Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH)
3.700 neue Arbeitsplätze

Johannes Schwörer, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Holzindustrie (HDH). Foto: HDH

Die heimische Holzindustrie hat von Juli 2017 bis Juni 2018 etwa 3.700 neue Arbeitsplätze geschaffen und wächst im fünften Jahr in Folge. Laut Johannes Schwörer, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Holzindustrie (HDH, Bad Honnef), verzeichnete die mittelständisch geprägte Branche von Januar bis Juni ein deutliches Umsatzplus von 3 Prozent auf rund 18,2 Mrd. Euro. Im Vorjahreszeitraum war der Umsatz um 1,6 Prozent auf rund 17,7 Mrd. Euro angestiegen.
Angesichts des stabilen Branchenwachstums und der gut gefüllten Auftragsbücher sei man mit dem Halbjahresergebnis zufrieden. In Anbetracht der guten Branchenlage gehe man für das Gesamtjahr 2018 von einem Umsatzwachstum für die deutsche Holzindustrie von ebenfalls bis zu 3 Prozent aus, so der Verband.
Die Holzindustrie besteht im Wesentlichen aus dem Holzgewerbe und der Möbelindustrie. Hierbei wuchs der Umsatz des Holzgewerbes im 1. Halbjahr 2018 deutlich um 5,2 Prozent auf 8,6 Mrd. Euro. Die Möbelindustrie konnte um 1 Prozent auf 9,1 Mrd. Euro zulegen. Das Wachstum der Möbelindustrie speiste sich dabei fast ausschließlich aus dem Exportgeschäft. Der Möbelabsatz im Inland stagnierte.
Auch das Holzgewerbe profitierte vom guten Auslandsgeschäft, konnte jedoch zusätzlich auch im Inland leicht zulegen. Die Bautätigkeit ist für fast alle Segmente der Holzindustrie ein wichtiger Taktgeber, denn die meisten Unternehmen sind direkt oder indirekt von der Baukonjunktur abhängig.
Nach dem Boom der vergangenen Jahre gehen im Eigenheimbau die Baugenehmigungen derzeit zurück, lediglich im Mehrfamilienhausbau werden aktuell Zuwächse registriert. Dies hat laut Schwörer unterschiedliche Auswirkungen auf die einzelnen Segmente der Holzwirtschaft.
Vor dem Hintergrund der sich abkühlenden Bautätigkeit verlangsamte sich im bisherigen Jahresverlauf der Umsatzanstieg im größten Teilsegment des Holzgewerbes, dem baunahen Bereich. Dieser umfasst die Hersteller von Fertighäusern, Fenstern, Türen, Treppen und anderen holzbasierten Bauelementen. Der Umsatz im baunahen Bereich der Holzindustrie stieg leicht um 2,1 Prozent auf rund 2,8 Mrd. Euro. In der Parkettindustrie verzeichneten die Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten ein Umsatzwachstum von 1,2 Prozent auf rund 140 Mio. Euro.
Das zweitgrößte Segment des Holzgewerbes – die Holzwerkstoffindustrie – verzeichnete einen Umsatzanstieg um 2,5 Prozent auf rund 2,5 Mrd. Euro. Bei den Sägewerken wurde ein deutliches Umsatzplus von 7,8 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro registriert. Im Bereich der Holzverpackungen weisen die offiziellen Zahlen sogar einen Umsatzanstieg von 29,9 Prozent auf rund 470 Mio. Euro aus. Obwohl diese Branche tatsächlich sehr gut unterwegs ist, sind nach Angaben des HDH die amtlichen Umsatzwerte in diesem Segment durch statistische Umgruppierungen der Unternehmen zu Jahresbeginn deutlich überzeichnet.
Das Exportgeschäft der gesamten Holzindustrie entwickelte sich von Januar bis Juni 2018 ausgesprochen positiv. Der Auslandsumsatz stieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2017 um 6 Prozent. Die Industrieexportquote – dies ist der Umsatzanteil, den die in Deutschland produzierenden Unternehmen im Auslandsgeschäft erlösen – ist im ersten Halbjahr 2018 auf 30,2 Prozent (Vorjahreszeitraum: 29,4 Prozent) gestiegen. Vor allem die Möbelindustrie mit einer Industrieexportquote von 32,6 Prozent hat wesentlichen Anteil an diesem positiven Gesamtergebnis. Die Exportquote im Holzgewerbe bewegt sich mit 26,3 Prozent auf niedrigerem Niveau.
Die deutsche Holzindustrie beschäftigte im 1. Halbjahr 2018 insgesamt 154.455 Männer und Frauen in 935 Betrieben mit 50 und mehr Mitarbeitern. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahm die Zahl der Betriebe um 0,4 Prozent zu, zugleich konnte die Zahl der Beschäftigten um stattliche 2,5 Prozent gesteigert werden – dies entspricht 3.700 neuen Arbeitsplätze.


zum Seitenanfang

zurück