European Furniture Industries Confederation
20 Jahre EFIC in Herford gefeiert

Bei der Jahrestagung der EFIC in Herford tauschten sich die Branchenvertreter über die dringendsten Probleme im aktuellen Markt aus. Foto: Schwarze

Zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der europäischen Möbelindustrie trafen sich jetzt in Herford zu den „EFIC Furniture Days 2026“, die in diesem Jahr vom Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) ausgerichtet wurden. Im Rahmen dieser Jahrestagung wurde zugleich das 20-jährige Bestehens des europäischen Möbelindustrieverbands European Furniture Industries Confederation (EFIC) gefeiert.

EFIC-Präsident Edi Snaidero und Katharina Hartmann, Vorstandsmitglied des VDM, eröffneten die Veranstaltung und betonten, wie wichtig es sei, in einem sich rasch wandelnden wirtschaftlichen und politischen Umfeld eine starke und geeinte Stimme für die europäische Möbelindustrie zu bewahren. Sie verwiesen auf die Bedeutung europäischer und nationaler Verbände bei der Vertretung der Interessen der Branche gegenüber politischen Entscheidungsträgern und bei der Förderung eines stabilen, berechenbaren und wettbewerbsfähigen regulatorischen Umfelds für die vielen kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU), aus denen sich der Möbelsektor zusammensetzt.

EFIC-Generalsekretärin Gabriella Kemendi gab einen Überblick über die jüngsten Lobbyaktivitäten der EFIC. Schwerpunkte lagen unter anderem auf der Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte und den laufenden Vorbereitungsarbeiten auf EU-Ebene, der EU-Entwaldungsverordnung und dem jüngsten Vereinfachungspaket der Europäischen Kommission, der Überarbeitung der britischen Brandschutzvorschriften für Möbel, den US-Zöllen sowie den indischen Qualitätskontrollanforderungen (QCOs) für Möbel.

Globale Wirtschaftsdynamik und Ökodesig-Verordnung

Jürgen Matthes, Leiter des Forschungsclusters „Internationale Wirtschaftspolitik, Finanzen und Immobilienmärkte“ am Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln), analysierte die Auswirkungen der aktuellen Handelsspannungen und der sich wandelnden globalen Wirtschaftsdynamik auf die europäische Industrie. Höhere Markteintrittsbarrieren und volatilere Handelsbedingungen erschwerten den Zugang zu Schlüsselmärkten. Das Wettbewerbsumfeld für europäische Möbelhersteller habe sich deutlich verschärft.

Während der anschließenden Podiumsdiskussion tauschten sich unter der Moderation von VDM-Hauptgeschäftsführer Jan Kurth die Branchenvertreter Edi Snaidero (EFIC-Präsident), Katharina Hartmann (geschäftsführende Gesellschafterin der Hartmann Möbelwerke und VDM-Vorstandsmitglied), Jaroslaw Michniuk (Vizepräsident des Verbands der polnischen Möbelindustrie OIGPM und Vorstandsvorsitzender des polnischen Möbelherstellers Paged Meble) und Robert Petersson (Vorstandsmitglied des schwedischen Möbel- und Holzindustrieverbands TMF und Vorstandsvorsitzender des schwedischen Möbelherstellers Kinnarps) darüber aus, wie europäische Möbelhersteller angesichts wirtschaftlicher Unsicherheit, steigender Kosten, sinkender Verbrauchernachfrage, wachsender internationaler Konkurrenz und zunehmenden regulatorischen Drucks wettbewerbsfähig bleiben können. Sie betonten die Notwendigkeit, sicherzustellen, dass europäische Hersteller nicht benachteiligt werden, sowie die Dringlichkeit einer strengeren Durchsetzung von Vorschriften für wirklich alle Marktteilnehmer.

Daniel Hinchliffe vom Öko-Institut brachte die Teilnehmer in seinem Vortrag auf den aktuellen Stand der Dinge in Sachen Vorbereitung der Ökodesign-Verordnung und Philipp Trompeter von Dr. Wieselhuber & Partner beleuchtete, wie Künstliche Intelligenz Wertschöpfungsketten, Kundenerwartungen und Geschäftsprozesse verändert, und hob die zunehmende Bedeutung digitaler Innovationen für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der Möbelindustrie hervor.

Am zweiten Tag der Veranstaltung besichtigten die Teilnehmer die Lehrfabrik Möbelindustrie in Löhne, eine wegweisende Initiative, die sich der Kompetenzentwicklung und der Ausbildung von Fachkräften widmet. Die Mitglieder besuchten zudem Nobilia, den größten europäischen Küchenmöbelhersteller, wo sie aus erster Hand Einblicke in moderne Möbelproduktion, Innovation und industrielle Exzellenz erhielten.


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