Furnier – Neue Programme
Die Eiche bleibt (noch) Queen

Die Initiative Furnier + Natur (IFN) präsentiert sich auf der interzum @home mit internationalen Neuheiten und Round-Table

Holzoptiken werden gerne gemischt, wie in diesem angesagten Interieur mit Kirschbaum-Furnier im Adjo-Studio, Penthouse Hasselt. Foto: Renaat Nils

Die Initiative Furnier + Natur (IFN) stellt als Dachverband auf der interzum @ home 2021 aus. Unter ihrem Dach präsentieren sich die internationalen Mitgliedsunternehmen mit ihren Furnier- Entwicklungen und Furnier-Neuheiten. Die Mitglieder und der IFN-Infostand sind wie in einer Messehalle diesmal im Chat erreichbar und stehen für Kontaktaufnahmen und Fragen zur Verfügung. Interessante Videos, zum Beispiel zu den funktionalen Furnier-Trends bei Architekturprojekten und den ökologischen Vorteilen von Furnier als Oberflächenmaterial können rund um die Uhr angeklickt werden. Am dritten Messetag, am Donnerstag, den 6. Mai 2021, wird für 11 Uhr die Fachpresse zu einem IFN-Round-Table eingeladen. Zu diesem digitalen Dialog wird der Vorsitzende des IFN-Vorstands, Axel Groh, sprechen und die teilnehmende Fachpresse analog überraschen.

IFN-Umfrage: Furnier-Trends 2021

Furnier ist ein immer beliebter werdendes Trendmaterial. Produktion, Import und Export konnten im vergangenen Jahr in Deutschland zulegen, und die sogenannte Inlandsverfügbarkeit stieg zweistellig an. Die IFN hat ihre Mitglieder zur Interzum @home nach den Bestsellern gefragt. Die Antwort ist eindeutig: Die Eiche ist die Königin und toppt noch alle anderen Furniere. Doch es ist auch Bewegung im Markt. Auf der nördlichen Erdkugel ist die Eiche seit Jahrtausenden Zuhause. Im heimischen Mischwald wachsen neben einigen Unterarten vor allem die Stil- und Traubeneiche, vereinzelt auch die aus Nordamerika eingeführte Roteiche. Weltweit besteht ein sehr reger Eichenholzhandel. Eichenfurnier ist heute in seinen natürlichen Farbnuancen von hell bis mittelbraun besonders gefragt.

Spielarten von Balkeneiche bis geräucherte Eiche

Beliebt sind Rift-Schnitte und Qualitäten in Balkeneiche, bei der man Äste, Risse und andere natürliche Verwachsungen erkennt. Die in früheren Jahren einheitlich dunkel gebeizte Eiche ist völlig out. Allerdings punktet im dunklen Farbspektrum die geräucherte Eiche. Seltener nachgefragt, aber höchst individuell ist das Furnier der rötlich-braunen mediterranen Steineiche. Ein weiterer Trend im professionellen Innenausbau ist gefärbte oder bedruckte Eiche, um beispielsweise das Corporate Design von internationalen Marken einzuhalten. Durch ihre besondere Herkunft und Qualität punkten auch Mooreichenfurniere und Furniere aus den venezianischen „Briccole“, den langen Eichenstämmen, an denen Schiffe in der Lagune anlegen können. Diese sind über Jahre Meerwasser, Muscheln und Würmern ausgesetzt und bekommen dadurch ihren ganz besonderen Charakter mit Löchern und Gängen. Früher wurden die Eichenstämme nach rund 25 Jahren einfach entsorgt. Heute schätzen die Menschen ihre Geschichte, ihre Einzigartigkeit und ihren Wert.

Ahorn, Nussbaum und Birke

Im Furnier-Ranking punkten neben der Eiche das helle Holz des Ahorns, der mittel- bis dunkelbraune und elegante amerikanische Nussbaum und die ruhige und gelblich-helle Birke. Außerdem wächst die Nachfrage nach europäischem Eschenfurnier, und auch die rötlich anklingenden Buchenfurniere behaupten sich wieder deutlicher im Markt. Für besonders exklusive Innenausbauten oder Möbel sind Exoten wie Teak, Tarara, weißes Ebenholz oder Tamo gefragt. Bei exotischen Hölzern gibt es eine ganze Reihe bedrohter und heute glücklicherweise geschützter Holzarten. Zu solchen zählen beispielsweise Palisander, Wengé oder Zebrano. Alle Furnierhersteller setzen sich selbstverständlich für deren Schutz und Erhalt im tropischen Wald ein.

Wertige Optiken geschützter Hölzer & Innovationen

Mitgliedsunternehmen der IFN können genau diese Furniere bedrohter Baumarten nun auf Pappel- oder Lindenholz originalgetreu reproduzieren. So können diese geschützten Hölzer weiterhin mit ihrer natürlichen Schönheit begeistern und gesetzeskonform auf Schränken oder Sideboards zum Einsatz kommen. Eine weitere innovative Neuheit ist ein Furnier, welches mit einem Textilträger verbunden und anschließend gelasert wird. So entsteht eine fein perforierte, dynamische Oberfläche. Dieses Furnier ist weich wie Leder, aber vegan und nachhaltig. Es eignet sich auch als Bezugsstoff für Polstermöbel.

Nadelholzfurnier punktet

Auffällig ist eine steigende Nachfrage der internationalen Möbelindustrie nach Nadelholzfurnieren. Hier sind es Lärche, Kiefer und Tanne, die vermehrt zu Furnier verarbeitet werden. Diese Entwicklung zeigt zum einen die wachsende Bedeutung von echten und ökologischen Naturmaterialien für Endkunden auch im günstigen Preissegment und zum anderen einen ressourcenschonenden Umgang mit sichtbaren Oberflächen durch die verarbeitende Möbelindustrie auch bei preiswerten Hölzern. Kombiniert mit Leichtbauplatten werten Nadelholzfurniere auch günstige Möbel deutlich auf.

Autorin: Ursula Geismann, Geschäftsführung Initiative Furnier + Natur (IFN)


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