Garten- und Baumarktbranche
Leichtes Minus im ersten Halbjahr 2026
Köln. Die Bau- und Gartenfachmärkte in Deutschland blicken auf ein turbulentes erstes Halbjahr 2026 zurück. Angesichts rückläufiger Flächen sank der Gesamtumsatz leicht auf 10,99 Mrd. Euro – ein Minus von 0,4%. Das geht aus den veröffentlichten Zahlen des Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten (BHB) hervor.
Der Blick in die Sortimente verdeutlicht die Lage konkret: Auch im ersten Halbjahr verlieren klassische Baumarktsortimente inmitten der anhaltenden Kaufzurückhaltung nochmals etwas Boden, obwohl die teils deutlichen Umsatzrückgänge des Vorjahres glücklicherweise nicht erreicht werden. Am spürbarsten verlieren Fliesen (-8,3% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum), gefolgt von Gartenmöbeln (-7,0%) und Eisenwaren/Sicherungstechnik (-6,8%).
Erfreulicherweise gibt es im ersten Halbjahr aber wieder etliche Sortimente, die ins Plus drehen. Einen echten „Ausreißer“ nach oben bildet das Segment Technik/ Büro/Unterhaltung mit einem Plus von 29%. Zur Erklärung: Hier finden sich bei den meisten Unternehmen Klimageräte und Ventilatoren, die während der frühen Hitzeperioden im Juni zuletzt die Umsätze deutlich steigen ließen. Auch das Segment Freizeit/ Saisonwaren (mit Pools, Planschbecken, Strandzubehör etc.) kletterte deshalb um deutliche 6,9%. Der Umsatz mit Waren aus dem Segment Automotive stieg ebenfalls an (6,8%).
Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich in Österreich: Auch hier springt der Umsatz des Sortiments Technik/Büro/Unterhaltung um 18,6% nach oben, gefolgt von Automotive (9,4%) und Gartengeräte/Be- und Entwässerung (8,2%). Größere Rückgänge verzeichnen Elektro (-6,8%), Fliesen (-6,7%) und Gartenmöbel (-6,0%).
In der Schweiz ergeben sich teils unterschiedliche Tendenzen: Auch hier sind es die Ventilatoren etc. im Segment Technik/Büro/Unterhaltung, die mit einem Plus von 19,9% den Umsatz treiben. Dahinter folgen mit weitem Abstand (4,6%) die Bauelemente vor Bauchemie/Baumaterial (2,2%). Umsatz verloren hat das Segment Wohnen/Dekoration (-14,4%), Freizeit/Saisonwaren (-11,9%) und Gartenmöbel (-11,9%).
Peter Abraham, Vorstandssprecher des BHB, sagt: „Bereits zur Jahreswende konnten wir wieder leicht steigende Umsätze in unseren Betrieben feststellen – eine Entwicklung, die allerdings durch die Auswirkungen der Iran-Krise und die folgenden Preissteigerungen gedämpft wurde. Dass es im zweiten Quartal deutlich besser lief (allein im Juni gab es in Deutschland ein Umsatzplus von 5,8%) ist u. a. auf die frühen Hitzeperioden zurückzuführen, bei denen sich Kundinnen und Kunden mit entsprechenden Sortimenten wie Klimageräten und Ventilatoren, aber auch mit Bewässerungseinrichtungen etc. für den Garten eingedeckt haben. Dies sind natürlich saisonale Bedarfsspitzen – unsere Branche braucht, wie der gesamte Handel, verlässliche Rahmenbedingungen in der Welt- wie auch der heimischen Wirtschaft, um wieder dauerhaft stabiles Wachstum zu generieren.“