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Verfassungsklage wird vorbereitet

Franz-Joseph Hasebrink, Vorstandsvorsitzender der EK/servicegroup. Foto: EK/servicegroup

Nach dem corona-bedingten Ausfall der Verbandsmesse EK Fun im vergangenen Jahr hat sich die EK/servicegroup längst als digitaler Messeausrichter bewiesen. So entwickelten die Bielefelder für die EK Live im Januar 2021 ein rein digitales Veranstaltungskonzept, das die erste Messe des Jahres zu einem Erfolg machte. Auf dieser Basis wurden die digitalen Messekonzepte des Verbandes weiterentwickelt, so dass die digitale EK Fun heute und morgen für Industrie und Handelspartner noch erfolgreicher werden soll. Das Ziel: volle Konzentration auf die erfolgreiche Positionierung des Fachhandels auch in Krisenzeiten, aber auch die Partner wieder zu einem persönlichen Austausch untereinander und mit den Lieferanten zusammenzubringen.

Am Rande der digitalen Messe lädt der Mehr-Branchen-Verband traditionell auch zu seiner – in diesem Fall ebenfalls digitalen – Jahrespressekonferenz. Und bei dieser sparte Vorstandsvorsitzender Franz Joseph Hasebrink nicht an Kritik an der Bundesregierung und an der Benachteiligung des stationären Handels durch die Corona-Maßnahmen: „Wir brauchen wirksame Maßnahmen zum Schutz der Menschen vor dem Corona-Virus. Die Schließungsverfügung des Fachhandels per Notbremse halten wir für ungeeignet und völlig überzogen. Der Fachhandel wird gegenüber anderen Wirtschaftsbereichen stark benachteiligt, obwohl alle Studien belegen, dass vom Handel keine große Infektionsgefahr ausgeht. Darüber hinaus ist die Ungleichbehandlung verschiedener Handelsbranchen aufgrund einer sogenannten Systemrelevanz kaum nachvollziehbar. Die Pandemie muss mit der Pinzette und nicht mit dem Holzhammer bekämpft werden“, skizzierte Hasebrink die Lage. Und das Engagement scheint angesichts der kommenden politischen „Notbremse“ mit rigorosen Einschränkungen des Fachhandels bitter nötig. „Die unternehmerischen Existenzen im Fachhandel dürfen nicht weiter gefährdet werden“, verdeutlicht Hasebrink die aktuelle Lage mit drastischen Worten. Das Gesetz zur "Notbremse" das zeitgleich im Bundestag diskutiert wurde sieht er dementsprechend ebenfalls kritisch, es biete dem Handel aber auch die Möglichkeit, endlich mit juristischen Mitteln gegen die Dauerschließung vorzugehen: "Dieses Gesetz schafft nationales Recht, gegen das wir mit vielen anderen Verbundgruppen und Handelsoprganisationen zu Werke gehen können. Wir werden auch nicht davor zurückschrecken, eine Verfassungsklage anzustreben", machte Hasebrink deutlich. Und für eine solche Klage sehe er große Erfolgsaussichten: "Wir werden Rechtsmittel einsetzen, um das zu bekommen, was wir für gerecht und rechtmäßig halten."

Rückblick auf 2020

Wirtschaftliche Kraft und innovatives Potenzial zur rückhaltlosen Unterstützung ihrer Handelspartner hat die EK aber in jedem Fall, das verdeutlicht der Rückblick des Vorstands auf das vergangene Geschäftsjahr, das vor dem Hintergrund der allgegenwärtigen Krisenlage mit einem Umsatzrückgang von 4,7 % auf 2,2 Mrd. Euro (2019: 2,3 Mrd. Euro) sehr zufriedenstellend abgeschlossen werden konnte. Dabei habe sich einmal mehr die breite Aufstellung der EK ausgezahlt. Während die beiden Geschäftsfelder EK Fashion und EK Sport ein Minus verzeichneten, entwickelten sich alle anderen Geschäftsfelder der EK positiv. Firmenkonjunkturen sind hier vor allem bei Händlern zu vermelden, die auf EK Shopkonzepte wie electroplus oder HappyBaby mit verbindlichen Marketingkampagnen setzen. Mit dem Ausschüttungsvolumen an die Händler als zentralem Maßstab für den Erfolg einer Verbundgruppe zeigte sich der EK-Vorstand ebenfalls einverstanden. Hier wurde mit fast 23 Mio. Euro das hohe Niveau der Vorjahre erneut erreicht. Nach Ausschüttung beträgt das Jahresergebnis der Gruppe rund 3,2 Mio. Euro. Und obwohl in der aktuellen Lage echte Prognosen schwierig sind, blickt der EK-Vorstand auch auf das laufende Geschäftsjahr mit vorsichtigem Optimismus. Insbeosndere, weil man mit Nachhol-Effekten rechnet, wenn der Handel seine Geschäfte wieder wirklich öffnen kann und weil man die Handelspartner mit wirksamen digitalen Konzepten unterstütze.

EK Fun: Mit Sicherheit vorn!

Vorsprung im Wettbewerb ausbauen, und das ganz sicher, so heißt die Devise der digitalen Family-Ordermesse EK Fun. Per Mausklick können die Fachhändler am heimischen Monitor auf das umfangreiche Lagerprogramm und ausgewählte ZR-Artikel aus den Sortimentsbereichen Spielwaren, Babyartikel inklusive Textilien sowie PBS von rund 100 Ausstellern zugreifen. Natürlich stehen auch auf dieser EK Messe neben den Sortimenten auch die Digitalleistungen im Fokus. Hier werden die Weiterentwicklungen auf der compravo.de-Mehrbranchenplattform ebenso vorgestellt wie die aktuellen Social-Media-Aktivitäten im Konzeptportfolio von HappyBaby. Das breite Dienstleistungsangebot und eine Workshop-Reihe mit unternehmensrelevanten Themen runden das Messe-Programm ab. Aber, so betonte EK-Vorstandsmitglied Sussanne Sorg nachdrücklich, eine Messe sei immer  auch ein Ort des Austausches und der Begegnung, sie sei ein "Social Hub" für Händler und die Partner aus der Industrie. Bei der jetzt dritten digitalen Messe des Verbandes habe man die Funktionen der Plattform so ausbauen könne, dass auch wieder enchte Begegnugen und ein Austausch in Gruppen möglich ist. Selbst eine digitale Messeparty am heutigen Abend ist Bestandteil des Konzeptes.

Parallel zur EK Fun veranstalten die Licht-Profis der beiden Verbundgruppen EK und Lichthauspartner gemeinsam mit 35 Ausstellern ihre erste gemeinsame Messe. Beim Branchentreff dreht sich alles um attraktive Sortimente – auch aus dem EK Lagerprogramm – und innovative Absatz- und Marketingkonzepte für die kommende Lichtsaison. Darüber hinaus warten Workshops der Industrie und Fachvorträge zu spannenden Themen wie Lichtplanung oder Motivation & Mindset auf die Besucher. Und diese würden sogar so gut von den Händlern angenommen, dass etliche von ihnen bereits ausgebucht seien, berichtet der EK-Vorstand.


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