Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH)
Geschäftsklima trübt sich leicht ein

Grafik: HDH

Die Stimmung unter den Unternehmen der deutschen Holzindustrie trübte sich im August leicht ein. Die Einschätzung der Unternehmen zur aktuellen Lage verbesserte sich zwar, diese steht nun bei +45,6 Punkten (Vormonat: +43,2 Punkte). Der Ausblick auf die kommenden 6 Monate fiel jedoch pessimistischer aus, der aktuelle Wert liegt bei +2 Punkten (Vormonat: +7 Punkte).

In der Summe sank der HDH Konjunkturindikator im August auf +22,7 Punkte (Vormonat: +24,4 Punkte). Zum Vergleich: Während der ersten Welle der Pandemie lag der HDH Konjunkturindikator im April 2020 bei -59,4 Punkten. Die zweiten Welle der Pandemie wurde von der deutschen Holzindustrie nach einem leichten Rückgang des Geschäftsklimas auf -1,7 Punkte im Januar 2021 überwunden.

Das Geschäftsklima in der deutschen Holzindustrie fällt im August geringfügig negativer aus als im gesamten Verarbeitenden Gewerbe. Der vom ifo errechnete Wert für das Verarbeitende Gewerbe in Deutschland verschlechterte sich im August auf +24,1 Punkte (Vormonat: +27,4 Punkte) und lag damit nur leicht über dem ebenfalls schwächeren Wert für die Holzindustrie (+22,7 Punkte).

Angesichts der unsicheren Aussichten im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Pandemie ist die Stimmung in den einzelnen Segmenten der Holzindustrie gespalten. Zwar schätzen die Unternehmen in der Sägeindustrie (+54,8 Punkte), in der Holzwerkstoffindustrie (+58,1 Punkte), im baunahen Bereich der Holzindustrie (+64,1 Punkte), im Holzfertigbau (+46,8 Punkte) und in der Holzverpackungsindustrie (+48,7 Punkte) ihre aktuelle Geschäftslage als positiv ein. Auch die aktuelle Beurteilung der Geschäftslage in der Möbelindustrie (+32 Punkte) fällt vor dem Hintergrund der wieder anziehenden Möbelnachfrage im Inland und des guten Exportgeschäfts inzwischen positiv aus. Jedoch deuten die Erwartungen für die kommenden 6 Monate unterschiedliche Entwicklung der einzelnen Segmente in den kommenden Monaten an.

Die Holzwerkstoffindustrie, die Holzverpackungsindustrie und die Möbelindustrie blicken aktuell optimistischer als andere Segmente der Holzindustrie in die Zukunft: Sie erwarten eine Verbesserung der Geschäftslage im kommenden Halbjahr. Die Sägeindustrie, der baunahe Bereich der Holzindustrie und der Holzfertigbau erwarten dagegen eine Verschlechterung der Situation in den kommenden sechs Monaten. Dies ist aus Sicht des HDH nicht nur auf gesamtkonjunkturelle Ursachen, sondern auch auf die nach wie vor schwierige Rohstoff- und Materialbeschaffung sowie Preisentwicklung zurückzuführen. Die Lieferprobleme beschränken sich längst nicht nur auf Holz, sondern betreffen viele Rohstoffe und Vorprodukte der Holz- und Kunststoffindustrie wie Klebstoffe, Beschläge, Stahl sowie Kunststoffe und Verpackungen.

Die weitere konjunkturelle Entwicklung hängt maßgeblich vom Verlauf der Pandemie in Deutschland ab. Auf die Versorgungslage mit Holzhalbwaren hat im Wesentlichen die Nachfrage- und Preisentwicklung im In- und Ausland und immer noch stattfindende Bevorratung vieler Unternehmen Einfluss.

Der monatliche Konjunkturindikator wird vom HDH seit Berichtsmonat Oktober 2020 veröffentlicht. Dieser stützt sich auf die vom Münchner ifo Institut durchgeführte monatliche Befragung von repräsentativen Unternehmen aus allen Segmenten der Holzindustrie und wird monatlich ermittelt. Die einzelnen Indikatoren bewegen sich zwischen +100 (alle Meldungen positiv) und -100 (alle Meldungen negativ) Punkten.


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