GfK
Konsumoptimismus lässt nach

Der Konsumoptimismus der Verbraucher lässt auch im September etwas nach. Das Konsumklima geht zurück. Für Oktober prognostiziert der Gesamtindikator 9,6 Punkte nach 9,9 Zählern im September. Die drei Einzelindikatoren, Konjunktur- und Einkommenserwartung sowie die Anschaffungsneigung, verlieren an Wert. So die Ergebnisse der GfK-Konsumklimastudie für Deutschland für September 2015.
Auch in diesem Monat müssen laut GfK die drei Indikatoren Anschaffungsneigung, Einkommens- und Konjunkturerwartung Einbußen hinnehmen. Die Konjunkturerwartung verliert dabei am stärksten. Angesichts weltwirtschaftlicher Risiken, zahlreicher Krisenherde sowie des zuletzt stark angestiegenen und weitgehend unkontrollierten Zustroms an Flüchtlingen nehmen bei den Bürgern offenbar die Zweifel hinsichtlich der weiteren konjunkturellen Entwicklung zu.
Die Konjunkturerwartungen der Deutschen befinden sich nach Auskunft der Nürnberger Konsumforscher weiter auf Talfahrt. Der Indikator sinkt im September zum vierten Mal in Folge. Dabei ist das Minus mit 10,2 Punkten deutlich ausgeprägter als im August (-1,8 Punkte). Mit einem Wert von 6,4 Punkten liegt der Konjunkturindikator aber noch immer knapp über seinem Vorjahresniveau von 4,4 Zählern.
Die Deutschen schätzen zum zweiten Mal in Folge ihre Einkommensaussichten weniger optimistisch ein als im Vormonat. Gründe dafür sind zum einen die eingetrübten Konjunkturaussichten. Zum anderen erwarten die Verbraucher, dass aufgrund des großen Flüchtlingszustroms die Arbeitslosigkeit in den kommenden Monaten steigen wird. Der Indikator Einkommenserwartung verliert im September um 5,8 Punkte und steht aktuell bei 47,7 Zählern. Im August betrug der Rückgang 5,1 Zähler. Dennoch liegt der Indikator nach wie vor auf einem überaus hohen Niveau. Auch im Vergleich zum Vorjahr steht immer noch ein Plus von 4,3 Punkten zu Buche.
Schwächere wirtschaftliche Aussichten sowie die Sorge vor einer Eintrübung am Arbeitsmarkt hinterlassen offenbar nun auch beim Einkommensindikator erste Spuren. Trotz exzellenter Arbeitsmarktzahlen, einer sehr guten Einkommensentwicklung bei einer kaum vorhandenen Inflation geraten die Einkommensaussichten nun auch in den Sog der internationalen Krisen. Ob sich der Abwärtstrend fortsetzen wird, hängt vermutlich in erster Linie davon ab, wie die Politik mit den internationalen Krisen und vor allem dem Flüchtlingszustrom nach Deutschland in den nächsten Wochen und Monaten umgeht.
Der Eintrübung der Konjunkturaussichten kann sich auch die Anschaffungsneigung nicht entziehen. Der Indikator verliert im September 1,6 Punkte und geht auf 50,4 Zähler zurück. Der Rückgang fällt sehr moderat aus. Das Niveau bleibt dennoch überaus hoch. Obwohl es der vierte Rückgang in Folge ist, verzeichnet der Indikator gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres noch immer ein Plus von 7,9 Punkten.
Neben rückläufigen Konjunktur- und Einkommenserwartungen dürfte laut GfK auch der Anstieg der Sparneigung in diesem Monat für die moderaten Einbußen der Konsumneigung verantwortlich sein. Dennoch zeigt ein Niveau von über 50 Punkten, dass die Konsumfreude nach wie vor sehr ausgeprägt ist. Dies belegen auch die Daten zur Entwicklung des Einzelhandels in diesem Jahr, auf den etwa ein Drittel des gesamten privaten Konsums entfällt. Nach den ersten vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die realen Einzelhandelsumsätze im Juli um 3,3% gegenüber dem Vorjahr. Für die ersten sieben Monate dieses Jahres ergibt sich somit ein reales Plus von 2,6 Prozent.
Für Oktober 2015 prognostiziert der Gesamtindikator 9,6 Punkte nach 9,9 Zählern im September. Dies ist der zweite Rückgang in Folge. Dennoch weist der Indikator nach wie vor ein sehr gutes Niveau auf. Betrachtet man die überaus erfreuliche Entwicklung des Einzelhandels, so kann man davon ausgehen, dass der Konsum insgesamt auch weiterhin eine wichtige Stütze der Konjunktur in diesem Jahr sein wird.

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