EuroCis 2018
Kassensysteme vor großer Erneuerungswelle

Cetin Acar, Projektleiter Forschungsbereich IT beim EHI, stellte die Studie „Kassensysteme 2018“ des EHI auf der EuoCis vor. Foto: Schwarze

Der deutsche Handel steht vor einer großen Erneuerungswelle, was seine Kassensysteme angeht! Das belegt die aktuelle Studie „Kassensysteme 2018“, die das EHI Retail Institute am Rande der Messe EuroCis in Düsseldorf vorstellte. Bei der Studie befragt das EHI alle zwei Jahre Einzelhändler, vor allem große Ketten, nach Ihrer Investitionsbereitschaft im Bereich Kassensysteme für die nähere Zukunft. Die Studie besitzt große Aussagekraft, weil die 51 Handelsunternehmen, die bei dieser siebten Auflage der Studie teilgenommen haben, zusammen 62.300 Filialen und einen Umsatz von rund 226 Mrd. Euro in Deutschland, Österreich und der Schweiz repräsentieren.

Demnach wollen 86% der Händler ihre Kassen-Hardware in den nächsten Jahren ganz oder teilweise erneuern. Dabei ist die derzeit eingesetzte Hardware durchschnittlich etwa fünf Jahre alt. Hoch im Kurs stehen dabei auch mobile Endgeräte, auf denen der Kassiervorgang abgewickelt werden soll. 69% der Unternehmen wollen solche Systeme zumindest ergänzend einsetzen, beispielsweise für Aktionsflächen oder um Spitzen im Kundenandrang abzufangen. Dabei setzt sich der Touchscreen auch bei den klassischen, fest installierten Kassen komplett durch, 80% der Befragten wollen künftig reine Touchscreen-Kassen einsetzen. Auf ausschließlich tatstaturbasierte Lösungen wird künftig keines der befragten Unternehmen mehr setzen und auch nur 20% wollen noch Systeme mit einer Kombination aus beiden Eingabemedien setzen. Auch das Thema Self-Checkout gewinnt langsam an Dynamik im deutsch-sprachigen Raum. Derzeit setzen schon 39% der Händler Self-Checkout-Kassen ein, künftig sollen es 51% werden.

Neben der Hardware steht auch die Software im Fokus der Investitionen, zwei Drittel der Unternehmen wollen ihre im Durchschnitt sieben Jahre alten Software-Produkte ablösen oder upgraden, 46% setzen dabei auf ein komplett neues System. Die Flexibilität der Software ist dabei mit entscheidend, 61% der Befragten nennen die schnelle Anpassbarkeit als wichtiges Kriterium. Und auch die Omnichannel-Fähigkeit spielt für fast die Hälfte der Unternehmen eine wichtige Rolle. Außerdem ist die effiziente Abwicklung unbarer Bezahlverfahren ein wichtiger Grund für die Investition in neue Softwaresysteme, mehr als 60% der Unternehmen wollen den Anteil solcher Bezahlverfahren weiter erhöhen. Der Anteil des Betriebssystems Linux fällt dabei zum zweiten Mal unter den Wert von 50%, bei den geplanten Neuanschaffungen hat Microsoft mit Windows sogar schon einen Anteil von mehr als 60%. Dank des künftig vermehrten Einsatzes von mobilen Endgeräten kann aber auch „Exoten“ wie Apples iOS oder Googles Android künftig eine wachsende Bedeutung zukommen. Und mit solchen mobilen Systemen wächst auch der Anteil an digitalen Bons, die künftig rund 70% der Händler anbieten wollen.

Bei vielen Unternehmen, so Cetin Acar, Projektleiter Forschungsbereich IT beim EHI, ist zudem das Marketing der Impulsgeber für die Investitionen in Kassensysteme und die dazugehörige Software. Wird beispielsweise eine neue Kundenkarte eingeführt oder die Omnichannel-Strategie des Unternehmens ausgebaut, erfordert dies oft entsprechende Investitionen am PoS.

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