EuroCis
Die Zukunft des Handels erleben

Seit Dienstagmorgen versammeln sich Handelsexperten auf der EuroCis in Düsseldorf. Foto: Schwarze

Gestern startete in Düsseldorf die Messe EuroCis, der digitale Ableger der EuroShop. Und während die Leitmesse für Ladenbau und Shop-Gestaltung nur alle drei Jahre stattfindet, hat sich die EuroCis als jährliche Messe etabliert – denn hier dreht sich das Rad natürlich ein wenig schneller. Ob Kassensysteme, Softwarelösungen, Beratungsroboter oder Bestellterminals, auf der EuroCis können die Besucher die Zukunft des Einzelhandels erleben. Und der wird, so bestätigen viele Experten auf der Messe, sicher nicht nur online stattfinden, aber auf jeden Fall immer digital.

„Die immer größer werdende EuroCis zeigt, wie wichtig diese Themen im Handel sind“, stimmte daher auch Ulrich Spaan vom Mitveranstalter EHI Retail Institute zu. Die enge Verzahnung zwischen Online- und Offline-Shop, also die Königsdisziplin des Omnichannel-Handels, bleibt natürlich ein wichtiges Thema. So können über Digital Signage im Verkaufsraum (Warenauszeichnung mit elektronisch steuerbaren Preis-Auszeichnungen) Preise für Aktionen im stationären Geschäft dem Online-Shop automatisch angeglichen werden.

Absolutes Trend-Thema der EuroCis 2019 war allerdings „KI im Handel“, also der Einsatz von künstlicher Intelligenz. Mit KI-Unterstützung kann dem Kunden bereits in der Anprobe der passende Schuh zur gerade anprobierten Hose vorgeschlagen werden, um nur ein Anwendungsbeispiel zu nennen. Ebenfalls bleibt der Begriff „Mobile“ omnipräsent. Ob Mobile Payment, das durch den Markteintritt von Google und Apple gerade richtig Fahrt auf nimmt, Mobile-Shopping auf dem Smartphone oder auch die Ausstattung der Mitarbeiter mit Mobile Devices (mobilen Endgeräten) auf der Fläche, nichts geht mehr ohne die kabellosen Helfer.

Auch „IoT“, das „Internet of Things“ oder „Internet der Dinge“ ist aus der Welt des digitalen Handels nicht mehr weg zu denken. Schließlich bedingen viele neue Anwendungen, dass Produkt, Mensch und Maschine miteinander vernetzt sind. Der digitale Spiegel in der Umkleidekabine des Modegeschäftes kann eben nur dann dem Kunden die passenden Schuhe zur Hose empfehlen und diesen Tip direkt aufs Smartphone senden, wenn das Etikett der Hose mit einem RFID-Chip versehen ist, der dem Spiegel verrät, um welches Produkt es sich hier handelt.

Und nach dem Self-Checkout ist der Check-Out-freie Store das nächste spannende Thema, das allerdings noch in den Kinderschuhen steckt und in Europa – insbesondere im datenschutz-sensiblen Deutschland – noch auf sich warten lassen wird. Trotzdem, der Container-Store, den das Unternehmen AiFi in Düsseldorf zeigte, weist den Weg in eine neue Richtung oder zumindest in eine neue Nische. Auf der Fläche eines Übersee-Containers war ein Geschäft installiert, bei dem sich der Kunde mit dem Zahlungsmittel seiner Wahl – Handy, Kredit- oder Girokarte – Zutritt verschafft. Kameras an der Decke und Sensoren in den Regalen überwachen jeden Schritt und „sehen“ jedes Produkt, das entnommen (oder wieder ins Regal zurück gestellt) wird, der Rechnungsbetrag wird beim Verlassen des Geschäftes automatisch von der am Eingang verwendeten Karte abgezogen und fertig ist der Einkauf. Die Entwickler sehen das Konzept als Pop-Up-Store bei Veranstaltungen und Festivals, aber auch als kleine Einkaufsmöglichkeit in großen Wohn- und Büroblocks. Personal wird nur noch benötigt, wenn der Shop merkt, dass ihm die Ware ausgeht. Den genauen Bedarf funkt er dann an eine Zentrale, die das Nachfüllen veranlasst.

Ein Möbelhaus auf dieser Basis ist in naher Zukunft sicher nicht vorstellbar, aber viele der neuen digitalen Lösungen kommen dem stationären Handel zugute und lassen sich auch auf den Möbelhandel übertragen. MÖBELMARKT online wird Ihnen in den nächsten Tagen noch einige spannende Lösungen für die Fläche vorstellen.

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