 2027 erneuerbare Wärme in das Fernwärmenetzwerk der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten einspeisen. Die Projektpartner haben am 18. Juni den Vertrag für das Projekt unterzeichnet.

Gemeinsam mit dem Energieversorger EVN und der Stadt St. Pölten realisiert der Holzwerkstoffhersteller Egger in seinem Werk Unterradlberg ein Projekt zur Modernisierung der Energieversorgung. Das Unternehmen will dafür gezielt in seine Energieinfrastruktur vor Ort investieren. 

Im Kern des Investitionsvorhabens steht eine neue Dampfturbine, die im Werk Unterradlberg Einzug halten wird. Sie soll aus dem Dampf aus dem Biomassekessel 1 eine Leistung von etwa 4,77 Megawatt (MW) Strom für den Egger-Standort erzeugen. Der Eigenstromanteil soll damit auf etwa 87% steigen. Der entstehende Abdampf wird anschließend für die Fernwärme genutzt. Zusätzlich soll eine neue Wärmepumpe mit dem Turbinenabdampf der bestehenden Turbine 2 aus dem Biomassekessel 2 Wärme in das Fernwärmenetz speisen.

Als Brennstoffe verwertet werden etwa Holzstaub aus der eigenen Produktion, Holzabfälle und biogene Produktionsreststoffe, die nicht mehr stofflich eingesetzt werden können. In Summe sollen in den Wintermonaten ca. 10 MW Heißwasser in die Fernwärmeleitung geliefert werden, was laut Egger rund 10% des Wärmebedarfs der Fernwärmekunden in St. Pölten entspricht. Besonders hervorzuheben sei, dass der zusätzliche Nutzen ohne höheren Brennstoffeinsatz erzielt werde, der Gesamtwirkungsgrad der Energieanlagen könne also deutlich erhöht werden. Ein wesentlicher Vorteil ist dabei laut Egger, dass im Betrieb des Fernwärmenetzes der Einsatz von Erdgas weiter reduziert und durch Wärme aus erneuerbarer Energie ersetzt werden kann.

In enger Zusammenarbeit mit der EVN und der Stadt St. Pölten wurde ein tragfähiges Energiekonzept erarbeitet. Die Fernwärmeleitung verläuft nahe des Werks, ein Übergabepunkt wurde bereits vorgesehen. Die EVN übernimmt die Anbindung an das bestehende Netz und errichtet die notwendige Infrastruktur vom Übergabepunkt im Kraftwerk bis zur bestehenden Fernwärmeleitung. Damit soll die erzeugte Wärme effizient in das Versorgungssystem der Stadt integriert werden. Der Projektzeitplan sieht die erste Wärmelieferung von Egger für das 4. Quartal 2027 vor.


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