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Holz- und Kunststoffindustrie warnt vor Überlastung der Unternehmen

Johannes Schwörer, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Holzindustrie und Kunststoffe verarbeitenden Industrie (HDH). Foto: HDH

Nach Streikandrohung der Gewerkschaft warnt der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie und Kunststoffe verarbeitenden Industrie e.V. vor einer Überlastung der Unternehmen.

„Die Maximalforderungen der IG Metall in den laufenden Tarifverhandlungen sind angesichts der anhaltend angespannten Materialversorgung und der Rohstoffpreisentwicklung völlig unangemessen“, so Johannes Schwörer, Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Holzindustrie und Kunststoffe verarbeitenden Industrie (HDH). Die IG Metall setze zudem einseitig auf eine Altersteilzeitregelung, der den Fachkräftemangel in den Unternehmen mittelfristig verschärfen werde.

„Die Arbeitgeber haben mit einem frühen Angebot das deutliche Signal an ihre Mitarbeiter gesendet, die Pandemie und die Rohstoffkrise weiterhin gemeinsam durchstehen zu wollen. Dass die IG Metall trotz des Angebots sofort mit Streiks droht, macht deutlich, dass sie lediglich eigene Interessen verfolgt und von den wirtschaftlichen Risiken der Betriebe nichts wissen will“, erklärt Schwörer. 

Die Erzeugerpreise sind laut HDH so stark gestiegen wie seit 45 Jahren nicht mehr. Nach den wirtschaftlichen Corona-Beschränkungen treffen die dramatischen Preisentwicklungen die Unternehmen zur Unzeit. „Ob Kunststoffe, Bauholz, Kleb- und Schaumstoffe, Spanplatte oder Aluminium: Kosten explodieren, Kalkulationen implodieren. Einige Unternehmen konnten wegen Materialengpässen nicht mehr fristgerecht liefern. Gleichzeitig lassen die historischen Kostensteigerungen die Erträge schmelzen“, betont der HDH-Präsident.

Besonders unverständlich sei es, dass die IG Metall auf eine starre Altersteilzeitregelung pocht, die weder den Bedürfnissen der Beschäftigten noch den Herausforderungen der Unternehmen in einer alternden Gesellschaft gerecht werden. Für so wichtige Themen wie betriebliche Gesundheitsförderung, die Gestaltung alters- und alternsgerechte Arbeitsbedingungen oder die Qualifizierung der Beschäftigten konnten die Betriebe bisher den Demografietarifvertrag nutzen. Diesen Vertrag hat die IG Metall im Vorfeld der Verhandlungen jedoch einseitig aufgekündigt.

Die Tarifverhandlungen der Holz und Kunststoffe verarbeitenden Industrie werden derzeit von der IG Metall und den Tarifträgerverbänden in den einzelnen Tarifbezirken geführt, nachdem die Tarifverträge in den meisten Tarifgebieten zum 31.08.2021 endeten. Zuletzt sind die Tarifgehälter in der Holz und Kunststoffe verarbeitenden Industrie in zwei Stufen Anfang 2020 und Anfang 2021 um 2,6 Prozent und 1,8 Prozent gestiegen. Die Gewerkschaft fordert nun 4,5 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 12 Monaten und eine Anpassung der Altersteilzeit durch eine Aufstockung des Demografiefonds.

Wie der Verband mitteilt, ging die IG Metall ohne auf das erste Angebot der Arbeitgeber (+ 1,2 Prozent mehr Lohn ab März 2022, weitere 1,3 Prozent ab März 2023) einzugehen, sofort in den Arbeitskampf über und führt bereits Streiks in Baden-Württemberg. Für Niedersachsen wurde der Arbeitskampf ebenfalls angekündigt.


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