Fachverband Holzindustrie Österreich
Fordert mehr Klimaschutz

Mag. Herbert Jöbtsl, Obmann des Fachverbands der Holzindustrie Österreichs. Foto: Fachverband Holzindustrie Österreich

Die österreichische Holzindustrie stellt anlässlich der UN-Klimakonferenz COP 27 im ägyptischen Sharm el-Sheikh den Beitrag für den Klimaschutz in den Vordergrund. Um den Klimawandel wirksam zu begegnen, müsse man CO2 -Emissionen reduzieren und CO2 aus der Atmosphäre binden. 

„Nachhaltige Waldbewirtschaftung und Holzverwendung leisten zur Lösung der Klimafrage einen wichtigen Beitrag. Um dem Klimawandel wirksam zu begegnen und dabei die Wirtschaft zu stärken, erwarten wir von der Politik ein klares Bekenntnis zur nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder und zur verstärkten Holzverwendung in langlebigen Produkten“, fordert Herbert Jöbstl, Obmann des Fachverbands der Holzindustrie Österreichs.

Bäume nehmen CO2 aus der Atmosphäre auf, speichern Kohlenstoff und geben Sauerstoff wieder ab, doch ein Wald ist kein stabiler und sicherer Kohlenstoffspeicher. Das Wachstum der Bäume ist endlich und Waldbrände verursachen ebenfalls CO2-Emissionen. Hierzu erklärt Jöbstl: „Der Klimawandel erfordert aktives Waldmanagement. Bewirtschaftete Wälder sind für die klimatischen und ökologischen Herausforderungen besser gerüstet als sich selbst überlassene Wälder. Die Regenerierungsfähigkeit des Ökosystems Wald wird durch Bewirtschaftung rascher und gezielter gestärkt als durch natürliche Prozesse, für die der Klimawandel zu schnell fortschreitet. Zudem kann der bewirtschaftete und verjüngte Wald erneut CO2 aufnehmen und das umfangreicher als überalterte Bestände.“ 

„Unsere Unternehmen fertigen aus Holz ganz unterschiedliche CO2-Speicher, zum Beispiel Holzhochhäuser von bis zu 100 Meter Höhe, weitgespannte Hallendächern, hochwertige Möbel, Parkettböden, Holzwerkstoffen, Türen und Fenster. Die Holzindustrie produziert ständig einen „zweiten Wald“ und verhindert damit CO2- Emissionen.“ Denn: die Holzverwendung verlängert die Kohlenstoffspeicherung in Holzprodukten und im Holzbau. Jöbstl fügt noch hinzu: „Holz muss nicht hergestellt werden, es wächst in der Natur. Holz ist wiederverwertbar und ersetzt CO2- sowie energieintensive Materialien und Produkte aus fossilen Rohstoffen.“ 

Um den Klimawandel beizukommen, braucht es nach eigenen Angaben zusätzlich eine starke Wirtschaft, die Innovationen finanziert und Menschen weiterhin Arbeitsplätze sowie Einkommen bieten kann. Deshalb seien für den Klimaschutz nicht nur ambitionierte Ziele zu formulieren, sondern machbare Maßnahmen zu ergreifen. Außerdem müsse man die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft im Blick behalten. 
Für die Holzindustrie sei es von grundlegender Bedeutung, den Rohstoff Holz aus nachhaltiger Waldbewirtschaftung zu beziehen. Ideen und Pläne, Waldflächen außer Nutzung zu stellen und für die Holzernte zu sperren, lehnt Jöbstl ab und betont: „Eine Käseglocke auf die Wälder zu setzen und die Verfügbarkeit des Rohstoffs Holz zu reduzieren, dient weder dem Klimaschutz noch der Biodiversität. Es ist nicht lösungsorientiert, die Holzwirtschaft als klimafreundliche und nachhaltige Kreislaufwirtschaft zu beschädigen, indem Wälder zu CO2-Endlagern reduziert werden. Wir appellieren an die Politik, besonders an die Institutionen der Europäischen Union, dafür zu sorgen, dass Wälder wachsen und nachhaltig genutzt werden können sowie zusätzliche Verwendungsmöglichkeiten von Holz aus unserem eigenen Rohstoffpotential zu ermöglichen.“ 


zum Seitenanfang

zurück