Experten-Talk
PC-College

Alain Barthel, Geschäftsführer von PC-College. Foto: PC-College

Unser MÖBELMARKT-Experte PC-College hat sich in den vergangenen 30 Jahren zu einem der führenden Bildungsanbieter im IT-Segment im deutschsprachigen Raum entwickelt. Wir haben mit Geschäftsführer Alain Barthel gesprochen. Das Interview führte Andreas Steger.

MM: Wo steht PC-College heute?
Alain Barthel: Wir hatten letztes Jahr unser bestes Jahresabschlussergebnis aller Zeiten und wissen bereits, dass wir es wieder übertreffen werden. Wir sind also sehr gut aufgestellt und tun auch alles dafür, dass es so weitergeht. Ein großes Zukunftsthema in allen Branchen ist Digitalisierungssoftware, die Unternehmen zunehmend einsetzen und mit der Mitarbeiter umgehen können müssen. Das Ziel von PC-College ist, alle Anwender so zu schulen, dass sie die Software in ihrem Arbeitsalltag anwenden und effizient arbeiten können.

MM: Was sind die wesentlichen Erfolgsfaktoren von PC-College?
Barthel: Ein wesentlicher Punkt ist sicherlich, dass wir sehr kundenorientiert arbeiten, weshalb unsere Seminare einen Mehrwert bieten. Diese Qualität schätzen unsere Kunden sehr, weshalb sie uns nach Seminarende gerne weiterempfehlen. Viele Kursbesucher nehmen ihre positive Erfahrung zu ihrem neuen Arbeitgeber mit, womit wir uns wieder einen neuen Kundenkreis erschließen.

MM: Inwiefern ist „Digitalisierung“ ein relevanter, neuer Treiber für moderne Personalentwicklung?
Barthel: In meinen Augen ist „Digitalisierung“ genauso ein Modewort wie es einmal „Multimedia“, „Internet“ oder vor ein paar Jahren „Cloud“ waren. Digitalisierung heißt doch zunächst nur, dass Daten, die bisher analog vorhanden waren, digital gespeichert, weiterverarbeitet und archiviert werden können. Das eigentlich Erstaunliche in diesem Zusammenhang ist, dass viele Unternehmen – gerade große übrigens – ihre Bestellungen und Rechnungen immer noch per Post oder Fax schicken. Die dann natürlich mühsam digitalisiert werden müssen.
Digitalisierung bedeutet also, analoge Daten in eine digitale Form zu bringen und daraus einen Workflow abzuleiten. Der große Vorteil von digitalisierten Daten ist natürlich, dass sie deutlich leichter auffindbar sind und somit in den Unternehmen viel Zeit gespart wird. Insgesamt erzeugt die Umgestaltung der Wirtschaft durch die Digitalisierung einen neuen Bedarf in der Personalentwicklung.

MM: Wie hat sich aus Ihrer Sicht im Laufe der Jahre bei Unternehmen und Mitarbeitern die Haltung zu Fortbildung entwickelt?
Barthel: In den letzten zehn Jahren hat sich das Bewusstsein im Personal- und Führungsmanagement für den Stellenwert von Weiterbildungen deutlich zum Positiven verändert.  Viele Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern an, regelmäßig Schulungen zu besuchen, um sich weiterzuentwickeln und ihre Arbeitsweise zu optimieren. Mittlerweile hat das Thema Weiterbildung auch bei Personalgesprächen einen anderen Stellenwert, und Mitarbeiter fordern entsprechende Schulungen von sich aus.
In Frankreich ist man im Kontext der Fortbildung übrigens einen Schritt weiter. Dort ist der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet, einen gewissen Anteil vom Umsatz für Mitarbeiterschulungen zur Verfügung zu stellen.

MM: Welche besonderen Herausforderungen und Chancen sehen Sie speziell in der Möbel-, Küchen-, Bad- und Einrichtungsbranche?
Barthel: Es gibt zum Teil sehr gut aufgestellte Unternehmen in der Branche. Aber auch andere, die mit dem technischen Fortschritt bisher nicht mitgehen. Ein Beispiel: Ich habe bereits in mehreren Möbelhäusern Matrixdrucker gesehen, die vor 30 Jahren aktuell waren. Auch Software läuft teilweise noch unter MS-DOS. Das ist natürlich nicht mehr zeitgemäß und gehört in das Technikmuseum. Auf der anderen Seite kommen dann die Online-Möbelhändler und zeigen, wie es anders geht mit komplett frei planbaren Möbelstücken vorm heimischen PC.

MM: Das Internet ist ein wichtiger Vertriebskanal für PC-College. Welche Rolle spielt Google?
Barthel: Rund die Hälfte unserer Buchungen gehen online über unser Portal und Suchmaschinen ein. Hier spielt natürlich Google die herausragende Rolle. Wir versuchen allerdings ein Stück weit unabhängig von Google zu sein, da es immer sein kann, dass man hier abgewertet wird und im Ranking weiter unten landet. Das haben wir am eigenen Leib erfahren, als wir nach unserem Relaunch der Homepage vor etwa einem Jahr bei Google zeitweise abgestürzt sind, was sich bei uns sofort im Umsatz bemerkbar gemacht hat. Glücklicherweise haben wir die SEO-Experten gleich im Haus. Jetzt stehen wir im Suchmaschinen-Ranking besser da als je zuvor. Aus diesem Grund kann ich eine Schulung zum Thema Suchmaschinenoptimierung (SEO) generell und insbesondere bei größeren Veränderungen der Website jedem Unternehmen sehr empfehlen.

MM: Auf was kommt es an, um Kunden online zu überzeugen?
Barthel: Wenn für den Immobilienmakler die Lage eines Hauses entscheidend ist, dann zählt online der Content und die Usability, also die Bedienbarkeit der Website. Das bedeutet: Gute Inhalte zu liefern, eine klare Aussage haben, sich nicht verzetteln. Wenn der Besucher diese Inhalte nun auch noch direkt findet, ist man auf einem sehr guten Weg. Auch positive  Bewertungen von Kunden spielen für den Erfolg eines Online-Shops eine wesentliche Rolle. Bei den Bewertungen sollte man unbedingt darauf achten, dass sie echt sind, da andernfalls ein Shitstorm droht, der eine ungeahnte Dynamik entwickeln kann.

MM: Mit welchen Informationen dürfen MÖBELMARKT-Leser, die Entscheider in unserer Branche, hinsichtlich Ihrer zukünftigen Experten-Beiträge rund um Personal und Qualifizierung rechnen?
Barthel: Wir werden wertvolle Praxis-Tipps rund um verschiedene Software-Anwendungen geben, die den Arbeitsalltag erleichtern. Dann wird es Beiträge rund um das Thema Mitarbeiterschulung geben. Konkret wird es darum gehen, wie Führungskräfte bei ihren Mitarbeitern ein Bewusstsein für die Notwendigkeit von Fortbildung schaffen können.

MM: Herr Barthel, vielen Dank für das interessante Gespräch. Wir freuen uns schon auf neue Experten-Beiträge von PC-College in unserem Business Forum.


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